Unfallfluchten nehmen zu

Ein Autofahrer fährt Laternen an der Straße Alte Heid an und flüchtet. Ein Lkw-Fahrer auf der Duisburger Straße beschädigt mit seinem Fahrzeug einen Linienbus, ein Fahrgast wird dabei sogar verletzt. Der Lkw-Fahrer flüchtet. Ein BMW-Fahrer beschädigt mit seinem Auto auf der Kolpingstraße gleich zwei geparkte Pkw und macht sich anschließend aus dem Staub. Solche Meldungen der Polizei häufen sich in den letzten Tagen. Der bundesweite Trend, der Anstieg von Verkehrsunfallfluchten, schlägt sich auch in Oberhausen nieder.

Im Jahr 2012 etwa registrierte die Polizei 1356 Unfallfluchten, wie Sprecher Andreas Wilming-Weber mitteilt. Ein Jahr später waren es 1449 und damit 93 mehr. Macht ein Plus von 6,9 Prozent. 2014 stiegen die Zahlen erneut leicht an. Exakte Angaben zur Verkehrsunfallstatistik werden allerdings erst am kommenden Montag gemacht. Auch bei den noch einmal weitaus dramatischeren Verkehrsunfällen mit Flucht, bei denen Menschen verletzt wurden, gab es von 2012 auf 2013 einen Anstieg von 44 auf 52 Fälle. Und 2014 stieg die Zahl erneut an. Aber hier sieht es grundsätzlich etwas anders aus: Einen traurigen Höchststand verzeichnete die Polizei in diesem Bereich mit 70 Anzeigen im Jahr 2005.

Andreas Wilming-Weber warnt im Falle von Verkehrsunfallfluchten vor der Ausrede Nummer 1: „Das war doch nur ein kleiner Rempler, das habe ich nicht gemerkt.“ „Es gibt Untersuchungen, dass man auch kleinste Rempler bemerkt“, sagt der Polizeisprecher. Wer ein anderes Fahrzeug angefahren habe, müsse auf dessen Besitzer warten. Oder, besser noch, die Polizei rufen. „Damit ist man immer auf der sicheren Seite“, sagt Wilming-Weber zu letzterem. Ansonsten drohen dem Flüchtigen nämlich ein Strafverfahren und drakonische Strafen – unter anderem auch der Verlust des Führerscheins. Ein Zettel mit der Anschrift des Unfallverursachers an der Windschutzscheibe des beschädigten Fahrzeugs reiche keinesfalls.

Zu den Gründen, warum Leute nach so einem Rempler oder mehr einfach abhauen, sagt Dieter Elsenrath-Junghans von der Verkehrswacht Oberhausen: „Ältere Leute fahren oft vor lauter Schreck weg“, erklärt er. Alkohol oder Drogen am Steuer seien ein weiteres Argument für die Flucht. Oder aber: Fahrer hauen bewusst ab, weil sie sonst mehr für ihre Versicherung bezahlen müssen.