Torsten Bauer zeigt sein Solo "Helden wie wir"
10.11.2009 | 18:25 Uhr 2009-11-10T18:25:00+0100Oberhausen. Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls brachte Torsten Bauer sein Solo-Programm „Helden wie wir” am vergangenen Montagabend in die b.a.r. des Theaters. Das Theaterstück ist die Bühnenversion des großen 1995 erschienenen Nachwenderomans gleichen Namens von Thomas Brussig.
Torsten Bauer ist Klaus Uhltzscht, der Protagonist des Stückes, dessen Name unaussprechlich scheint. Er wächst als Einzelkind in der ehemaligen DDR auf. Seine Eltern, der Vater Stasi-Spitzel und die Mutter Hygieneinspektorin, könnten gegensätzlicher nicht sein. Die Mutter ist ein eher ausgeglichener Typ, fürsorglich und achtsam. Der Vater ist das genaue Gegenstück: mürrisch, schweigsam und mit einer Einstellung, die ein enormes Desinteresse an allem und jedem widerspiegelt. Besonderes Desinteresse bringt er seinem Sohn entgegen. Egal, mit welchem Anliegen Klaus daherkommt, der Vater antwortet stets: „Verjiss et!” So erscheint es nicht verwunderlich, dass Klaus sich als Versager fühlt und unter großen Minderwertigkeitskomplexen leidet. Doch Klaus kann eigentlich kein Versager sein: War er es doch, der die Mauer, die einst Deutschland teilte, mittels eines einzigen Körperteils zum Einsturz brachte. Wer hätte das gedacht: Klaus Uhltzscht, der sich als ein Niemand, als ein Versager fühlt, war derjenige, der die Nacht vom 9. November 1989 historisch machte.
„Helden wie wir” ist eine Geschichte über einen heranwachsenden jungen Mann, der sich irgendwie anders fühlt. Er fühlt sich nicht anerkannt und gerade in Sachen Sexualität kann er nicht das Wissen vorbringen, das andere Kinder, besonders die im Ferienlager, zu haben scheinen. Sein Leben ist ein stetes Ringen um Anerkennung. Zum einen ein Außenseiter, leidet er doch ein wenig unter Größenwahn. Oder wer behauptet sonst von sich selbst, die Berliner Mauer zum Einsturz gebracht zu haben?
Außenseiter mit Größenwahn
Torsten Bauer verkörpert durch sein Auftreten, seine Mimik und Gestik einen stereotypen Außenseiter. Dass sich aber hinter diesem Außenseiter-Typen ein wahrer Held verbirgt, ist zunächst nicht klar. Umso mehr wird das Zwerchfell der Zuschauer beansprucht, als er mit der Wahrheit herausrückt und gesteht: „Ich war's.” Über das gesamte Spiel hält Torsten Bauer konstant sein Niveau. Mit einer authentischen Verkörperung des Klaus Uhltzscht schaffte er es, den Zuschauern einen Blick in das Alltagsleben eines heranwachsenden jungen Menschen in der DDR zu gewähren.

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