Veranstaltung in Oberhausen klärt über Handeln bei Ebola-Verdacht auf

Dr. Inka Daniels-Haardt referierte im Bert-Brecht-Haus.
Dr. Inka Daniels-Haardt referierte im Bert-Brecht-Haus.
Foto: Lars Fröhlich / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach der ersten Veranstaltung in Oberhausen zum Thema Ebola sollen weitere folgen. Aufklärung ist auch bei anderen gefährlichen Krankheiten nötig.

Oberhausen.. Praxis und Theorie klaffen oft sehr weit auseinander. Gerade auch zum Thema Ebola und anderer gefährlicher, hochinfektiöser Erkrankungen. Das hatte im vergangenen Jahr ein Ebola-Verdachtsfall in Oberhausen gezeigt und das bewies einmal mehr die erste gemeinsame Veranstaltung von Ärztekammer und Gesundheitsamt im Bert-Brecht-Haus, der noch weitere zu anderen Themen folgen sollen.

Eine Frage beim Treffen war: Wie klärt man einen Ebola-Verdacht wirklich? Ein Oberhausener Kinderarzt meldete sich während der Veranstaltung zu Wort. „Ich hatte gerade heute eine afrikanische Mama mit drei kleinen Kindern bei mir in der Praxis“, schilderte der Mediziner. Alle Kinder hätten hohes Fieber und Brechdurchfall gehabt. „Sie haben mir die Praxis vollgekotzt“, sagte er drastisch. Sprachlich sei nicht zu klären gewesen, wo die Familie herkommt oder wie lange sie schon in Deutschland ist. Die Frage des Arztes: „Was hätte ich tun sollen? Dr. Karbach vom Gesundheitsamt anrufen?“

Gesundheitsamt bei begründetem Verdacht informieren

Eine nicht unberechtigte Frage. Denn Referentin Dr. Inka Daniels-Haardt, Fachbereichsleiterin Gesundheitsschutz, Gesundheitsförderung des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen, hatte zuvor noch erklärt, nur Guinea, Sierra Leone und Liberia seien hauptsächlich von Ebola betroffen.

„Deshalb muss man bei der Anamnese sehr genau fragen, wo warst du, wann warst du da, was hast du da gemacht.“ Liege schließlich ein begründeter Ebola-Verdacht vor, sei das Gesundheitsamt zu informieren. Dessen Leiter ist in Oberhausen Dr. Henning Karbach. Sei das Gesundheitsamt informiert und habe sich der Verdacht erhärtet, ginge es darum, den Patienten zu isolieren und so schnell wie möglich in das Düsseldorfer Behandlungszentrum zu transportieren.

Viele Fragen bleiben offen

Ein anderer Arzt hatte eine Frage zur Ebola-Symptomatik, die unspezifisch ist, bei der aber fast immer hohes Fieber genannt wird. „Das tritt aber nur in 85 Prozent der Fälle auf“, verdeutlichte der Mann. Eine Ärztin wollte bei der Ebola-Diskussion weitere ebenfalls hochgefährliche und ansteckende fieberhafte Erkrankungen nicht vergessen wissen.

Und dann war da noch die Frage nach den Kosten. So berichtete Daniels-Haardt, der Berliner Senat habe signalisiert, die Charité, eines von sieben Behandlungszentren in Deutschland, nicht auf den 1,5 Millionen Euro Kosten, die alles in allem durch die Behandlung eines Menschen mit Ebola-Verdacht entstanden, sitzen zu lassen. „Aber was ist, wenn sie einem von uns bei einem Verdachtsfall die Praxis schließen. Wer kommt da für die Kosten auf?“ Das wollte ein Arzt wissen, bekam jedoch keine Antwort.

Es blieben überhaupt viele Frage offen. Für Dr. Henning Karbach zeigten Vortrag und Diskussion deshalb wieder einmal, wie wichtig es ist, in Zukunft „Praxis, Theorie und möglichst noch Experten an einen Tisch“ zu bringen.