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Trauer kennt keine Zeit

31.10.2012 | 18:10 Uhr
Trauer kennt keine Zeit
Lebensbänder flechten die Kinder in der Trauergruppe, damit sie das Positive in ihrem Leben nicht aus den Augen verlieren.Foto: Tom Thöne

Oberhausen. Die Zeit heilt alle Wunden, heißt es. Aber das stimmt nicht. Es gibt Wunden, die bis ans Ende der Zeit nicht verheilen. Das Leben geht weiter, heißt es. Aber das kann nicht sein. Denn es gibt Augenblicke, in denen die Welt stillsteht bis ans Ende aller Tage. Für Christian (13) und Horsti (12) war es so, als ihre Väter starben.

Und Leon (8) kann bis heute nicht fassen, dass er nach seiner geliebten Mama nun auch noch den Opa verloren hat. Alle drei besuchen „Sternenzelt “, eine Gruppe für trauernde Kinder.

Die Trauerbegleiterinnen Karin Degen und Susanne Overbeck knüpfen ein Netz für die Seelen der Kinder: Sie fangen auf, halten fest, lassen los. Heute flechten die Jungs Lebensbänder. Ein Knoten steht für traurige Erlebnisse, eine Perle für schöne Momente. „Die Einschulung war ein trauriger Tag“, erzählt Horsti und ergänzt, dass er eigentlich danach einen Knoten an den anderen reihen müsste. „Denn blöd ist es in der Schule bis heute geblieben.“ Ach ja, nur die eine Klassenfahrt, die sei cool gewesen. „Und der Kindergarten, wie war der?“ will Christian wissen. „Oh, ja“, erinnert sich Horsti plötzlich, „der war auch cool“.

Christians Papa starb vor vier Jahren an einem Herzinfarkt. Seitdem kommt er in die Steinbrinkstr. 158. Nicht mehr regelmäßig, aber immer wieder. „Ich fühle mich hier gut“, sagt er. Hier könne er sprechen, traurig sein, sich erinnern. „Ich kann in der Gruppe besser reden als bei Mama.“ Ohne schonen zu müssen. Außerdem seien die Jungs lustig. „Wir lachen viel.“ Die Mutter hat einen neuen Lebenspartner gefunden. Für Christian ist das in Ordnung.

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    Seite 2: Neue Lebenspartner
    Seite 3: Genau hingucken

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