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Viele kluge Fragen zum Thema Darmkrebs

04.03.2009 | 18:26 Uhr

Um Vorsorge, Behandlung und Nachsorge in Sachen Darmkrebs ging es bei der WAZ-Telefonaktion mit einem Expertenteam des St. Clemens Hospitals Sterkrade.

Die Diagnose ist niederschmetternd: Darmkrebs. Von einer Sekunde auf die andere verändert sich das Leben. Eine Erfahrung, die Jahr für Jahr in Deutschland zigtausend Menschen machen müssen. 30 000 sterben anschließend pro Jahr an der Krankheit. Dabei könnte dieser Krebs durch konsequente Vorsorge fast komplett verhindert werden.

Vermutlich wird über keine andere Krebsart so umfassend aufgeklärt wie über Darmkrebs. Gleichwohl gab es für Chefarzt Dr. Klaus Becker, Oberärztin Dr. Jutta Schneider und Ärztin Hatice Oezdede kaum eine ruhige Minute. Was alle drei gleichermaßen beeindruckte, war der relativ hohe Informationsstand der Anrufer. „Es wurden viele kluge Fragen gestellt”, konstatierte Dr. Klaus Becker, der bereits im Vorjahr bei der Aktion maßgeblich mitgewirkt hatte.

Dass eine Darmspiegelung schmerzfrei ist und die Kosten ab dem 55. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, war weitgehend bekannt. Auch dass es dabei darum geht, gutartige Schleimhautwucherungen, Polypen genannt, zu entfernen, die ein hohes Risiko besitzen, zu Krebs auszuarten. Vielmehr gab es spezielle Fragen - zum Beispiel danach, ob eine solche Vorsorge für ältere Menschen überhaupt noch Sinn macht. Becker: „Einige Senioren meinten, das sei doch nur was für 40- bis 60-Jährige”. Da die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen bei 89 Jahren liege und die von Männern bei 84 Jahren, sei eine solche Untersuchung auch im fortgeschrittenen Alter angebracht.

Als Onkologin beschäftigt sich Oberärztin Dr. Jutta Schneider täglich mit Krebspatienten. Als probates Mittel im Kampf gegen die tückische Krankheit gilt die Chemotherapie, die in den letzten Jahren viel von ihrem Schrecken verloren hat. „Die Chemotherapie ist vielfältiger geworden. Die Nebenwirkungen lassen sich jetzt viel besser managen als noch vor fünf Jahren”. „Wie hoch sind die Heilungschancen?” wollten wir wissen. Jutta Schneider: „Das hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Je früher sie festgestellt wird, umso besser können wir helfen.”

Einige Oberhausener türkischer Herkunft nutzten die Chance, mit Assistenzärztin Hatice Oezdede zu sprechen, die in Buschhausen geboren wurde. Sie konstatierte in dieser Gruppe der Bevölkerung ein beginnendes Bewusstsein für gesundheitliche Vorsorge. Hier herrsche allerdings noch ein großer Bedarf an Aufklärung.

Es ging aber auch um die Modalitäten der Darmspiegelung. So lassen sich die vorbereitenden Maßnahmen, sprich Abführung, in der Regel am Vortag durchführen. Und wer nach der leichten Schlafmedikation etwas länger zum Aufwachen brauche, so Dr. Klaus Becker, den werde sicher niemand wecken.

Rolf Kiesendahl

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