Turbinenhalle in Oberhausen vergrößert sich erneut

Schlange stehen vor der Oberhausener Turbinenhalle: Ein weiterer Hallenbereich für kleine Konzerte soll im Lipperfeld nun hinzukommen.
Schlange stehen vor der Oberhausener Turbinenhalle: Ein weiterer Hallenbereich für kleine Konzerte soll im Lipperfeld nun hinzukommen.
Foto: Fabian Strauch
Was wir bereits wissen
Betreiber der Turbinenhalle in Oberhausen heizt mit weiterer Halle den Konkurrenzkampf an. Ziel sind die kleineren Konzerte mit bis zu 500 Besuchern.

Oberhausen.. Der Veranstaltungsmarkt in Oberhausen steht weiter unter Strom: Grund dafür ist ein neuerliches Wachstum der Turbinenhalle im Gewerbegebiet Lipperfeld. Nach Informationen unserer Redaktion plant der Betreiber eine zusätzliche Halle, die vor allem auf kleinere Konzerte mit bis zu 500 Zuschauern zielt. Bauarbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen.

Neue Halle wäre dann der siebte Turbinenhallen-Bereich

Wahrscheinlich ist, dass ein bisher ungenutzter Teilbereich der 1909 erbauten ehemaligen Industriehalle für Strom und Energie der Gutehoffnungshütte (GHH) zu einer weiteren Konzertstätte umgerüstet wird. Konkret wollte dies Turbinenhalle-Chef Michael Neumann auf Nachfrage so zwar nicht bestätigen, wohl aber, „dass in nächster Zeit auf dem Areal Veränderungen anstehen, die auf eine Vergrößerung des momentanen Angebots zielen“.

Konzerthalle Bisher besteht die Turbinenhalle aus den Hallen „Main Hall“ (1000 Quadratmeter) und „Turbinenhalle 2“ (850 Quadratmeter), der ehemaligen Soccerhalle (1600 Quadratmeter), der Diskothek „Steffy“ (830 Quadratmeter), der „Kammer“ und dem „Cosmo“ (jeweils 350 Quadratmeter). Erst Ende 2014 wurde die „Turbinenhalle 2“ mit einem Budget von zwei Millionen Euro umgebaut und durch einen Anbau ergänzt. Hier finden bis zu 1800 Besucher Platz.

Viele vergleichbar große Hallen in der nahen Umgebung

Mit einer neuen Kleinhalle heizt die Turbinenhalle den Konkurrenzkampf in der Stadt weiter an. Zur Einordnung: Der benachbarte Kulttempel (Mülheimer Straße) bietet eine vergleichbare Kapazität, ähnlich sieht es mit dem Resonanzwerk (Essener Straße), Ebertbad (Ebertplatz), Zentrum Altenberg (Hansastraße) oder Druckluft (Am Förderturm) aus.

Nachtleben Bisher unterschieden sich die kleineren Veranstaltungshäuser vornehmlich durch ihre teils thematische Spezialisierung und eine hohe Quote an Stammpublikum. Ein neuer „Alleskönner“ könnte die Situation auf dem Markt aufmischen, müsste sich aber schnell einen entsprechenden Ruf erarbeiten.

Dazu gehören freilich neben der verkehrstechnischen Anbindung auch die Hallenakustik und Konzerttechnik. Hier mussten die Turbinenhallen-Betreiber nach Startschwierigkeiten in der „Turbinenhalle 2“ nachjustieren, eine kostenintensive Technik-Anlage gehörte zu den Investitionskosten.

Auch 150 neue Parkplätze im Lipperfeld geplant

Fest steht: Der Parkplatz an der Turbinenhalle wird um 150 Stellplätze erweitert. Ein Grundstück zur Straße „Im Lipperfeld“ ist hinzugekommen und wird aufbereitet. In der Nähe befindet sich auch der Fußweg zur Turbinenhalle.

Kommentar zum Thema: Strukturwandel fängt erst an

Schon wieder ein neuer Bereich für die Turbinenhalle — es ist der siebte. Klingt unlogisch? Ist aber logisch! Die Turbinenhalle kämpft hartnäckig mit dem Strukturwandel — und schraubt am Image. Die Tage der Großraumdiskothek sind vorbei. Riesige Industriehallen lassen sich nicht mehr lohnend mit der wöchentlichen Disco betreiben. Junge Partygänger wollen Event, Motto und Besonderes, ziehen aber immer später in der Nacht auf die Tanzflächen. Mit sinkenden Getränkeeinnahmen und zugleich hohen Personal- und Logistikkosten ist das selten ein gutes Geschäft. Daher setzt die Hallenbranche auf Konzerte und Festivals und damit geregelte Einnahmen aus der Vermietung.

Mit der neuen Fläche greift die Turbinenhalle ins Kleingeschäft ein, doch sie zielt aufs Große. Alle sieben Bereiche lassen sich verbinden. Die Halle möchte rustikale Erinnerungen aus der Diskotheken-Zeit abschütteln und für Großveranstalter interessant werden. Die anvisierte Konkurrenz heißt nicht Resonanzwerk & Co., sondern Gruga- und Westfalenhalle.