Vom Finden und Verlieren

Neulich bei Rossmann an der Kasse hatte ich genügend Zeit, den Kaufpreis für blaue Rasierseife genau abzuzählen. 30 Jahre war Rasierseife grün (Palmolive), jetzt ist sie blau (Wilkinson). Palmolive ist weg. Warum, weiß ich nicht, aber so etwas irritiert mich. Dies am Rande.

Es geht um das Pfennigstück, das ich in meinem Portemonnaie fand. Da hat mir einer was angedreht, schoss es mir durch den Kopf. Dann betrachtete ich die Münze genauer: 1950 stand drauf. Zurück in der Redaktion Computersuche: Ein Pfennig 1950, Prägeanstalt F. Die erste Zahl, die auf der Liste auftauchte: 1600 Euro. Harhar, Goldschatz gefunden! Auf dem Weg zum Münzhändler um die Ecke sagte ich dem in Gedanken gönnerhaft: „Für tausend lasse ich Ihnen den.“ Doch der Laden war seit 1. Januar wegen Geschäftsaufgabe geschlossen. Zurück im Büro detaillierter im Internet gesucht und gefunden. Der 1600er-Superpfennig ist nicht magnetisch, weil rein aus Kupfer. Bei ganz wenigen Stücken hatte jemand vergessen, Eisen beizumischen, deswegen sind die so viel wert. Der gemeine Popel-Pfennig ist magnetisch.

Ich ahnte etwas, wollte aber meinen Traum noch nicht beenden. Der kleine Tod kommt schnell genug. Erst spät am Abend kramte ich den Magneten raus, und na klar, der Pfennig sprang förmlich dahin. Jetzt ist er nur ein paar Euro wert, klebt glücklich unter Tesa in meinem Portemonnaie und arbeitet für mich. Seit wir ein Team sind, habe ich schon viermal Geld gefunden.