Von Neuseeland zurück nach Oberhausen

Diego Tenore und Greta Sohr haben in den Wintermonaten Neuseeland bereist.
Diego Tenore und Greta Sohr haben in den Wintermonaten Neuseeland bereist.
Foto: Privat
Was wir bereits wissen
Der Alltag hat sie (fast) wieder: Diego Tenore und Greta Sohr sind zurück in Oberhausen. Spannende Monate am anderen Ende der Welt liegen hinter ihnen

Oberhausen..  Da könnte man fast neidisch werden: Während der Durchschnitts-Oberhausener von Monat zu Monat blasser wurde und gefühlte 180 graue und nasskalte Tage hinter sich gebracht hat, haben Diego Tenore und Greta Sohr gerade einmal fünf Striche auf ihrer Regentage-Liste gemacht. Die beiden jungen Oberhausener, die im Sommer 2013 ihr Abi am Sophie-Scholl-Gymnasium gemacht haben, verbrachten das zurückliegende knappe halbe Jahr am anderen Ende der Welt. Zum Arbeiten und Reisen waren die beiden Anfang Oktober nach Neuseeland gestartet (die NRZ berichtete). Inzwischen sind sie gesund und munter zurück an der Emscher: „Und wir haben uns fest vorgenommen, etwas von der Offenheit und der Mentalität der Menschen mit in den deutschen Alltag zu bringen“, erzählt Diego Tenore. Denn vor allem die Freundlichkeit und spontane Hilfsbereitschaft der Neuseeländer hat die beiden nachhaltig beeindruckt.

Wir haben uns immer gefragt:Wann kommt der Haken?

„Wir haben uns am Anfang immer gefragt: Wann kommt der Haken? Das hat echt gedauert, bis wir dahintergekommen sind, dass die Menschen da echt so sind“, erzählt Diego Tenore und gibt ein Beispiel: „Als wir nach dem Jahreswechsel mit der Fähre auf die Südinsel übergesetzt haben, kamen wir so spät an, dass wir kein Hostel mehr gefunden haben. Wir hatten uns schon mit dem Gedanken angefreundt, die Nacht auf einer Parkbank zu verbringen.“ Da habe ein Mann ihren Weg gekeuzt, der gerade aus einem Pub kam und dem die beiden verloren wirkenden jungen Deutschen aufgefallen waren. Der habe sie spontan zu sich nach Hause eingeladen, ihnen Zimmer und Frühstück gegeben. „Der war supernett und freundlich und wollte gar nichts dafür. Er hat uns erzählt, dass er öfter Rucksacktouristen bei sich übernachten lasse – und hatte ein Gästebuch, in dem sich alle verewigt haben.“

Immer wieder sei man in Neuseeland auf Menschen getroffen, für die es selbstverständlich gewesen sei, den beiden im Gegenzug für Haus-, Garten- oder Farmarbeit nicht nur Kost und Logis, sondern sehr viel mehr zu bieten: „Viele haben mit uns Ausflüge gemacht und uns etwas von der jeweiligen Umgebung gezeigt. Das war echt toll.“ Atemberaubende Landschaften haben die beiden kennengelernt, Nationalparks, in denen sie sich vorkamen wie in der Karibik und nur wenig weiter Landstriche, die sie eher an Bayern erinnerten: „So viele verschiedene Naturphänomene kurz hintereinander. Das war schon eindrucksvoll.“

An vielen der von Norden nach Süden bereisten Stationen gab’s aber nicht nur Land und Leute zu entdecken: Auch Arbeit, um sich Kost und Logis und auch den Aufenthalt im einen oder anderen Hostel zu verdienen, gehörte zum Programm der beiden Oberhausener. Mal Betten machen und Zimmer reinigen, mal Hecke schneiden und Unkraut jäten, mal Kinder hüten, mal Ställe ausmisten und mal Kiwis pflücken. Zwar nicht fürs Studium, aber fürs Leben haben die angehenden Germanisten dabei einiges gelernt. „Ich würd’s jedem empfehlen, der darüber nachdenkt“, ist denn auch das Fazit von Diego Tenore: „Der Sprung ins kalte Wasser lohnt sich.“ Für die beiden selbst ist ein neuerliches längeres Auslandsabenteuer vorerst nicht in Sicht: Ab dem Wintersemester sind Hörsäle und Seminarräume ihr zweites Zuhause.