Viele Oberhausener Kinder sind Nichtschwimmer

Hochsommerliche Temperaturen werden am langen Wochenende wieder viele Wasserratten ins Freibad im Revierpark Vonderort locken.
Hochsommerliche Temperaturen werden am langen Wochenende wieder viele Wasserratten ins Freibad im Revierpark Vonderort locken.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Erst das Jugendschwimm-Abzeichen in Bronze belegt einen sicheren Schwimmer. Eltern in Oberhausen für Thema sensibilisiert

Oberhausen.. Sommerzeit bedeutet für viele Oberhausener Kinder und Jugendliche: ab ins Freibad. Doch längst nicht jede Wasserratte sollte sich unbedarft ins kühle Nass stürzen. Denn laut der aktuellen Emnid-Studie der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) können immer weniger Kinder schwimmen: So sind knapp 35 Prozent von ihnen schlechte Schwimmer oder sogar Nichtschwimmer.

„Die Probleme anderer Städte, in denen die Zahl der Nichtschwimmer-Kinder steigt, kennt man hier nicht in den dramatischen Ausmaßen“, gibt Andrea Brandt, Vorsitzende des hiesigen DLRG-Ortsverbandes, Entwarnung. Ein Grund dafür sei, dass die Eltern erkannt haben, wie wichtig der Schwimmunterricht für ihren Nachwuchs sei. „Unsere Schwimmkurse sind sehr nachgefragt. Wir können gar nicht alle Anmeldungen aufnehmen und müssen manchmal das Los entscheiden lassen“, sagt Brandt. Aufgrund der großen Nachfrage sei es daher von Vorteil, dass es in der Stadt genügend Schwimmbecken gebe, um den Unterricht auch anbieten zu können. „Wir haben allein drei Hallenbäder, die für Vereine und Schulen nutzbar sind“, erklärt die DLRG-Vorsitzende.

Schwimmkurse sind gefragt

30 Kinder sind bei der DLRG in einem Kurs, dazu kommen fünf, manchmal bis zu zehn Ausbilder. „Nur so können wir auch auf den individuellen Förderbedarf der Kinder eingehen“, sagt Brandt. Dazu ist der Kurs bei den Lebensrettern noch sehr günstig. Zehn Übungseinheiten kosten 22 Euro, in anderen Städten sind da schnell bis zu 150 Euro fällig. Allerdings darf man die Erwartungen auch nicht zu hoch stecken. „In einem einzigen Kurs schafft es nicht jedes Kind bis zum Seepferdchen. Manchmal ist dann auch ein zweiter Kurs nötig“, erklärt die DLRG-Vorsitzende.

Die Schwimmschule „Aqua-Fit“

Und selbst mit dem kleinen orangefarbenen Seepferdchen-Aufnäher auf der Badehose oder dem Badeanzug sind die kleinen Wasserratten noch lange keine sicheren Schwimmer. Denn das Seepferdchen bescheinigt lediglich, dass die Kinder im Wasser 25 Meter weit kommen. Als sicherer Schwimmer gilt ein Kind hingegen erst, wenn es das Jugendschwimm-Abzeichen in Bronze abgelegt hat. „Auch hier ist die Nachfrage groß. Aber nicht so groß wie bei den Seepferdchen-Kursen. Offenbar sind viele Eltern dafür sensibilisiert, dass ein Bronze-Abzeichen für die Kinder wichtig ist“, so Brandt.

Auch bei Andrea Wisnitzer, Betreiberin der privaten Schwimmschule „Aqua-Fit“, sind die Kurse für Kinder und Jugendliche sehr gefragt. „Die Wartelisten sind voll“, sagt die Schwimmlehrerin. In Kleingruppen von vier Kindern vermittelt sie die verschiedenen Schwimmtechniken. Gute Ergebnisse erzielen ihre Schüler aber vor allem immer dann, wenn die Eltern mit dabei seien. Wisnitzer: „Sie können den Kindern die Angst vorm Wasser am besten nehmen und im Zweifelsfall auch beruhigend einwirken.“