Übernachtungszahlen sind in Oberhausen erstmals gesunken

Locken viele Touristen in die Stadt: Gasometer und Rehbergerbrücke am Kanal.
Locken viele Touristen in die Stadt: Gasometer und Rehbergerbrücke am Kanal.
Foto: WAZ/FotoPool
Was wir bereits wissen
Jahrelang stiegen die Übernachtungszahlen. Jetzt gab es erstmals ein Minus. Experten sehen aber noch Bedarf für ein Hotel am Centro.

Oberhausen.. Zehn Jahre lang war der Oberhausener Hotelmarkt der dynamischste in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Übernachtungszahlen stiegen stetig. Nach Einschätzung des Beratungsunternehmens Schollen Hotelentwicklung GmbH wird sich das in dieser Intensität nicht fortsetzen. Im ersten Quartal dieses Jahres verzeichneten die Hoteliers sogar einen Rückgang der Übernachtungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,9 Prozent auf 102.384, bei den ausländischen Gästen um 10,1 Prozent.

Was sind die Gründe? Franz Muckel, Geschäftsführer von Tourismus und Marketing: „Weniger Messen, weniger attraktive Messen, ein Stückewechsel beim Musical, kein Ausstellungswechsel im Gasometer.“ Die vom statistischen Landesamt veröffentlichten Daten seien eine Momentaufnahme. Man müsse ein ganzes Jahr betrachten, um eine Analyse anstellen zu können. „Im März ging es wieder leicht aufwärts, beim April sprechen die Hoteliers wieder von besseren Zahlen.“ Für irgendwelche Panikmache sei also überhaupt kein Anlass.

Oberhausen auf dem achten Platz

So sieht das auch der Hotelmarkt-Report der Schollen GmbH, mit dem erstmals ein qualitatives Ranking der 15 größten NRW-Städte vorliegt. Spitzenwerte bei der Bettenauslastung und jahrelange Steigerungen bei der Zimmernachfrage haben dafür gesorgt, dass Oberhausen bei der Gesamtbewertung auf Platz acht landete – beispielsweise vor Duisburg, Bochum oder Bielefeld. Und das als kleinste der untersuchten Städte, die dazu noch in einem schwierigen touristischen Gebiet liege.

Die Autoren des Berichts, der sich an Investoren, Projektentwickler, Hotelgesellschaften und Banken richtet, gehen in den kommenden Jahren von moderat steigenden Übernachtungszahlen aus. Potenzial für in ein neues Hotel im niedrigeren Preissegment sehen sie im Bereich des Centros. Denn das Einkaufszentrum und die angrenzenden Freizeiteinrichtungen seien weiterhin die maßgeblichen Tourismus-Faktoren. Muckel: „Mit Europahaus und Gerlach-Thiemann haben wir ja auch zwei Hotelbetriebe verloren.“

Auslastung: 45,7 Prozent

24 Beherbergungsbetriebe mit 2475 Betten plus 55 Campingstellplätze zählte die Landesbehörde im ersten Quartal dieses Jahres. Die Auslastung betrug 45,7 Prozent (1. Quartal 2014: 47,3 Prozent). 48 812 Gäste wurden gezählt (2014: 49 462).

Zum Vergleich: In NRW stiegen die Übernachtungen um 3,7 Prozent, die mittlere Auslastung der Hotels betrug aber nur 38,1 Prozent. Zurück gingen die Übernachtungen im ersten Quartal 2015 auch in den Nachbarstädten: in Essen um 3,7, in Mülheim um 5,3 und in Duisburg um 0,8 Prozent.