Trotz Streik-Pause: Verdi startet Aktionen

Verschnaufpause für Oberhausener Eltern: Der Streik der Erzieherinnen und Erzieher, der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter wird ab Montag vorerst unterbrochen. „Der Streik ist nur ausgesetzt – nicht beendet“, erklärt dazu Henrike Greven, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Oberhausen/Mülheim.

Nach einem zähen Verhandlungsmarathon für die bundesweit 240 000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst waren am Mittwochabend die Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt worden. Die Gespräche sollen in einer Schlichtung fortgesetzt werden. Der Vorsitzende des hiesigen Ortsverbandes der Komba Gewerkschaft NRW, Reiner Lorenz, ist mit dem Ausgang der Verhandlungsrunden nur mäßig zufrieden: „Dass es nun zu einer Schlichtung kommt, anstatt zu einem befriedigenden Abschluss ist zwar etwas enttäuschend, aber diese Gespräche bieten ebenso auch eine Chance, für alle Beteiligten eine vernünftige Lösung zu finden.“

Verärgert zeigte sich Monika Reuschenbach, Erzieherin und Personalrätin der Stadtverwaltung Oberhausen, über die aus ihrer Sicht mangelnde Kompromissbereitschaft der kommunalen Arbeitgeber. „Dieses Mini-Angebot für diese Berufsgruppen bedeutet keine Aufwertung, sondern ist lächerlich.“

Mit der Schlichtungsvereinbarung gehen nach vier Wochen Streik die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst ab Montag wieder zur Arbeit. Es herrscht Friedenspflicht.

„Wir hoffen, dass es nun in der Schlichtung einen Kompromissvorschlag geben wird, der wirklich eine Aufwertung alle Berufsgruppen beinhaltet. Uns ist klar, dass dieser Streik nicht ökonomisch entschieden wird“, erklärt Verdi-Chefin Greven. „Es geht weiterhin darum, um Verständnis für unsere Forderungen in der Öffentlichkeit zu werben. Wir wollen mit unseren öffentlichen Aktionen, den Druck bis zum Ende der Schlichtung aufrechterhalten.“ Greven bedankt sich bei den Oberhausener Eltern, die in den vergangenen Wochen große Unterstützung und Verständnis gezeigt hätten.

Ab Montag startet Verdi weitere Aktionen – außerhalb der Arbeitszeit – solange die Schlichtung läuft. Täglich werden Beschäftigte aus dem Sozial- und Erziehungsdienst an der Mülheimer Straße die Aufwertung zum Thema machen – zwischen 7 und 8 Uhr sowie von 16.15 Uhr bis 16.45 Uhr .