Tierkinder locken in den Kaisergarten in Oberhausen

Die kleinen Lämmchen fühlen sich zwischen den großen Tieren ganz wohl.
Die kleinen Lämmchen fühlen sich zwischen den großen Tieren ganz wohl.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Zwergkaninchen-Nachwuchs gehört zu den jüngsten Bewohnern im Tiergehege. Auch Küken und Lämmer haben das Licht der Welt erblickt.

Oberhausen.. Aha! Da haben wir ja den Übeltäter! Nur ganz kurz hat dieses kleine Kaninchen da hinten an seiner Möhre gemümmelt. Dann hat es sich schnurstracks umgedreht und das angeknabberte gesunde Gemüse am Tellerrand einfach liegen gelassen. Tja, bei solch einem verschmähten Mittagsmahl ist es auch wirklich kein Wunder mehr, dass die Aussichten auf warmes Osterwetter nicht besser werden.

Doch es sei ihm verziehen, dem nur handgroßen, äußerst putzigen Nager. Denn auch trotz des angekündigten Wolkenhimmels werden er und seine sieben Geschwister dieser Tage sicher besonders viele Kinder und Erwachsene in den Kaisergarten locken. Der Zwergkaninchen-Nachwuchs gehört zu den jüngsten Bewohnern im beliebten Tiergehege des Oberhausener Kleinods am Rhein-Herne-Kanal. Termingerecht zum christlichen Fest der Auferstehung, Ostern, haben viele Lämmer, Küken und eben Kaninchen das Licht der Welt erblickt.

Nicht ganz zufällig ist das geschehen, gesteht die Biologin Anette Perrey. Die Leiterin des Tiergeheges und ihr derzeit zehnköpfiges Tierpfleger-Team (samt Azubis) achten bei der Schaf- und Ziegenzucht durchaus auf den Kalender. Nicht unbedingt im kalten Winter sollten die Lämmer zur Welt kommen und möglichst zur gleichen Zeit. „Für die jungen Tiere ist es schön, wenn sie andere Lämmer zum Spielen haben“, sagt Perrey.

Winziges schwarzes Lamm

Dennoch gibt es einige Größenunterschiede in den Gehegen: Während die jungfräulich weißen Lämmer der Bentheimer Landschafrasse schon stolze Zaunhöhe erreicht haben, misst das erst wenige Tage alte schwarze Lamm im Gehege gegenüber nur 30 Zentimeter. Eine Frage der Familie, wie sich zeigt: Das schwarze Lamm gehört zur kleinsten europäischen Schafrasse. Selbst ausgewachsen sind die Tiere nicht größer als einen halben Meter.

Gezüchtet wird zwar nur innerhalb der Rasse. Doch schon nach ein paar Tagen üben sich die Jungtiere im Gemeinschaftssinn. Zusammengerückt können Kaisergartenbesucher die Lämmer der Moorschnucken und der Skudden erleben, wie sie sich zum Schutz vor kalten Nieselregen aneinander kuscheln. Angenehm warm haben es derweil die sieben Küken, die im Bauernhof des Tiergartens zu sehen sind.

32 bis 34 Grad warm ist es in dem kleinen Kasten, in dem sich Küken verschiedener Rassen tummeln. Eier der Haubenhühner, Krüper und Westfälische Totleger – man wundert sich über manche Namensgeber – sind bisher geschlüpft. Übrigens ist nur in seltenen Fällen dafür noch die Henne zuständig. „Viele Haushuhn-Rassen haben das Brüten regelrecht verlernt“, sagt Anette Perrey.

Den Nutztieren wurden über zu viele Generationen die Eier stibitzt, damit sie schnell neue legen. Im Kaisergarten gibt es deshalb Brut-Maschinen.

Kleine Vögel auf dem Holzgestell

Am Osterwochenende bringt das Kaisergarten-Team die Küken und Kaninchen zusammen. Auf einem Holzgestell thronen die kleinen Vögel, darunter huschen dann die Nager durch ihr abwechslungsreich gestaltetes Zuhause – über Erdhügel, durch Holztunnel und hoffentlich auch zu dem großen Futterteller mit den angefutterten Möhren.