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Kulturpolitik

Theater Oberhausen muss weiterhin sparen

12.11.2009 | 18:29 Uhr
Theater Oberhausen muss weiterhin sparen

Der Deutsche Bühnenverein wirft sich erneut für Oberhausen in die Bresche. „Weitere Einsparungen sind nicht möglich", sagt Rolf Bolwin. Weitere Sparmaßnahmen würden an die Substanz des Theaters gehen. Die Millionen-Einsparungen für die kommenden Jahre jedoch sind weiterhin in Stein gemeißelt.

Als im Frühjahr wieder mal das Thema Fusion im Raum stand, sprach sich die erste Reihe des Bühnenvereins bei einer Podiumsdiskussion im Theater Oberhausen für dessen Eigenständigkeit aus. Im Sommer durfte das Schauspiel jubeln über einen Kritikerpreis der „Deutschen Bühne”, dem Organ des Bühnenvereins. Nun suchte der Bundesverband der Theater und Orchester auch noch das Gespräch mit Kämmerer Bernd Elsemann. Eine gute Lobby, deren Ertrag indes fraglich ist.

Sparvorgaben bleiben bestehen

Dabei finden die Vertreter des Bühnenvereins am Tag danach positive Worte für den Austausch mit Elsemann. „Wir hatten den Eindruck, dass ihm das Theater ganz und gar nicht egal ist”, so Klaus Zehelein, Präsident des Bühnenvereins, und der geschäftsführende Direktor Rolf Bolwin erkennt generell „eher eine Zurückhaltung, noch mehr an Kultur zu sparen”.

Freilich: Alle Affinität des Kämmerers zur Kultur und auch das Bekenntnis zum Theater im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen ändern nichts an den Sparzielen – 750 000 Euro in den Jahren 2010 und 2011 eine Million ab 2012. Das weiß auch Peter Carp. „An den Sparvorgaben hat sich nichts geändert”, sagt der Intendant. „Was sich deutlich geändert hat, ist die Wahrnehmung des Theaters.”

Weitere Einsparungen nicht möglich

Um die Aufmerksamkeit noch zu erhöhen, hatte der Bühnenverein diesmal Oberhausen als Tagungsort seines künstlerischen Ausschusses gewählt. Zweimal im Jahr trifft sich das Gremium, um eben künstlerische, aber auch „politisch-organisatorische” Entwicklungen zu besprechen. Und das tue man bevorzugt „in einer Stadt, in der das Theater in einer nicht ganz leichten Situation ist”, so Bolwin.

Ob der Deutsche Bühnenverein daran mitwirken kann, diese Situation zu ändern, wird sich zeigen. „Uns geht es darum, Bewusstsein herzustellen”, so Bolwin. Für den Moment sucht man den Schulterschluss mit den Kommunen. Denn die Sparvorgaben wurzelten ja nicht in einem „Unwillen der Finanzierung von Kunst und Kultur”. Vielmehr seien die Städte in ihrem Handeln zu sehr eingeschränkt. Dem Oberhausener Kämmerer wie überhaupt den betroffenen Kommunen biete man deshalb an, „mit ihnen gemeinsam bei Bund und Ländern vorzusprechen”. Denn eines sei klar: „Weitere Einsparungen sind nicht möglich.” Gerade bei einem Theater wie dem hiesigen würde das „an die Substanz gehen”.

Helen Sibum

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