Theater als politisches Forum

Eine weitere Aufführung des Schauspiels „Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek zeigt das Theater am heutigen Freitag, 24. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus.

Jelineks Text greift ein Thema auf, das so alt ist wie Europa selber. Aber im heutigen Europa und im heutigen Deutschland ist es gerade so aktuell wie nie. Angesichts der politischen Lage wollte sich das Theater nicht nur als einen Ort interessanter Inszenierungen begreifen, sondern auch als ein politisches Forum in der Stadt. Und so ist die Inszenierung von Peter Carp der harte Kunstkern weiterer Aktivitäten des Theaters. Mit einem verblüffenden Zugriff.

Auch in Oberhausen sind die „Übergangswohnheime für Asylsuchende“ Orte, die an einem möglichst unauffälligen Ort liegen. Aber irgendwie merkt man, dass diese Asylsuchenden da sind. Und genau das merken auch die vier Personen in der Oberhausener Inszenierung. Es sind keineswegs blindwütige Pegida-Fans, sondern durchaus denkende Bürger. Anschließend an jede Vorstellung der „Schutzbefohlenen“ findet ein Nachgespräch mit Beteiligten der Produktion und Betroffenen aus Oberhausen statt. Am Dienstag, 28. April, gibt es um 20 Uhr im Theater eine Podiumsdiskussion mit Vertretern aus Politik, Kirche und Bildungseinrichtungen über Flüchtlinge. Der Eintritt ist frei.