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Und plötzlich stehst du draußen

11.08.2009 | 11:16 Uhr
Und plötzlich stehst du draußen

Oberhausen. Thorsten Meinike ist leidenschaftlicher Fußballer, leidet unter Epilepsie – und wurde zum zweiten Mal aus einem Verein geworfen. Der Klub RSV/GA Klosterhardt wirft Meinike "vereinsschädigendes Verhalten" vor.

Thorsten Meinike ist leidenschaftlicher Fußballer. Seinem liebsten Hobby kann er allerdings seit einigen Tagen nicht mehr nachgehen. Beim RSV/GA Klosterhardt hatte der 33-Jährige zweieinhalb Jahre in der Bezirks- und Kreisliga gespielt, jetzt wurde er rausgeschmissen. „Vereinsschädigendes Verhalten” werfen ihm die Verantwortlichen vor.

Ohne Angabe genauer Gründe

Das liege offenbar an seiner Krankheit, mutmaßen er und seine Eltern Heinz und Gerda. Im Alter von vier Jahren zog sich Thorsten Meinike eine Tablettenvergiftung zu, seitdem leidet er unter psychosomatischen Anfällen. „Das ist eine leichte Form der Epilepsie”, weiß Mutter Gerda. Muss sie auch wissen, schließlich ist sie Krankenschwester. Diese Anfälle sind schon einige Male auf dem Platz während eines Spiels aufgetreten. Bei seinem ersten Klub, dem PSV, glaubte man, dass Meinike nicht mehr länger tragbar sei, womöglich ist dies jetzt auch beim RSV der Fall. Ohne Angabe von näheren Gründen teilten ihm die Rasensportler mit, dass er wegen „negativen und ins Private gehenden Äußerungen und Anschuldigungen gegen viele der ehemaligen Mannschaftskollegen und Vereinsmitglieder” nicht weiter im Verein bleiben dürfe.

Kann der Klub nicht mit Kritik umgehen?

Ob es allein an der Krankheit liegt, bleibt fraglich. Meinike räumt ein: „Ich bin ein ehrlicher und offener Mensch, der auch gerne Missstände kritisch anspricht.” Tat er auch auf einer Jahreshauptversammlung. Dort stand der damalige Trainer Gregor Berg harsch in der Kritik. „Da bin ich aufgestanden und habe eine Lanze für ihn gebrochen. Aber mit dieser Art von Kritik kommt man beim RSV offenbar nicht klar.” Vater Heinz weiß: „Thorsten sagt immer offen seine Meinung. Auch, wenn die anderen nicht passt.”

Immerhin sind sowohl Berg als auch sein Vorgänger Volker Abel mit Meinikes Erkrankung klar gekommen. „Er hatte zwar seine Aussetzer, aber die waren auch ratzfatz wieder vorbei”, erinnert sich Abel. Mutter Meinike bestätigt: „Die Anfälle sind meist nur ganz kurz. Da steht er auf dem Platz und ist plötzlich ganz woanders.” „Wie ein Filmriss”, ergänzt der Abwehrspieler, der dann kurz ohne Bewusstsein ist. Zu Meinikes Verhalten abseits des Platzes sagt Abel: „Ein ganz lieber und netter Kerl. Sehr umgänglich.”

Was den 33-Jährigen noch härter trifft als sein Rausschmiss bei den Klosterhardtern ist seine berufliche Situation. Meinike ist seit zehn Jahren auf der Suche nach Arbeit. Dabei hat er nach seinem Abitur zwei Ausbildungen zum Bürokaufmann und als Kaufmann im Gesundheitswesen abgeschlossen, etliche Zusatzkurse an der VHS und ebenso viele Praktika absolviert, um für den ersten Arbeitsmarkt interessant zu sein. Sogar die Reha-Abteilung der Arbeitsagentur hat ihn hierfür als „voll belastbar” eingestuft.

Anfälle ein- oder zweimal im Monat

„Ich bin medikamentös bestens eingestellt. Die Anfälle haben sich enorm reduziert.” Aber sie kommen ein- oder zweimal im Monat wieder.

Und genau das ist das Manko. „Spätestens in Vorstellungsgesprächen muss ich damit rausrücken. Und dann will mich keiner mehr”, verzweifelt Meinike, der beim Oberhausener SV aktiv Schach in der Emscherklasse spielt und dort über Stunden voll konzentriert am Tisch sitzen muss. „Wenn ich das kann, kann ich auch arbeiten”, sieht er sich benachteiligt. Eine große Hilfe ist die Bundesagentur für Arbeit bei der Suche nach einem Job übrigens nicht: „Innerhalb von acht Jahren habe ich nur zwei Angebote bekommen. Eines davon kam aus Trier.”

Dass er wegen seiner Krankheit keinen Führerschein hat, erleichtert die Lage nicht. Derzeit muss er sich mit 358 Euro Hartz IV im Monat begnügen. „Ich spüre einen großen Wunsch nach Unabhängigkeit und nach einer eigenen Familie. Aber all das kann ich nur haben, wenn ich das finanzieren kann.” Solange lebt er weiter bei seinen Eltern und ärgert sich mehr über den RSV/GA Klosterhardt und die Arbeitsagentur als über seine Krankheit.

Denn die hat er im Griff.

Björn Wentz

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Kommentare
19.08.2009
18:20
Und plötzlich stehst du draußen
von martin1970 | #35

Das mag ja sein diese ist nur leider nicht immer wirklich qualifiziert. Ein weiteres Problem bei ihm ist eben auch das er andere Meinungen sehr selten akzeptiert oder anerkennt, selbst wenn diese begründet und bzw. nachweisbar sind. Thorsten hat eben das Problem es gibt für ihn nur eine Meinung die zählt und entscheidend ist und das ist eben seine.

16.08.2009
16:33
Und plötzlich stehst du draußen
von Kollege | #34

Thorsten Meinike hat wenigsten Charakter und hat eine eigene Meinung

15.08.2009
21:21
Und plötzlich stehst du draußen
von Siegfried Seiffert | #33

Thorsten Meinike.
Der Rächer der enterbten. Der Beschützer von Witwen und Waisen.
Danke es reicht.
S. Seiffert

14.08.2009
09:04
Und plötzlich stehst du draußen
von Nummer 1 | #32

Woher willst du denn wissen das er sich nicht vereinsschädigend verhalten hat @Kollege biste etwa jeden tag da gewesen und hast mitbekommen was beim RSV abgegangen ist?
Thorsten hat nurnoch unruhe in die Mannschft und den Verein gebracht und ENDE!!!!!

13.08.2009
19:09
Und plötzlich stehst du draußen
von Kollege | #31

Wo hat Thorsten Meinike sich Vereinsschädigend verhalten?Menschen die ein Makel haben die muß man los werden.Das nennt sich Kameradschaft.
Es wird jeden einmal treffen..

13.08.2009
08:49
Und plötzlich stehst du draußen
von BomberPSV | #30

Amen Bruder!

12.08.2009
18:42
Und plötzlich stehst du draußen
von martin1970 | #29

So nun erfülle ich hoffentlich die Nutzungsbedingungen.

Zum Thema, ich habe selber mit Thorsten zusammen beim PSV Oberhausen gespielt und kann nur sagen das es nicht immer einfach (angenehm) mit Ihm war.
Hierbei waren nicht seine Anfälle das Problem, denn dabei handelte es sich wie von ihm beschrieben immer um kurze Momente in denen er orientierungslos auf dem Platz stand. Es haben sich immer sofort 1 bis 2 Spieler um ihn gekümmert. Ihn vom Platz gebracht damit man sich dort weiter um ihn kümmern konnte und ihm während dieser Ausfälle auf dem Platz nichts passierte.
Das oben vom BomberPSV ( an dieser Stelle mal einen schönen Gruß an dich) beschriebene Spiel habe ich selbst mit erlebt.
Man muss sich mal vorstellen man führt ich glaube es war 4:2 es sind noch knapp 3 Minuten zu spielen, man denkt die Punkte haben wir eingefahren. Dann marschiert ein zu diesem Zeitpunkt schon ausgewechselter Thorsten aus der Kabine anstatt zum Trainer an der Gegnerischen Linie vorbei und beschimpft einen gegnerischen Spieler.
Es war eine Mannschaft die überwiegend aus Spieler mit Migrationshintergrund bestanden und um das klar zustellen das ist nicht negativ gemeint sondern die politisch korrekte Bezeichnung. Das Spiel war zwar hart aber trotzdem überwiegend Fair.
Die Gegenspieler gingen aufgrund der Äußerungen von Thorsten auf ihn los, die Spieler vom PSV eilten Thorsten zu Hilfe und stellten sich schützend vor ihn. Ergebnis war das einige von uns sich Prellungen und blaue Flecke zu zogen und wir fluchtartig die Platzanlage verlassen haben. Das schon sichere Spiel wurde hinterher am grünen Tisch für beide Mannschaften als verloren gewertet.
Thorsten´s Kommentar hierzu war nur ich bin es nicht schuld, ich habe gar nichts gesagt. Die Bösen sind immer die anderen, nur nicht Thorsten.
Seine Äußerungen die nicht immer sinnvoll und schön waren haben letztlich zu dem Ergebnis geführt das ihn jetzt mittlerweile schon 2 Vereine als Untragbar einschätzen.

Es kann sich kein Verein leisten das sich Spieler so Vereins- und Mannschaftsschädigend verhalten wie Herr Meinike.
Jeder Verein muss sich, seine Mitglieder und seinen Ruf mit geeigneten Maßnahmen/mitteln schützen so gut er kann. Dieses hat nun nachdem PSV Oberhausen auch der RSV getan. Und hier die Schuld immer bei den anderen zu suchen ist Glaube ich der falsche Weg.
Kein Verein würde einen Spieler wegen einer Krankheit oder Behinderung ausschließen aber wohl wegen Vereinsschädigung.
Und hier ein gut gemeinter Rat an die NRZ auch in Zeiten von Sommerlöchern sollte man seine Artikel, vor allem wenn sie eine ganze Seite ausfüllen, gut (besser) recherchieren.
Man sollte vielleicht mal mit den Vereinen die hier betroffen sind Kontakt aufnehmen, bevor man diese in ein falsches Licht setzt. Eine Geschichte hat in der Regel immer 2 Seiten, hier sieht es doch sehr nach einer sehr einseitig gelagerten Geschichte aus. Mitleid ist zwar gut und schön sollte sich aber doch in Maßen halten.
Und wie heißt es im Sport: Fair geht vor.!!!!

12.08.2009
17:56
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von Thomas.Lau | #28

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12.08.2009
17:43
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von Thomas.Lau | #27

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12.08.2009
17:18
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von Thomas.Lau | #26

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