Tausende Scherben für ein Mosaik in Oberhausen

Stückchen für Stückchen wuchs unter den Händen der Kinder der bunte Streifen. Ihnen half Künstler Guido Berndsen.
Stückchen für Stückchen wuchs unter den Händen der Kinder der bunte Streifen. Ihnen half Künstler Guido Berndsen.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Malschüler gestalteten Fassaden-Schmuck des neuen Stadtarchivs. Bürger spendeten dafür unzählige Fliesen.

Oberhausen.. „Und dann hau’ ich mit dem Hämmerchen mein Sparschwein kaputt“ – heißt es in einem Lied von Chris Howland. Mit dem Hämmerchen haben auch Kinder der Malschule etwas kaputt gehauen. Keine Sparschweine, sondern Fliesen. Jede Menge Fliesen. Und das ganz im Zeichen der Kunst. Denn aus abertausend Scherben sollte etwas Wunderschönes werden – und wurde es auch: Ein Mosaik-Band und eine leuchtend blaue Schrift aus Fliesenscherben ziert nun das neue Stadtarchiv an der Eschenstraße .

Ursula Bendorf-Depenbrock, Leiterin der Städtischen Malschule, erzählt, wie es dazu kam: „Kulturdezernent Apostolos Tsalastras hatte uns angeschrieben und gemeint, das neue Stadtarchiv müsse angemalt werden, und ob die Malschule Lust dazu hätte.“ Vor Ort hätte sich gezeigt, dass ein Anstrich nicht die Lösung sein konnte: „Der sieht schnell nicht mehr schön aus. Es sollte etwas Wertigeres sein.“ Die Idee für ein Mosaik reifte und fand in Guido Berndsen, Maler, Bildhauer und ehemaliger Malschüler, schnell einen Kooperationspartner. Bezirksvertretung und Kulturausschuss gaben ihr Okay.

Fliesen mit dem Hammer zerschlagen

„Wir haben dann über die Medien um Fliesenspenden gebeten und jede Menge erhalten. Bei einer Familie rückten wir mit einem Anhänger an, weil sie uns 50 Quadratmeter orangefarbene Fliesen spendete“, erinnert sich Bendorf-Depenbrock. Am Ende warteten Fliesen aus vielen Jahrzehnten darauf, zerkleinert zu werden: „Passend für ein Archiv, oder?“ sagt die Malschulleiterin.

Und da kommen nun die Hämmerchen ins Spiel. Kinder der Malschule, der Luisen-, Falkenstein- und Brüder-Grimm-Schule rückten an, sicherten sich mit Schutzbrillen – und hämmerten los. „Am Ende haben auch ältere Malschüler mitgemacht und sogar Eltern“, freut sich Bendorf-Depenbrock über die große Resonanz.

Einweihung im Februar

Aus dem Wust an Scherben haben sich die Kinder dann ihre Lieblingsfarbe ausgesucht und daraus bunte Streifen gelegt. Immer acht ergaben ein Teil des Mosaiks. Viele Teile bilden nun das bunte Band, das sich über die Außenwand des Stadtarchivs zieht.

Darüber entstand aus blauen Fliesenscherben der Schriftzug „Stadtarchiv“. „Dafür waren die älteren Malschüler zuständig. Und weil wir nur wenige blaue Fliesen gespendet bekommen hatten, haben wir diese Farbe dazu gekauft“, erklärt die Malschulleiterin. Am Mosaik haben alle etwa vier Monate gewerkelt.

Die offizielle Einweihung des Kunstwerks am Stadtarchiv – das übrigens im vergangenen Jahr in die ehemalige Hauptschule Lirich eingezogen ist – steht noch aus.

Geplant ist diese für den 16. Februar, der zugleich Gründungstag der Malschule ist. Dann wird das bunte Kunstwerk der Öffentlichkeit vorgestellt.