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Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück

05.09.2013 | 10:00 Uhr
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
Foto: Uwe Schaffmeister

Oberhausen.  Am ersten Tag nach den Sommerferien ließen überfüllte Busse der Stoag Oberhausener Schüler an Haltestellen zurück. Der Konflikt zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung steuert unterdessen auf eine neue Eskalation zu.

Wie schon in den Vorjahren hat der Beginn des neuen Schuljahres das städtische Nahverkehrsunternehmen Stoag am Mittwoch vor Probleme gestellt. Am Morgen fanden aufgrund des Andrangs an den Bushaltestellen nicht alle Schüler Platz in teils überfüllten Linienbussen und Einsatzwagen. Manch einer kam zu spät zum Unterricht. Unterdessen steuert der Konflikt zwischen den Busfahrern und der Stoag-Geschäftsleitung über den Dienstplan auf eine neue Eskalation zu: Der Betriebsrat erwägt, beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung zu beantragen, um gegen den nach dem Ende des Ferienfahrplans geltenden Dienstplan vorzugehen .

Streit um Dienstplan

„Das hat noch nicht so geklappt, wie wir uns das erhofft haben“, sagte Stoag-Sprecherin Sabine Müller auf Anfrage zu den Wirren im morgendlichen Schülerverkehr. „Es sind Schüler stehen geblieben, die nicht mitfahren konnten, weil der Bus zu voll war.“ Genaue Angaben über das Ausmaß der Probleme könne sie zunächst nicht machen, so Müller. Es werde einige Tage dauern, „bis sich alles sortiert hat“.

So wüssten viele Schüler noch nicht, welche Busverbindung für sie die beste ist. Zudem werden einige Schulwechsler in den ersten Tagen von Eltern begleitet, was den Andrang auf die Busse verstärkt. „Wir haben es mit Faktoren zu tun, mit denen wir nicht planen können“, so Müller. „Es ist ein Phänomen, das wir jedes Jahr beobachten: Vor den Sommerferien klappt es, nach den Ferien mit dem selben Fahrplan aber nicht.“ Die Stoag will die Situation beobachten und gegebenenfalls nachbessern, kündigte Stoag-Geschäftsführer Werner Overkamp an.

Derweil verschärft sich der Streit im Unternehmen: Nach dem Ferienende lässt Overkamp die 350 Beschäftigten im Fahrdienst nach einem Dienstplan arbeiten, dem der Betriebsrat nicht zugestimmt hat. Die Arbeitnehmerseite beklagt viel zu lange Schichten, unregelmäßige Arbeitszeiten und Kurzpausen, die nicht eingehalten werden könnten. Stoag-Chef Overkamp räumt ein, dass Pausen nur noch in geringerem Umfang als Arbeitszeit angerechnet werden. Die Mehrbelastung der Mitarbeiter bewege sich aber im akzeptablen Bereich.

Betriebsrat erwägt Antrag auf einstweilige Verfügung

Änderungen der Dienstpläne sind nach dem Betriebsverfassungsgesetz mitbestimmungspflichtig. Der Betriebsrat hatte dem Dienstplan nach dem Fahrplanwechsel am 9. Juni erst nach zähen Diskussionen mit der Geschäftsleitung nur befristet zugestimmt und war auch gegen den Feriendienstplan vorgegangen. Der Wiedereinstieg in den normalen Dienstplan könnte nun zur Nagelprobe werden.

Eine angerufene Einigungsstelle, die einen Gang vor das Gericht noch verhindern könnte, tagt erst am 11. oder am 16. September. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Bereits bei seiner heutigen Sitzung könnte der Betriebsrat aber die Entscheidung darüber fällen, ob er versucht, per einstweiliger Verfügung durch das Gericht den kompletten neuen Dienstplan stoppen zu lassen. Bereits gegen Teile des Feriendienstplans hatte sich der Betriebsrat über diesen Weg erfolgreich gestemmt. „Dazu werden wir eigentlich genötigt“, sagte Betriebsrats-Vize Herbert Michalik. „Der Dienstplan ist mit uns nicht richtig verhandelt worden. Mitbestimmungsrechte wurden missachtet.“ Das Arbeitsgericht kann Verstöße gegen eine einstweilige Verfügung mit einem Ordnungsgeld belegen.

Michalik machte aber deutlich, dass die Fahrgäste unter dem Konflikt zunächst nicht leiden sollen. „Zunächst wird der Fahrdienst nicht eingeschränkt.“

Christian Icking


Kommentare
06.09.2013
11:29
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von ecki47 | #12

Das nennt sich dann ÖPNV, in was für einer armseligen Zeit und Gesellschaft leben wir
nur !!!!!!!! Unsere schulpflichtigen Kinder kommen nicht zur Schule( sie ist ja nicht um die Ecke,es muß ja eine Gesamtschule sein und wenn es geht 5-7 km Fußweg !)
Aber im Frühjahr und im Herbst werden die Fahrpreise erhöht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Was gehen uns die Fahrgäste an, Hauptsache der Reibach stimmt !!!!!!!!!!!!!!

1 Antwort
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von Codemancer | #12-1

Ein weiterer Nebeneffekt ist, dass man ab einer bestimmten Zeit auch nicht mehr vernünftig zur Arbeit kommt.

06.09.2013
09:52
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von Sub-Zero | #11

Alle Jahre wieder. Fängt das Schuljahr nach den Sommerferien an. UNGLAUBLICH!!!!!

Um die Inkompetenz der STOAG mal zu beschreiben: Ich wohne an der Strecke der 953. Da wurde der Takt von 20 Minuten auf erst 30 Minuten gekürzt und fährt mittlerweile nur noch jede Stunde. Dieser Bus fährt an mehreren Schulen vorbei, unter anderem der GSO. Morgens gut gefüllt wie man sich ja vorstellen kann. Welcher Bus wird eingesetzt: ein normaler langer Bus. Sonntags hingegen habe ich schon mehrere Male mitbekommen das die langen Pendelbusse eingesetzt werden. Da frage ich mich: FÜR WEN??????? Oder brauchen die Busse Auslauf????

06.09.2013
09:40
Überfüllte Stoag-Busse - Phänomen
von ruhrgebietwest | #10

„Es ist ein Phänomen, das wir jedes Jahr beobachten.."

verstehe , wie Weihnachten, Schneefall, Sommer und Hitze. Ach ja, und die Unfähigkeit Arbeitskämpfe konstruktiv zu führen, eben nicht zu Lasten der Schwächsten, nämlich Schüler, Kranke und Senioren. Alle anderen fahren inzwischen wieder Auto und pfeifen auf die STOAG. Warum wohl?

1 Antwort
Überfüllte Stoag-Busse
von ruhrgebietwest | #10-1

Hab mein Ticket 1000 übrigens vor 2 Jahren gekündigt. Kann mir dafür einen Zweitwagen leisten, alt aber bezahlt. Die 80 Euronen im Monat hab ich mir geschenkt. Fahre jeden Werktag Ruhrgebiet-Rheinschiene und zurück, ohne StOAG und DB meistens pünktlich. Und wenn Stau, dann stehe ich übrigens je nach Bedarf mit Klimaanlage , Heizung und Musik, Kippe an (wenn i c h will) auf der BAB; und benötige trotz Dauerstau zwischen Doofdorf und Ruhrgebiet immer noch weniger Zeit als mit dem ÖPNV. Vor allem ohne Umsteigen. Das finde ich Klasse. Und dafür machen die Führungskomiker Projektgruppen, Kundbefragung und Prognosen, wo die Gründe für die Unzufriedenheit liegen.Ändern können und wollen sie es eh nicht....Es geht wohl wie immer nur um Macht. Von mir aus. Mir machts nix....

06.09.2013
09:17
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von aberlouer | #9

Ist schon interessant: Da beobachtet man jedes Jahr das gleiche Phänomen, aber vorbereitendes Planen ist für die kompetente Führungsriege der Stoag nicht möglich.
Und die Kompetenz wird bestimmt noch steigen, wo doch Hr. Klunk jetzt dort eine Vollzeitstelle bekommen hat.

06.09.2013
02:20
AUS STAOG!!!
von zeitungslesender | #8

die busse sind in den schulzeiten zu bestimmten zeiten IMMER ZU VOLL!!!
turnen im bus, pöbeln, asisprüche, übelste fäkalsprache SIND STANDARD:
busfahrer überfordert...KEINE CHANCE!!!
zeitweise gleichen die busse einem VIEHTRANSPORT:gestern wieder mal erlebt...!!!

ZWEIFEL STOAG??? dann setz ich mal paar videos bei youtube ein!!!

nicht rumlabern (die armen busfahrer) sondern HANDELN!!!

1 Antwort
Überfüllte Schulbusse gab es schon vor 50 Jahren
von putti | #8-1

Diese Diskussion wird wahrscheinlich geführt seit es Schulbusse gibt.
In vielen Orten gibt es Kinder die nicht mitgenommen werden weil der Buss voll ist.
Die Ungezogenheiten im Schulbuss gab es auch schon immer, ich kann mich erinnern, Das größere Schüler den Busfahrer mit Schneebällen bewarfen, bis dieser die Weiterfahrt verweigerte.
Deshalb weiter, aber unaufgeregt, daran arbeiten, dies ist keine Zeiterscheinung

05.09.2013
15:19
#5 sehe ich auch so,
von meigustu | #7

da hilft nur Dienst nach Vorschrift. Teilweise sind die Pausen sogar gesetzlich vorgeschrieben, der Busfahrer haftet also persönlich wenn er die nicht einhält.

05.09.2013
15:16
Neue Situationen
von drregrewz | #6

Das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass die Schule beginnt und das Personenaufkommen steigt.
Da konnte doch keiner drauf vorbereitet sein...

05.09.2013
15:03
dass Pausen nur noch in geringerem Umfang als Arbeitszeit angerechnet werden.
von sfpro | #5

Tja, dann gehts denen mal wie normalen Angestellten: Pausen sind keine Arbeitszeit und werden nicht bezahlt. Ob 30 Minuten oder 1 Stunde ... und wer in der Pause arbeitet, der hat halt Pech.

05.09.2013
14:54
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von WaddeHaddeDuddeDa | #4

Besser als das volle Schüler den Bus zurücklassen... ;-)

1 Antwort
*lol*
von sfpro | #4-1

Der ist gut!

05.09.2013
12:52
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von Fakeman | #3

"„Wir haben es mit Faktoren zu tun, mit denen wir nicht planen können“, so Müller. „Es ist ein Phänomen, das wir jedes Jahr beobachten:..."

Also wenn es sich doch in jedem Jahr um denselben Schlamassel (Begleitende Eltern, ahnungslose Schüler) handelt, dann hat sie doch was zum planen, oder?

2 Antworten
Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von Grobian57 | #3-1

So geht das aber nicht, Fakeman!
Kommen Sie Managern nicht mit Logik oder gar mit gesundem Menschenverstand, das ist unfair!
Denken stört doch nur beim Geldzählen...

Überfüllte Stoag-Busse lassen Schüler an Haltestellen zurück
von Fakeman | #3-2

Oh, sorry...

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