Toller Erfolg für das Vier-Euro-Ticket in Oberhausen

Die beiden Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk und Werner Overkamp vor der Stoag-Zentrale in Buschhausen.
Die beiden Stoag-Geschäftsführer Peter Klunk und Werner Overkamp vor der Stoag-Zentrale in Buschhausen.
Foto: Ute Gabriel
Was wir bereits wissen
Die Stoag-Kunden nehmen das Pilotprojekt „Vier-Euro-Ticket“ in Oberhausen gut an. Einer der Gründe dafür ist die schwache Kaufkraft der Bürger.

Oberhausen.. Das vor einem Jahr gestartete Pilotprojekt für den gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) in Oberhausen, das billigere City-O-Ticket, wird von den Fahrgästen der Stoag gut angenommen. Seit dem Start sind die Verkaufszahlen kontinuierlich gestiegen – auf über 5300 im Monat.

Der Erfolg der Vier-Euro-Fahrkarte überrascht Stoag-Chef Werner Overkamp nicht. „Auf Preiserhöhungen im VRR reagieren die Oberhausener deutlich sensibler als andere, auch weil ihre Kaufkraft geringer ist. Deshalb haben wir das günstige Ticket für beliebig viele Fahrten innerhalb von vier Stunden im Stadtgebiet eingeführt.“ Das Pilotprojekt werde mit Sicherheit in Oberhausen weitergeführt.

Zum Centro viel zu teuer

Viele Bürger empfinden die Einzel- und Vierfahrten-Tickets für die in Oberhausen typischen kurzen Fahrten zwischen den drei Stadtzentren als viel zu teuer. So kostet selbst die schnelle Strecke vom Hauptbahnhof zum Centro schon 2,60 Euro – Hin- und Rückfahrt machen also 5,20 Euro aus (Preisstufe A1). Für ein Vier-Fahrten-Ticket ist man 9,60 Euro los.

Im Vergleich dazu ist das Vier-Euro-Vier-Stunden-Ticket City-O tatsächlich ein Schnäppchen. Nach 19 Uhr oder an Wochenenden kann man damit im Stadtgebiet sogar eine weitere Person mitnehmen – für die abendliche Tour zum Biergarten reicht das meist vollkommen aus. Das City-O-Ticket gibt es bisher nicht an Fahrkartenautomaten, aber immerhin in allen Kundencentern, im Infomobil und in allen Stoag-Bussen.

Auf jeden Euro achten

Dass viele Oberhausener auf jeden Euro achten müssten, zeigt sich auch bei der Entscheidung zahlreicher Stoag-Stammkunden, kein Jahres-Abo an Monatskarten (Ticket 1000 und Ticket 2000) mehr abzuschließen, sondern je nach Bedarf monatlich zuzugreifen. Zwar ist das Abo etwa 1,5 Monatstickets günstiger als der regelmäßige monatliche Kauf, doch wenn man zwei Monate im Jahr keine Fahrkarte benötigt, kommt man mit dem Einzelkauf von Ticket 1000/2000 günstiger weg. So stieg der monatliche Verkauf der Monatstickets um 17 Prozent – auf 5000 Stück. Insgesamt haben sich allerdings 29 600 Kunden für ein Abo entschieden – wertvolle treue Kunden für die Stoag.

Ein Indiz für die schwache Finanzlage vieler Oberhausener ist auch der gute Verkauf des Monats-Sozialtickets, das der VRR „Mein Ticket“ getauft hat. Als Preisstufe-A-Ticket kostet es für ärmere Bürger nur 30,90 Euro im Monat (statt 66 Euro). Der Verkauf dieses Tickets stieg bei der Stoag 2014 um 8,8 Prozent auf 3400 Stück im Monat.