Theater Oberhausen startet Online-Theatermagazin

Macht Lust auf die ungewöhnliche Aufführung: Szene aus Karsten Dahlems Inszenierung von Schillers „Räubern“.
Macht Lust auf die ungewöhnliche Aufführung: Szene aus Karsten Dahlems Inszenierung von Schillers „Räubern“.
Foto: Scherer
Was wir bereits wissen
Die Oberhausener Bühne setzt mit ihrem neuen Online-Theatermagazin auf einen modernen Medienmix. Wer einen Internet-Zugang hat, kann das Angebot nutzen. Unterhaltsam, informativ, optisch ansprechend und leicht zu bedienen: Das Magazin will kein Fastfood sein.

Oberhausen.. Viele Bühnen geben neben Programm- und Spielzeitheften Magazine heraus. Das Oberhausener Theater macht das ab sofort auch. Sein Alleinstellungsmerkmal: Es erscheint digital, abrufbar auf dem Computer-Bildschirm, dem Tablet oder Smartphone. „Wir holen alle ab, die einen Internet-Zugang haben“, sagt Intendant Peter Carp. Wer mag1.theater-oberhausen.de eingibt, bekommt einen Medienmix aus Videos, Musik, Fotogalerien und Texten kostenlos auf den Bildschirm gespielt.

„Es ist, als ob Sie fernsehen und gleichzeitig eine Illustrierte lesen“, sagt Carp. „Geblättert wird weiterhin, durch Klicken oder Wischen, und es macht richtig viel Spaß.“ Spaß für den Nutzer, weil es kinderleicht ist und kaum einer Anleitung bedarf. Spaß fürs Theater, weil die Inhalte über die sozialen Medien geteilt und weitergeleitet werden können. Spaß für alle, die über das Theater berichten, weil das Online-Angebot keinem anderen Medium Konkurrenz machen möchte.

„Es ist eine zusätzliche Möglichkeit, sich darzustellen, weitere Inhalte rüberzubringen“, sagt Tim Lucas, Theater-Sprecher und Erfinder des papierlosen Magazins, das vierteljährlich erscheinen soll.

Magazin erfüllt alle Kriterien

Unterhaltsam, informativ, optisch ansprechend und leicht zu bedienen – um zu garantieren, dass das Magazin alle diese Kriterien erfüllt, holte sich das Theater die Oberhausener Agentur Benning Gluth & Partner für die Gestaltung mit ins Boot. Die redaktionelle Verantwortung tragen der Intendant, die Dramaturgie und Tim Lucas.

Angelehnt an Print-Magazine, beginnt die erste Online-Ausgabe des Theatermagazins mit dem Inhaltsverzeichnis. „Durch Anklicken kommt man direkt auf die gewünschte Seite“, erläutert Grafikerin Julia Benning. „Die erste Seite ist das klassische Vorwort des Intendanten. Er spricht von den Vorzügen digitaler Erscheinungsformen und zeitgemäßen Verbreitungswegen um Sie noch besser mit Informationen rund um unser Haus, unsere künstlerische Arbeit und unseren Spielplan versorgen zu können“.

Vielfalt ist Trumpf

„Das Magazin ist kein Fastfood, geht in die Tiefe, und wir bieten etwas zum Genießen“, sagt Tim Lucas. Vielfalt ist Trumpf. Das Menü reicht vom Interview mit Regisseurin Lily Sykes, die die „Sturmhöhe“ auf die Bühne bringt über den Sound von „So viel Zeit“, für den die Musiker extra ins Studio gingen, bis hin zu einem Gespräch des Schauspielers Eike Weinreich mit dem Bestatter Olaf Ortmann über „Hamlet“, der am nächsten Freitag Premiere feiert. Die Presse-Kontroverse zur Zholdak-Inszenierung der „Verwandlung“ ist ein Beispiel dafür, dass Kritik ein Theater lebendig macht: „Ein schlechtes Stück, das Fragen aufwirft, ist immer noch besser als ein belangloses Stück.“

Als Fotografin hat sich die Schauspielerin Anna Polke ins Online-Magazin eingebracht: Ihre Bilder, in Oberhausen aufgenommen, zeigen, dass sich die Inszenierung der „Schutzbefohlenen“ der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, die Ende März kommen wird, mit der drängenden gesellschaftlichen Frage der Flüchtlingsthematik auseinandersetzen wird.