Viele BOB-Leute zeigen sich erbost über Abtrünnige

Die Ankündigung der BOB-Ratsleute Albert Karschti und Andrea-Cora Walther, nicht mehr mit der BOB-Fraktion zusammenzuarbeiten, hat viele Mitglieder des Wählerbündnisses BOB nicht nur überrascht, sondern nach Darstellung von BOB-Fraktionsgeschäftsführer Dennis Vollmer auch empört. „Es gab viele Anrufer, die es unmöglich finden, dass Karschti und Albert zur Presse marschiert sind, Interna ausplauderten und schmutzige Wäsche waschen.“ Mehrere Anrufer hätten ihre Bereitschaft bekundet, weiter mit der Fraktion zusammenzuarbeiten.

Karschti selbst entgegnete am Dienstag Gerüchten unter den BOB-Leuten, er habe den Aufstand angezettelt, um eigentlich Fraktionschef des Bürgerbündnisses im Rat zu werden und Karl-Heinz Mellis auszubooten, mit folgenden Worten: „Nein, auf keinen Fall will ich Fraktionschef werden. Das ist eine Arbeit und Verantwortung, um die man niemanden beneiden kann.“

Andrea-Cora Walther, Steuerberaterin und alleinerziehende Mutter, zeigte sich direkt nach der Ratssitzung am Montag regelrecht erleichtert, künftig nur noch ihre eigene Politik zu machen. „Mir ist eine Last von den Schultern gefallen, ich habe für diese stundenlangen Sitzungen in der Fraktion keine Zeit.“

Sollten Karschti und Walther aus der Fraktion formell austreten, verliert die Rest-BOB-Fraktion mit ihren dann noch drei Mitgliedern nicht besonders viel Geld. Bisher bekommt BOB im Rat 119 000 Euro für ihre Personalkosten plus 33 000 Euro für ihre Sachkosten aus der Steuergeld-Kasse. Künftig wären es nur 4000 Euro weniger.

Ob sich die beiden Abtrünnigen zusammen als neue Gruppe wie die beiden FDP-Mandatsträger Hans-Otto Runkler und Regina Boos gründen dürfen, ist noch unklar. Auch die Konditionen sind rätselhaft: Müssen Karschti und Walther dann ähnlich finanziell ausgestattet werden wie die FDP-Gruppe? Wenn ja, wird der Stadtrat für Steuerzahler teurer.