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Katzenhilfe

Viele Katzen werden einfach so „entsorgt“

03.08.2010 | 08:13 Uhr
Viele Katzen werden einfach so „entsorgt“
Katzen über Katzen gibt es bei der Katzenhilfe Oberhausen, alle wünschen sich ein neues Zuhause. Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.Gerade in den Ferien - aber nicht nur dann - werden Hauskatzen von herzlosen Besitzern einfach „entsorgt“. Die Katzenhilfe Oberhausen kümmert sich um die Stubentiger – doch die Kapazitäten sind ausgeschöpft. Viele Tiere suchen ein neues Zuhause.

Ja, es gibt auch einen Weltkatzentag. Der ist am 8. August. In 7,5 Millionen deutschen Haushalten sollen Stubentiger leben. Vielen geht es gut, aber vielen eben auch nicht.

Denn leider gibt es immer wieder Menschen, die sich ein Tier zulegen, um es dann achtlos zu entsorgen. Wenn sie Glück haben, landen die kleinen Tiger in der Obhut der Katzenhilfe. Aber deren Kapazitäten sind zurzeit erschöpft. Von den Mitarbeitern der Katzenhilfe Oberhausen werden im Moment 36 Tiere versorgt. „Außerdem haben wir eine Warteliste, auf der 15 Katzen stehen“, verzweifelt Mitarbeiterin Jutta Schiffer langsam. Und gerade in den Sommerferien läuft vermittlungsmäßig nichts mehr. „Gucken Sie mal bei eBay oder quoka, da werden ihnen die Tiere nachgeschmissen“, erklärt sie, warum es so schwierig ist, für ihre Schützlinge ein neues Zuhause zu finden.

Die Tierschützerin hat ein Gruselkabinett der Katzenschicksale zusammengestellt: Im Alter von acht Jahren wird Kater Lucky abgegeben. Lucky ist herzkrank, das sehr dünne Tier hat eine Schilddrüsenüberfunktion und dringend eine Sanierung seiner vereiterten Zähne nötig. Doch die OP hätte er wegen der Herzschwäche nicht überlebt. Schiffer: „Da fragt man sich, ist seinem Besitzer nie etwas aufgefallen.“

In den Mülleimer geworfen

Fundkater Boris durchwühlte tagelang Mülltonnen. Ihm fehlt ein Auge und er hatte teils kein Fell mehr. Zwei Kater im Alter von fünf Monaten wurden in einem Transportkorb im Mülleimer „entsorgt“. „Was sind das für Menschen“, fragt sich Schiffer.

In einem Container maunzte ein vier Wochen altes Kätzchen um sein Leben. Die Polizei informierte die Katzenhilfe. Der kleine Tiger wurde in einer Pflegestelle untergebracht.

Kater Miro stürzte aus einem Fenster, zog sich einen Kiefer- und einen Trümmerbruch des linken Vorderbeines zu, musste mehrfach operiert werden. Die Besitzer konnten oder wollten die Behandlung des Tieres nicht bezahlen. Die Katzenhilfe nahm Miro auf, bezahlte die Klinikkosten.

Coolio fiel ebenfalls aus einem Fenster, brach sich beidseitig das Becken. Wo landete das schwer verletzte Tier? Bei der Katzenhilfe.

Forderung: Kastration billiger machen

Katze Teufelchen verfing sich in einem Kippfenster. Sie konnte sich befreien. Stürzte ab und war zu allem Überfluss auch noch tragend. Jetzt befindet sie sich in der Obhut der Katzenhilfe. Kater Kiss und seiner Freundin Bacardi drohte ebenfalls ein Fenstersturz. „Holen Sie die Katzen sofort ab, sonst schmeiße ich sie aus dem Fenster“, so ihr Besitzer bei einem Telefonanruf. Jutta Schiffer und ihre Kolleginnen verzweifeln daran, dass Halter ihre Tiere nicht kastrieren lassen. „Es ist ihnen zu teuer“, sagt Schiffer. Bei Katern kostet es ca. 40 Euro, bei Katzen etwa 60 Euro. Aber käme man zu den Leuten in die Wohnung, hätten sie da riesige Flachbildschirme stehen. „Sie setzen eben Prioritäten.“

Die Leute lassen die Tiere nicht nur nicht kastrieren, sie bezahlen auch Tierarztbehandlungen nicht mehr. „Es gibt viele Hartz-IV-Empfänger, die sich das nicht leisten können“, schildert Schiffer. Sie fordert: „Tierärzte müssten bei den Kastrationen mit den Preisen runter gehen. Was Schiffer gar nicht versteht: „Warum werden auch noch Tiere aus dem Ausland zu uns geholt, obwohl wir hier doch selbst so viele Probleme mit den eigenen Katzen haben?“

Wer die Katzenhilfe Oberhausen unterstützen möchte, kann auch das Sommerfest der Gruppe besuchen. Das findet am kommenden Sonntag, 8. August, in der Zeit von 11 bis 17 Uhr auf dem Reiterhof an der Hünenbergstraße 209 in Oberhausen Königshardt statt.
Es wird dort für alle Gäste eine große Auswahl an Kuchen und Salaten geben. Einen Grill- und Getränkestand. Einen Trödel- und Büchermarkt. Ponyreiten für die Kleinen.
Der Erlös des Festes kommt den Tieren zugute. Futterspenden sind den Tierschützern natürlich ebenfalls sehr willkommen.
Wer einem Kätzchen ein neues Zuhause geben möchte, der kann sich unter www.katzenhilfe-oberhausen.de informieren.

Andrea Micke

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Kommentare
09.08.2010
12:52
Viele Katzen werden einfach so „entsorgt“
von Puh | #5

Zu Saralina: Es gibt immer 2 Seiten einer Medaille: die einen, die alles für ihr Tier tun, und die anderen, die sich einen Dreck drum scheren. Zu den letzteren bezieht sich wohl auch der Artikel. Deswegen halte ich die Kritik von Frau Schiffer für gerechfertigt. Weiterhin denke ich auch, daß es kein Sinn macht, (kranke) Tiere nach Deutschland zu holen, wenn man nicht versucht, das Problem vor Ort zu lösen! Es gibt in Deutschland genug Problemf(a)elle, die es zu retten gibt!
Zu Stromer1953: Ja, es gibt auch viele alte Menschen in Not, aber das ist doch hier nicht das Thema. (Aber danke für den Hinweis).
Zu Katzefan & Antonietta: Auch wir haben vor einem Jahr eine Katze von der Katzenhilfe aufgenommen, die ebenfalls ein bedauerliches Schicksal hinter sich hatte. Und wir sind so glücklich mit ihr, daß wir uns gar nicht vorstellen können, wie man einem solchen kleinen liebenswerten Geschöpf etwas so furchtbares antun kann! Wir haben ihr praktisch mit dem neuen zuhause ein zweites Leben geschenkt! Nie wieder eine Katze aus einer Zucht(station)!
Darüber hinaus spenden wir Futter & Geld für die hervorragende Arbeit der Katzenhilfe Oberhausen.

04.08.2010
07:10
Viele Katzen werden einfach so „entsorgt“
von Antonietta | #4

Nur wer ein Tier aus dem Tierschutz zu sich holt, anstatt das Geschäft mit der Ware Tier durch Nachfrage weiter zu fördern, hilft Tierelend auf lange Sicht zu verringern. Wer ein Tier aus einem Tierheim holt, gibt ihm eine neue Chance auf Glück. Gerettete Tiere bringen große Freude in ein Zuhause, weil sie Ihnen niemals vergessen, was Sie für sie getan haben.
www.tierheimlinks.de

03.08.2010
16:04
Viele Katzen werden einfach so „entsorgt“
von Katzefan | #3

So eine katze möchte noch ein haben genau so
auf das bild

Unser erste kater ist vor ca 3.jahre gestorben
der wurde immer dünner seit dem haben wir
unser kater zur einen tierarzt hin gebracht sein
blut werte waren sehr schlecht und beim festellung haben die was gefunden beide seite nieren versagen die konnten nicht mehr tun

der tierarzt hatte uns angeraten einzu schläfern
seit dem war mein vater und ich ganz traurig
gewesen in der zeit

nun ist die zeit 3.jahre vergangen
wir wollten uns ne neue katze holen
da unser vermieter sich weigert dürfen wir
keine katze mit nehmen schade drum
vielleicht später mal wenn wir ne neue
wohnung haben

03.08.2010
14:58
Viele Katzen werden einfach so „entsorgt“
von stromer1953 | #2

Und wieviele alte Menschen werden einfach so Entsorgt?

Für Tiere tun viele Tierfreunde alles, aber für Menschen?

03.08.2010
12:03
Blockierter Kommentar.
von saralina | #1

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