Todesfälle überschatten Hilfsflug
05.11.2007 | 17:38 Uhr 2007-11-05T17:38:00+0100Ein halbes Jahr lang wurde der 41. Hilfsflug des Friedensdorfes nach Angola vorbereitet. Gestern Abend hob das Flugzeug vom Flughafen Düsseldorf in Richtung Luanda ab, um Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland zu holen.
Sechs Monate lang haben Eltern, Ärzte, Lehrer und Mitarbeiter von Gesundheitsstationen in dem afrikanischen Land Kinder vorgeschlagen, die zur Behandlung nach Deutschland fliegen sollten. Nicht alle Eltern gaben dazu ihre Einwilligung, obwohl die Ärzte in Angola ihnen erklärten, dass sie für die Kinder nichts mehr tun können - außer den Weg nach Deutschland zu vermitteln. „Die Eltern haben das Recht dazu und die Pflicht, für ihre Kinder die Entscheidung zu treffen”, zeigt Friedensdorf-Leiter Ronald Gegenfurtner Verständnis. In anderen Fällen hätten die Familien ihre Ängste überwunden und ihre Kinder mit auf den Flug geschickt, „weil sie verstanden haben, welche Chance darin für die Kinder liegt, die ihnen in der Heimat nicht geboten werden kann.” Doch trotz aller Mühen der angolanischen Ärzte, trotz aller Anstrengungen der Friedensdorf-Partner in Angola, trotz aller Fürsorge der Familien kann zwei Kindern nicht mehr geholfen werden. Je ein Kind aus den Provinzen Bie und Huambo können die Reise nach Deutschland nicht mehr antreten, so Gegenfurtner. Beide starben in den letzten Tagen an ihren angeborenen Missbildungen. „So schwer es für alle Beteiligten ist zu begreifen, dass hier keine Hilfe mehr geleistet werden kann, so klar ist auch, dass viele Familie keine Möglichkeit haben, ihre Kinder überhaupt vorzustellen”, betont Gegenfurtner die Bedeutung der Hilfe. „Diese Kinder dürfen ebenso wenig vergessen werden, wie die, deren Schicksal uns zufällig bekannt wird”, betont der Dorfleiter. Behindernd wirke sich zum einen die mangelnde medizinische Basisversorgung im Landesinneren aus, es gebe oft keine Kommunikation aus den Dörfern mit der nächsten Stadt oder gar der Hauptstadt. Im Flieger nach Luanda saßen gestern 59 Kinder, die in Deutschland erfolgreich behandelt wurden. Am Donnerstag werden 91 kleine Patienten erwartet: „Der größte Angola-Einsatz seit 1994”, sagt Wolfgang Mertens, Friedensdorf-Sprecher.

0mitdiskutieren