Vergessen

„Das wird mir einfach in den Garten gesetzt.“ Wie kann es sein, dass die Planung von neuen Unterkünften für Flüchtlinge bei der ansässigen Bevölkerung so große Vorbehalte hervorruft? So befürchteten viele der anwesenden Bürger auf der Bürgerversammlung zum Flüchtlingsstandort Kapellenstraße unter anderem, dass ihr privater Immobilienbesitz an Wert verliert, dass durch die Anwesenheit von Flüchtlingen zu großer Lärm entsteht und die Kriminalität zunehmen könnte. Aber während wir von Flüchtlingen reden und dass deren Anwesenheit unsere persönlichen Annehmlichkeiten schmälern könnten, vergessen wir dabei anscheinend allzu gerne, dass diese Flüchtlinge Menschen sind. Menschen, die wie alle Menschen Stärken, Schwächen, Ängste und Nöte haben. Ja natürlich, diese Menschen sind arm, die Armut ist für jeden sichtbar und berührt vielleicht auch unangenehm. Sie flohen aus ihren Heimatländer vor Krieg, Verfolgung oder großer Not, daher ist uneingeschränkte Solidarität mit den hier Ankommenden die einzig Haltung, die von Menschlichkeit zeugt. In unserem Grundgesetz heißt es zu diesem Thema: „Das deutsche Volk bekennt sich zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft.“
Heike Hansen