Ungebrochene Kauflust in Sterkrade

Eiskünstler Joachim Knorra in der Fußgängerzone in Sterkrade.
Eiskünstler Joachim Knorra in der Fußgängerzone in Sterkrade.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Reger Andrang herrschte am Sonntag in den Geschäften auch außerhalb der Fußgängerzone. Allerdings kritisieren die Kaufleute die Ungleichbehandlung mit dem Centro durch die Stadt

In der Sterkrader Fußgängerzone herrscht am Sonntagnachmittag ein Andrang, als gäbe es etwas umsonst. Dicht drängen sich die Menschen beim Bummel zwischen den Geschäften. Hier wie im Centro findet der erste Verkaufsoffene Sonntag des Jahres statt. Die Kauflust vieler Sterkrader und ihrer auswärtigen Gäste ist auch nach Neujahr ungebrochen.

An der Ecke Bahnhofstraße/ Steinbrinkstraße empfangen Eisskulpturen von Joachim Knorra aus dem sauerländischen Hallenberg die Besucher. Bei Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt tropft es aber vom Ausstelltisch. Auch am Grillstand einer Metzgerei direkt unter dem Center-Point haben zwei junge Männer gut zu tun. Nebenan dreht ein Junge auf dem benachbarten Kinderkarussell auf einem Polizeimotorrad beim Jaulen einer Polizeisirene seine Runden.

Gleichbehandlung gefordert

Viele Sterkrader, die sich hier treffen, scheinen sich zu kennen. Denn sie stehen in Gruppen zusammen und unterhalten sich. In der Mitte der Fußgängerzone hat der Eiskünstler sein eigentliches Domizil. Das Publikum hat einen Halbkreis darum gebildet. Der Meister erntet faszinierende Blicke, als er mit der elektrischen Motorsäge zur Sache geht. Statt Funken sprüht es dabei Eisregen.

Robbie Schlagböhmer ist nicht nur Sprecher der Sterkrader Interessengemeinschaft (Sting), die den Verkaufsoffenen Sonntag organisiert. Auch in seinem Reisebüro an der Bahnhofstraße herrscht reger Betrieb. „Es gibt bestimmte Sortimente, Spielwaren etwa, die leben von der Vorweihnachtszeit. Jetzt aber, nach den Feiertagen, ist alles gefragt“, sagt der Kaufmann. Die Leute hätten Zeit und Geld, vielleicht auch Langeweile nach den vielen freien Tagen. Je­denfalls bewegten sie sich viel langsamer durch die Einkaufspassage. Dazu lade das herrliche Winterwetter ja auch ein. Bei ihm im Reisebüro holen sie sich entweder Empfehlungen für den Sommer. „Die Hälfte der Kunden bucht aber gleich“, so Schlagböhmer. Die größere Muße am Sonntag sei da förderlich.

Erfolg dank schönem Wetter

Umso mehr ärgert den Sting-Sprecher, dass die Stadt den Sterkrader Einzelhändlern nur drei Verkaufsoffene Sonntage im Jahr zubilligt, dem Centro aber vier. Schlagböhmer: „Wir wollen gleich behandelt werden.“ Schließlich handele es sich um einen Wettbewerb der Standorte. Jeder Euro könne nur einmal ausgegeben werden.

Auch sein Kollege Bernd Schütte vom Bettenhaus Ortmann, das außerhalb der Fußgängerzone liegt, zeigte sich mit dem Geschäft zufrieden. „Der Umsatz bewegt sich auf Vorjahresniveau“, sagt er. Das liege aber nur am guten Wetter. „Sonst hätten wir gegenüber dem Centro einen schwereren Stand.“