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Abfall

Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler

20.09.2012 | 12:00 Uhr
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
Von wegen Abfall. In alten Elektrogeräten stecken Wertstoffe.Foto: Martin Möller

Oberhausen.   Alte Elektrogeräte verbleiben meist nicht lang unter dem restlichen Sperrmüll am Straßenrand. Denn die enthaltenen Edelmetalle haben für Schrottsammler einen hohen Wert. Sie nehmen den Abfall mit, bevor die Stadt zur Entsorgung anrückt. Nun ermittelt das Umweltamt gegen die Schrotthändler.

Sperrmüll ist längst nicht mehr nur Abfall . Sperrmüll wird immer mehr zum Rohstoff. Vor allem Altmetall und Edelmetalle lassen sich gut zu Geld machen. Und weil das so ist, bleiben alte Trockner, Waschmaschinen, Computer oder Fernseher, die ihre Besitzer an den Straßenrand stellen, gar nicht so lange liegen, bis die WBO sie abtransportiert. Schrottsammler laden sie flugs auf ihre Laster. Doch damit verstoßen sie gegen das Gesetz, denn seit dem 1. Juni sind allein die Städte für die Entsorgung von Elektroaltgeräten zuständig. Gegen vier private Schrottsammler ermittelt derzeit das Umweltamt. Der Vorwurf: umweltgefährdende Abfallbeseitigung.

Giftige Stoffe

Warum aber wird den Händlern diese Einnahmemöglichkeit genommen? Es geht um die Elektronikteile, die darin verbaut sind. Sie enthalten eine Vielzahl an Schwermetallen wie Blei, Arsen, Kadmium und Quecksilber sowie weitere hochgiftige und umweltgefährdende Stoffe. Die Regelung soll verhindern, dass beim Auseinandernehmen schädliche Stoffe in die Umwelt gelangen. Dies geschieht – und das in durchaus nennenswertem Maße – nicht nur in unseren Breiten. „Alte Elektrogeräte werden tonnenweise nach Afrika verschifft und dort ausgeschlachtet. Platinen werden eingeschmolzen, das frei werdende Gift landet dann irgendwann im Grundwasser“, sagt der Leiter des Fachbereichs Umweltschutz, Helmut Czichy.

Doch wie kann man verhindern, dass trotz des Verbots weiterhin am Sperrmülltag alte Elektrogeräte auf den Wagen privater Händler landen? Die Mülheimer MEG – die wie die WBO zu 49 % zum Remondiskonzern gehört – hat seit Jahren keine festen Sperrmülltermine. Die Bürger schreiben auf eine Postkarte, was abgeholt werden soll, und die MEG legt dann einen Termin fest. Zum Abholtag müssen die Sachen abholbereit vor der Haustür stehen .

Weitere Alternativen

Dagegen spreche, so Czichy, dass „die privaten Schrotthändler auch weiterhin die Stadt systematisch befahren und dann auch diesen Sperrmüll finden werden. Es gibt nicht mehr den Klüngelskerl von früher. Das sind durchorganisierte Firmen. Die sind über Handys miteinander vernetzt.“

Bei der Stadt Oberhausen denkt man daher über andere Alternativen nach: Zum einen über eine sogenannte Wertstofftonne plus, die kleine Elektrogeräte aufnehmen kann. Doch was ist mit Fernsehern oder Waschmaschinen? „Solche Elektroaltgeräte könnten direkt aus der Wohnung oder dem Keller abgeholt werden.“ Dies wäre natürlich – gerade auch für ältere Bürger – ein toller Service. Es stellt sich aber eine entscheidende Frage, weiß auch Czichy: Wie hoch sind die Kosten? „Das muss noch geklärt werden.“

Frank Helling



Kommentare
23.09.2012
11:10
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von Sekiwake1 | #6

Vielleicht könnte die Stadt Oberhausen für die kleinen Elektrogeräte (so bis zur Größe Mikrowelle / Computer) das Schadstoffmobil "mobiler" machen. Dort wird ja sowieso Elektrokleinschrott gesammelt. Vielleicht könnten die Mitarbeiter vor oder nach Ihren festen Standzeiten in den jeweiligen Bereichen noch zu angemeldeten Adressen fahren und dort dann den Elektrokleinschrott abholen. Das wäre für ältere Menschen bestimmt auch eine gute Lösung.

21.09.2012
10:41
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von DonKlosimHals | #5

Wenn die ersten Zwacken gezahlt werden müssen,die ersten Anzeigen geschrieben sind und sich das durch das gut vernetzte System der Schrottis rum gesprochen hat wird es um einiges ruhiger und saubere in unserer Stadt.Und wie schon einer geschrieben hat fahren die mit roten Kennzeichen und die meisten Fahrzeuge sind noch nicht einmal Verkehrssicher, welches auch ständige Kontrollen dieser Fahrzeuge durch die Polizei erfordert um denen mal klar zu machen das hier keine Rechtsfreiheit herrscht und jeder machen kann was er will.Und wie viele von denen zudem noch Hartz 4 beziehen möchte ich gar nicht wissen bzw kann man nur erahnen....

21.09.2012
10:33
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von DonKlosimHals | #4

Um dem Problem Herr zu werden muss man sich nicht um die Pitts kümmern sondern dem Bürger die Möglichkeit einer Sonder Abholung anbieten.Jede Woche ein Stadtteil,ein Fahrzeug, zwei Mitarbeiter.Diese Massnahme trägt sich von alleine aus dem Erlös der Wertstoffe.Und vielleicht können noch zwei Arbeitsplätze geschaffen werden.Denn ganz einfach was am Sperrmülltag nicht draussen steht kann auch von den Schrottis ( Romaclans) nicht eingesammelt werden.Dazu erlässt die Stadt ganz einfach ein Verbot das Elektrogeräte,Metalle und sonstiger Schrott nicht mehr an den Strassenrand gestellt werden dürfen.Desweiteren könnten Ordnungskräfte Streife laufen und denen Knöllchen verpassen wegen Unnützem Hin- und Herfahren ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit nach § 30 Abs. 1 Satz 3 StVO und wird mit einem Bussgeld von 20 Euro geahndet.[1] Der Tatbestand ist erfüllt, wenn man ohne Notwendigkeit innerhalb einer geschlossenen Ortschaft eine Strecke mehrmals abfährt und dadurch andere belästigt werden

21.09.2012
09:10
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von anfang4711 | #3

..und die Fahrzeuge fahren mit Roter Nummer und Kurzkenneichen durch die Gegend .Nätürlich ohne KfZ Steuer zuzahlen.Glück Auf

1 Antwort
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von matti498 | #3-1

Für rote Nummern und Kurzzeit-Kennzeichen zahlt man eine pauschale Steuer.

21.09.2012
08:32
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von leseraa | #2

Das Problem kännte die Stadt doch schnell lösen, wenn sie es nur wolte.

In DU bspw. passiert sowas nicht, denn dort wird der Spermüll nicht straßenzugweise vor die Tür gestellt und mit Abfuhrkalendern geradezu Werbung für den Mülltourismus gemacht - dort vereinbart man Termine.

In OB scheint es keinen wirklich zu interessieren.....

20.09.2012
17:54
Umweltamt ermittelt gegen private Schrottsammler
von Haschpapa | #1

ist echt ein Witz,
das aus dem Müll kein Diesel gemacht wird,
pbwohl das leicht möglich wäre
und die Städte reich machen könnte.....

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