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Trittsteine zum Durchbruch

09.01.2010 | 09:00 Uhr

Eine Oberhausener Computerfirma entwickelte mit "Brixx" ein Strategiespiel für die Xbox und den PC.

Der Jugendtraum, einmal die große Abenteuergeschichte zu erzählen, spukt immer noch im Kopf von Marc Andre Ueberall. Die einen schreiben ein Buch. Der 33-Jährige schreibt einen Kode: „Brixx” heißt das Computerspiel des relativ jungen Gamestudios „BigBlackBlock” aus Oberhausen.

Welten schaffen

Und obwohl das Programm für die Xbox-Konsole und den Personal Computer keine Geschichte hat, sondern die Umsetzung eines Strategie-Brettspiels ist – Othello oder Reversi –, ist dies für die Aufsteigerfirma vielleicht ein Zwischenschritt zur großen Abenteuererzählung: „Die Welt zu schaffen, in die Menschen für kurze Zeit abtauchen”, fasziniert Ueberall. Computerspiele sind eben das moderne Erzähl- und Theatermedium – über vier Millionen Europäer erleben die Geschichten von World of Warcraft, agieren als Elfen und Zwerge.

Davor liegt für Ueberalls Firma und ihre zwei Mitarbeiter ein weiter Weg. Oder auch nicht: „Die Firma Crytek war vor acht Jahren noch 'die drei Brüder'”, sagt der 33-Jährige. Heute werden die Entwickler des Shooters „Far Cry” als millionenschwere Avantgarde der Spielszene gehandelt. „Bigblackblock” gibt es seit 2005. Und klein anzufangen, bedeutet jetzt noch, viel Freizeit in Projekte zu stecken, ohne auf großen Gewinn zu hoffen. „Der Fehler vieler kleiner Firmen besteht darin, den Preis für ein Spiel zu hoch anzusetzen, weil man lange daran gearbeitet hat”, sagt er.

Szene schläft nicht

Brixx kostet schon deshalb nur einen Euro, weil das Runterladen über das Xbox-Portal „Live Indie Games” die Vertriebskosten spart. Die Masse macht's – einen Euro zahlt man eher für ein unbekanntes Programm als fünf oder mehr. Drei Monate saßen Ueberall und Co an dem Othello-Ableger. Neben Games arbeiten die sie noch an ihrer eigenen Engine – dem Programm-Motor eines Spiels, wenn man so will.

Damit kann man ein Strategiespiel ebenso basteln wie ein Action- oder Sport-Game, übrigens das nächste Ziel von BigBlackBlock. Doch im Ruhrgebiet schläft die Szene nicht: Mülheim hat die Gamesfactory. Piranha Bytes, die die Gothik-Serie entwickelten, sitzen in Essen. Und BigBlackBlock? Zumindest die Zunge bleibt an diesem Namen hängen – und das ist schon mal ein guter Anfang.

Weitere Infos zu Brixx und BigBlackBlock: www.bigblackblock.de

Dennis Vollmer

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