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Karneval im Theater

Theater sucht Stunk

09.02.2012 | 11:41 Uhr
Theater sucht Stunk
Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.Die Wette gilt: Sollten sich zur Karnevals-Hitparade „Bumsfallera“ 20 Gäste finden, die als Hitparaden-Moderator Dieter Thomas Heck verkleidet aufkreuzen, werden Dieter (Annika Meier) und Thomas Heck (Martin Müller-Reisinger) unverkleidet – genau genommen: blank – über den Ebertplatz rennen.

Anarchisch

Die gewagte Flitzer-Aktion wäre dann wohl der Höhepunkt der freizügig-anarchischen Karnevalsparty im Theater Oberhausen , die die „Erregung des öffentlichen Ärgernisses“ mit großer Wonne pflegt. Klar ist ebenso: Im Vordergrund der schrillen Show – die startet übrigens zum dritten Mal – stehen die Auftritte von Stargast Lilo Wanders und Hitparaden-Stürmern aus der „guten alten Zeit“: Roberto Blanco, Tina Turner, Marianne Rosenberg, Aretha Franklin oder worauf die Theaterschauspieler auch immer „Bock haben“, sagt Otto Beatus, musikalischer Leiter des Abends. „Es ist für uns eine schöne Abwechslung, mal in parodistische Rollen zu schlüpfen“, findet Schauspielerin Annika Meier, die als „Dieter Heck“ moderiert -- eine echte Spaßbremse übrigens, verrät sie.

Karneval

Doch die Macher suchen ganz offenbar Stunk – das Konzept von „Bumsfallera“ ist jedenfalls deutlich an den berühmten Kölner Alternativ-Karneval angelehnt, „in bester satirischer Tradition des Karnevals“, ergänzt Müller-Reisinger – der als Thomas Heck comoderieren wird – mit ernsthafter Showmaster-Miene. Die Politik, meint er, komme im häufig biederen Karneval leider zu kurz, und die Satire ist auch nicht mehr, was sie war – eben viel zu viel „Comedy“.

Die Gäste dürfen am Freitag also spitze Töne gegen Politspitzen wie Wulff oder gegen die FDP erwarten – „die Freie-Drei-Prozent-Partei“ –, wie man hier im Kreise unkt, und müssen mit Überraschungen rechnen.

Echt progressiv

Zum Beispiel mit Büttenreden, Polonäse und Schunkeln – aber wenn’s wie hier ironisch verpackt ist, machen selbst eingefleischte Karnevals-Muffel mit. Oder mit einem Zweierrat von Hasen gebildet, „wir sind echt progressiv“, meint Heck trocken.

Närrisches Wochenende

Und so ist es auch Teil dieser Logik, dass die Tollitäten Prinz Manfred II. und sein Hofstaat im Theater antanzen werden. Wird jetzt auch der Jecken-Adel veräppelt? So schlimm wird’s nicht kommen, aber „wer nicht auch über sich selbst lachen kann“, meint Gerd Lepges, der selbst aktives Karnevalsmitglied ist, „hat auf der Bühne nichts verloren“.

Restkarten für die Show am Freitag, 10. Februar, sind noch zu haben. Sie kosten zwischen 11 und 22,50 Euro. Im Anschluss an Bumsfallera in der b.a.r: die Karnevals-Party der Alt-Oberhausener Karnevalsgesellschaft 1898. Mit im Boot: Prinz Karneval Manfred II. Info: theater-oberhausen.de, 8578 184.

Dennis Vollmer

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