Verwaiste Tiere in Oberhausen suchen neues Zuhause

Petra Barth, hier mit ihrer eigenen Hündin Bella, sucht für viele Tiere ein neues Zuhause.
Petra Barth, hier mit ihrer eigenen Hündin Bella, sucht für viele Tiere ein neues Zuhause.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Tierschutzverein sucht für viele Hunde , aber auch für einige Katzen, Kaninchen und Vögel ein neues Zuhause.

Oberhausen.. Petra Barth weiß schon gar nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. „Gerade eben haben wir fünf weitere Hunde bekommen, die jetzt vermittelt werden müssen“, sagt die Vorsitzende des Tierschutzvereines Oberhausen. Von manchen der Tiere seien Herrchen oder Frauchen verstorben. So etwa auch von einem kleinen Malteser-Mix (13), der jetzt wieder ältere Menschen sucht, die ihm ein neues Zuhause bieten. „Malteser können sehr alt werden“, ermutigt Petra Barth, sich auf das Abenteuer Hund einzulassen. Auch wenn der Vierbeiner selbst schon etwas betagter ist.

Für zwölf Hunde sucht der Tierschutzverein derzeit ein neues Zuhause. Das heißt, an diesem Morgen sind es zwölf. „Ich weiß ja nicht, was heute Mittag wieder ist“, sagt Petra Barth. Womöglich sind es dann schon wieder mehr.

Sachkundenachweis bei Tierärzten

Im Moment ist da jedenfalls Feivel, ein Doggen-Boxer-Mix. Er war vier Monate alt, als er auf eine Pflegestelle des Tierschutzvereines kam. „Da kannte er nichts und hat schon vor einem fallenden Blatt Panik bekommen“, erzählt Petra Barth. Mittlerweile hat er viel gelernt, ist aber mit zehn Monaten gerade in der Flegelphase. „Feivel braucht auf jeden Fall eine hundeerfahrene und sehr aktive Familie, die mit ihm auch noch in die Hundeschule geht.“ Er lebt jetzt mit einer Katze zusammen und könnte auch gut zu einem bereits vorhandenen, souveränen Hund vermittelt werden.

Aris, ein gerade einmal vier Monate junger Rottweiler, ist ein sogenannter Anlagehund. Das bedeutet, Halter müssen ein Führungszeugnis vorlegen und eine Sachkundeprüfung („Hundeführerschein“) absolvieren. „Das ist einfach, da müssen einige Fragen aus einem ganzen Block beantwortet werden“, sagt Petra Barth. Bei Tierärzten könnte man so einen Sachkundenachweis machen. Trotz dieser kleinen Hürde gebe es für Aris bereits Interessenten.

Lucky pöbelt gerne

Bei Barney ist das anders. Der sieben Jahre alte, niedliche, kleine Wuschel sucht noch Menschen. Barney ist ein ganz lieber, süßer Hund, allerdings auch ein kleiner Macho. Das heißt, er braucht eine konsequente Erziehung und darf auch nicht aufs Sofa oder ins Bett.

Capis dagegen ist einfach nur lieb und sehr klein. „Er wurde aus Zeitmangel abgegeben und ist in einer Tierpension untergebracht“, sagt Petra Barth. Er ist mit allen Tieren verträglich. Capis kann nur nicht so gut alleine bleiben. Aber das könne man bestimmt noch mit ihm üben.

Lucky, der gerne pöbelt, muss auch noch viel lernen und üben, obwohl der kleine Jack-Russell-Terrier-Mix schon zehn Jahre alt ist. Aber seine bisherigen Menschen haben ihm so gar nichts beigebracht. „Er darf auf jeden Fall nur zu Leuten ohne Kinder“, sagt Petra Barth.

Jacky ist ein ganz Lieber

Jacky (13), ebenfalls ein Jack-Russell-Terrier-Mix, ist dagegen ein ganz Lieber. Und Benny (6), ein Border-Collie-Mix, ist ein Arbeitshund. „Er braucht Leute, die Schafe oder Gänse halten, damit er was zum Hüten hat“, berichtet Petra Barth. Dann erzählt sie noch von einem Dackelrüden (3), der ebenfalls neue Menschen sucht.

Nicht, dass das alle Tiere wären. Drei Perserkatzen und sechs weitere kleine Tiger befinden sich in der Obhut des Tierschutzvereines. Darunter sind auch die Geschwister Shiba (6) und Minka (6), die nur zusammen vermittelt werden. „Viele Katzen sind auch noch in der Warteschleife“, sagt Petra Barth. Sprich, ihre Besitzer wollen sie nicht mehr.

Neben den Hunden und Katzen sind noch Nager zu vermitteln oder auch Vögel, Wellensittiche oder Kanarienvögel. Ein Sonderfall ist Hermine, ein Aymarasittich. Sie könnte auf ihrer Pflegestelle bleiben, wenn sich für sie ein Partner fände. Es wäre aber auch möglich, sie zu einem Hahn zu vermitteln.

Pflegestellen gesucht

Der Tierschutzverein sucht dringend Pflegestellen besonders für Hunde und Katzen. Nur die Fundtiere übernimmt das Tierheim in Mülheim. Abgabetiere übernehmen die Tierschützer selber.

„Wir können zurzeit sechs bis sieben Hunde unterbringen und die gleiche Anzahl an Katzen“, sagt Petra Barth, Vorsitzende des Tierschutzvereines. Für Nager hätten sie im Moment genug Plätze.

Aber wer noch einen Hund oder eine Katze vorübergehend aufnehmen möchte, ist herzlich willkommen. „Für kleine Hunde muss man ja keine besonderen Anforderungen erfüllen“, sagt Petra Barth. Für die Haltung von Hunden ab 20 Kilogramm Gewicht und 40 Zentimeter Schulterhöhe ist dann der Sachkundenachweis erforderlich. „Anfänger bekommen immer nur die einfachen Hunde“, sagt Petra Barth. Sie hätten aber auch eine Pflegestelle, bei der der Mann seit 30 Jahren Hundetrainer sei. „Der bekommt immer nur die Hunde, die noch erzogen werden müssen.“