Vor 125 Jahren bremste der Zapfenstreich die Narren aus

In der Gegenwart angekommen: Die junge Garde der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft (AOK) Weiß-Rot zeigte im Ebertbad ihren Tanz.
In der Gegenwart angekommen: Die junge Garde der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft (AOK) Weiß-Rot zeigte im Ebertbad ihren Tanz.
Foto: Fabian Strauch Photography / WAZ
Was wir bereits wissen
Beim Empfang der Alten Oberhausener Karnevalsgesellschaft reisen die Gäste in die Vergangenheit.

Oberhausen.. Viele Sitzungen und Empfänge haben die „Drei Dötze“ bereits begleitet, das Gastspiel der bekannten Stimmungssänger beim Einmarsch ins geschmückte Ebertbad war am Sonntagvormittag nur folgerichtig: Die Alte Oberhausener Karnevalsgesellschaft (AOK) Weiß-Rot bat Ehrengäste und Abordnungen zum Empfang — schließlich gibt es den ältesten hiesigen Narrenzusammenschluss nunmehr seit 125 Jahren.

„Eine stolze Zahl“, sagt der AOK-Ehrenpräsident Heiner Dehorn, „gemessen daran, dass die Stadt Oberhausen damals gerade einmal 15 Jahre ihre Stadtrechte besaß.“

AOK Weiß-Rot fungierte als Dachverband

Alleine stand der Verein zu dieser Zeit aber nicht in der närrischen Stadt. Für die nicht mehr existierenden Gesellschaften „Närrische Zwiebelringe“, KG Fidelio oder die KG Kanalbauer fungierte die AOK als Dachverband, hatte jedoch mit gesellschaftlichen Hürden zu kämpfen. „Der damalige Bürgermeister Friedrich-August Schwarz fuhr schwere Geschütze auf“, erzählt Dehorn. „Er inszenierte einen Zapfenstreich, bei dem die Wirte um 23 Uhr ihre Zapfhähne zudrehen mussten.“ Außerdem durften nur geschlossene Gesellschaften feiern, Maskierungen waren an zwei Tagen im Jahr ab 18 Uhr erlaubt. „Der Karneval wurde aus der Öffentlichkeit verbannt!“

Die damals noch Allgemeine Oberhausener KG verschwand und gründete sich elf Jahre später neu: unter dem neuen Bürgermeister August Wippermann und positiveren Vorzeichen. Erst bei der dritten Geburt in den 50er Jahren wurde der heutige Namen Alte Oberhausener Karnevalsgesellschaft verankert.

In der Gegenwart angekommen, erweiterte die AOK heuer ihren Senat: mit Peter Klomberg und Dieter Wendt. Heinz-Dieter Conrad wurde für 25 Jahre geehrt. Jürgen Limper erhielt den BDK-Orden in Gold.