Verantwortung bezahlen

Sie werden beschimpft, vielleicht sogar geschlagen. Ihre Arbeit findet für den Großteil der Bevölkerung im Verborgenen statt: Das, was Sozialarbeiter tagtäglich leisten, nicht nur hier in Oberhausen, sondern bundesweit, ist ein großer Dienst an der Gesellschaft. Sie kümmern sich um verwahrloste Kinder, die vielleicht von ihren Eltern misshandelt wurden. Müssen dann entscheiden, wie es mit der Familie weitergehen kann. Sie sind Ansprechpartner bei Drogenproblemen und für traumatisierte Menschen aus Kriegsgebieten. Doch großartig bezahlt wird ihr Job nicht, die Wertschätzung bleibt ebenfalls auf der Strecke.

Eindringlich schilderten die Sozialarbeiter, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Verwaltung arbeiten, was sie derzeit in den Streik und damit auf die Straße treibt. Hohe Verantwortung, die im Zweifelsfall sogar strafrechtlich relevant ist; hohe Arbeitsbelastung, bei der vielleicht Hilfesuchende auf der Strecke bleiben.

Für sie gilt, ebenso wie für die Erzieherinnen und Erzieher, die aktuell ebenfalls ihre Arbeit niedergelegt haben, dass eine Aufwertung ihres Berufes längst überfällig ist. Wer eine so wichtige Arbeit verrichtet, der muss auch dementsprechend entlohnt werden – trotz schwieriger Haushaltslage.