Vogelexperten schützen Habicht vor schwarzen Schafen

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat den Habicht zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt. Über den Greifvogel und die Jagd auf ihn sprachen wir mit Michael Tomec. Er ist ehrenamtlich im Vogelschutz für die Nabu-Gruppe Oberhausen aktiv.

Warum wurde der Habicht zum „Vogel des Jahres 2015“ gewählt?

Der Nabu wollte wieder mehr Aufmerksamkeit für die Greifvögel und insbesondere den Habicht und seinen Lebensraum schaffen. Immer mehr Habichte werden Opfer von Jägern. Dabei ist der Greifvogel sehr wichtig für das Ökosystem. Er frisst vorwiegend schwache und alte Tiere.

Kommt der Habicht auch in Oberhausen vor?

Ja, der Vogel ist zwar vorwiegend in ländlicheren Regionen zu Hause, aber wir haben auch einige Exemplare bei uns im Stadtgebiet, vorwiegend natürlich in Waldungen. Die genauen Zahlen behalten wir aber für uns, denn wir wollen den Vogel schützen. Aus dem selben Grund werden wir dieses Jahr auch keine Führungen zum Habicht anbieten.

Warum wird dieser Vogel überhaupt gejagt?

Zum Beutespektrum des Habichts gehören auch Kleinvögel und Niederwild, beispielsweise Rebhühner, Fasane oder Hasen. Manche Jäger stört diese Konkurrenz, deswegen schießen sie den Habicht oder legen Giftköder aus. Auch Taubenzüchter machen mit diesen Methoden Jagd auf den Habicht, da er ihre Tauben gefährdet. Wir haben auch schon Ackerflächen gefunden, die gespickt waren mit Giftködern. Es muss aber ausdrücklich gesagt werden, dass es sich hierbei um schwarze Schafe handelt. Denn es gibt auch viele Jäger und Taubenzüchter, die sich für den Natur- und Artenschutz engagieren.