Unternehmen in Oberhausen zeigen sich optimistischer

Viele Firmen gehen von einer positiven Entwicklung ihrer Geschäftslage aus.Die Aufnahme zeigt die Montage eines Mikroskops bei der Firma Nanofocus.
Viele Firmen gehen von einer positiven Entwicklung ihrer Geschäftslage aus.Die Aufnahme zeigt die Montage eines Mikroskops bei der Firma Nanofocus.
Foto: Ulla Emig wazfotopool
Was wir bereits wissen
Umfrage: 94 Prozent der Firmen bezeichnen Lage als gut oder befriedigend. Doch nur neun Prozent der Betriebe wollen ihr Personal ausweiten.

Oberhausen.. Die Situation der Oberhausener Wirtschaft ist gut, die Aussichten leicht positiv, die Investitionsbereitschaft vorhanden – so lässt sich das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Essen, Mülheim, Oberhausen (IHK) zusammenfassen. „Der Blick in die Zukunft bleibt vorsichtig optimistisch“, sagte IHK-Präsidentin und Oberhausener Unternehmerin Jutta Kruft-Lohrengel bei der Vorstellung des Berichts, der auch die Lage in Mülheim und Essen beschreibt.

Auch wenn nur 30 Oberhausener IHK-Mitgliedsfirmen, die 4652 Mitarbeiter beschäftigen, an der Umfrage teilnahmen, nimmt Heinz-Jürgen Hacks, Geschäftsführer für den Bereich Industrie, Raumordnung und Verkehr bei der IHK, eine grundsätzlich positive Tendenz wahr. So sei die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den zurückliegenden Jahren weiter angestiegen. „Seit 2000 entwickelte sich die gesamte MEO-Region neben Köln und Rhein-Sieg zur wachstumsstärksten in ganz NRW.“

Mehr Investitionen

In Oberhausen bezeichnen 94 Prozent der befragten Unternehmen ihre Lage als gut oder befriedigend. 88 Prozent gehen von einer günstigeren oder zumindest gleichbleibenden Geschäftsentwicklung aus, vor einem halben Jahr waren es 79 Prozent. Neun Prozent wollen ihren Personalbestand erweitern, 13 Prozent mehr investieren.

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten: Fast jeder siebte Betrieb will weniger investieren, fast jeder sechste geht von einer zurückgehenden Beschäftigtenzahl aus. Dies muss aber nicht bedeuten, dass Entlassungen drohen, vielmehr wirkt sich hier auch die Rente mit 63 aus und der Mangel an jungen Nachwuchskräften.

Kruft-Lohrengel appellierte daher gestern dringend an alle Unternehmen, Ausbildungsplätze zur Verfügung zu stellen und offene Stellen den Arbeitsagenturen zu melden; sie wies aber auch darauf hin, dass Betriebe nicht geeignete Bewerber fänden. „Gerade kleinere Firmen, die nicht mit einem großen Namen punkten können, haben erschreckend wenige Bewerbungen erhalten.“ Als bürokratische Belastung empfindet die Unternehmerin die Ausführungsbestimmungen zum Mindestlohn.

Verbesserungspotenzial beim Thema Online-Handel

Ausgesprochen erfreulich sei die Entwicklung des Handels in den drei MEO-Städten. 35 Prozent bezeichnen ihre Lage als gut, jeder zweite als befriedigend, jeder dritte Betrieb geht von einer eher günstigeren Geschäftslage in den kommenden Monaten aus. Deutliches Verbesserungspotenzial sieht Kruft-Lohrengel beim Thema Online-Handel. Zwei Drittel der befragten Händler nutzen bislang keine digitalen Vertriebswege.

Die Städte sieht die IHK-Präsidentin in der Verantwortung, ausreichend Flächen für Gewerbe zur Verfügung zu stellen. Vom Schulterschluss der Stadtsparkasse Oberhausen mit der Wirtschaftsförderung erhofft sie sich Positives für die Entwicklung des ehemaligen Stahlwerksgeländes.