Tiefgreifende Folgen für Oberhausener Anwohner

An der Oberhausener Kapellenstraße soll ein neues Flüchtlingswohnheim gebaut werden. Bild: Kerstin Bögeholz
An der Oberhausener Kapellenstraße soll ein neues Flüchtlingswohnheim gebaut werden. Bild: Kerstin Bögeholz
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Was wir bereits wissen
Die notwendige Entscheidung der Stadt, neue Flüchtlingsheime zu errichten, greift in die Lebensverhältnisse der Anwohner tiefgreifend ein. Ein Kommentar von Peter Szymaniak

Oberhausen.. Die Stadt greift mit ihren Entscheidungen zu den künftigen Standorten von Flüchtlingsheimen tiefgreifend in die Lebensverhältnisse von Anwohnern ein. Ja, sogar auch in ihr Vermögen. Flüchtlingsheime in der Nähe von Einfamilienhäusern steigern nicht gerade den Wert von Immobilien.

Deshalb sind die Empörung und der Ärger von Anwohnern durchaus verständlich. Sie gehören nun wirklich nicht in die rechtsextreme Ecke gestellt, nur weil sie sich Sorgen um ihre Ruhe, um ihr Geld, um ihre Sicherheit machen. Es ist menschlich, dass die meisten Bürger zwar begrüßen, dass wir Menschen in Not aufnehmen, aber wenn diese Flüchtlinge dann in ihrer Nähe untergebracht werden, doch stark bezweifeln, ob das unbedingt so sein muss.

Oberhausen muss schnell handeln

Ja, es muss sein: Die Welt ist in Unruhe und wir leiden darunter nur zu einem geringen Teil. Städte wie Oberhausen müssen schnell handeln, um Flüchtlinge unterzubringen. Ob sie zu Recht hier sind und bleiben dürfen, prüfen Bundesbehörden und am Ende notfalls Gerichte. Alle haben zwar gewichtige Gründe, zu fliehen, ob Armut, Krieg oder Gewalt. Kein Mensch verlässt die Heimat dauerhaft ohne Not, aber nicht alle Ursachen begründen das Recht, in Deutschland zu bleiben. Diese Menschen werden – trotz häufig schwer zu ertragender Einzelschicksale – auf Basis unseres Grundgesetzes zurückgeschickt.

Standort-Entscheidungen mit solch schweren Folgen für Einheimische müssen von Rathaus und Politik sehr gut begründet werden. Wenn es der einzelne Bürger will, sollte dies detailliert von Fläche zu Fläche passieren. Die Rathaus-Spitze hat in Bürgerversammlungen nachvollziehbar argumentiert, warum sie zu diesen Standorten keine Alternativen sieht. Und angeboten, fragenden Bürgern Detailinfos nachzuliefern. Das ist vorbildlich.

Es ist klar, dass die betroffenen Bürger diese Beschlüsse abklopfen: Nähe, Bodengift, Lautstärke, Naturschutz, schon hoher Ausländeranteil in benachbarten Schulen. Sind alle Fragen beantwortet, sollen sie aber auch Verständnis für die Nöte der Stadt entwickeln, überhaupt geeignete Standorte zu finden. Zu den Flüchtlingen selbst existieren viele unnötige Ängste. Lernt man diese Menschen näher kennen, wird man erleben, dass viele von ihnen herzliche Leute mit einem packenden interessanten Lebensschicksal sind.