Tauchsportlern blieb die Luft weg
26.12.2012 | 21:15 Uhr 2012-12-26T21:15:00+0100
Oberhausen. Flasche leer? Dann heißt es schleppen für die Mitglieder der Tauchsportabteilung (TSA) im Turnclub Sterkrade 1869: Zum Füllen ihrer Pressluftflaschen müssen sie gleich bis in den 3. Stock des Hochbunkers an der Eichelkampstraße in Sterkrade steigen – quasi als Ertüchtigung außerhalb der Trainingszeiten.
Die Vereinsräume der TSA sind in der obersten Bunker-Etage. Noch. Denn nach insgesamt 35 Jahren hat die TSA die Kündigung erhalten. Sie stellt mit ihren 240 Abteilungsmitgliedern nahezu die Hälfte der Betroffenen, die den Bunker bis zum Jahresende 2013 räumen sollen. Jetzt ist die Ratlosigkeit groß.
Kündigung vom Dezernenten
Als die Nachricht kam, blieb den Tauchern die Luft weg: Das Schreiben des zuständigen Dezernenten Frank Motschull an TC-69-Präsident Peter Räkow trägt das Datum 12. November 2012. „Mit Bedauern“ teilt Motschull mit, gezwungen zu sein, „das Mietverhältnis über die Räumlichkeit im III. OG, Raum 12/29 vorn und rechts als Club- und Geräteraum zum Ablauf des 28.02.2013 zu kündigen“.
Die Kündigung sei leider notwendig, da der im Eigentum des Bundes stehende Hochbunker kurzfristig aus der Zivilschutzbindung entlassen werden soll. Die Stadt sei daher aufgefordert und verpflichtet, die Bunkeranlagen mietfrei und leerstehend an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurück zu führen.
Allein im Bunker trifft es 13 Gruppen
Schreiben wie dieses erhielten Vereine und Gruppen aus Sport und Kultur in fünf der Oberhausener Hochbunker. 13 Gruppen mit 550 Mitgliedern trifft es allein im Bunker an der Eichelkampstraße. „Wir waren mit die Ersten, die die Kündigung bekommen haben“, sagt TSA-Geschäftsführer Rainer Vorhoff.
„Den Raum zu verlieren ist wie einen Freund zu Grabe zu tragen“, greift Clubwart Olaf Kiepen tief in die Pathos-Schublade. „Da hängen schon viele Emotionen dran“, formuliert es Ausbildungsleiter Klaus Pamp prosaischer.
Bunker-Kapitel noch nicht abgeschlossen
Der 2. TSA-Vorsitzende Carsten Köster spielt Unterwasser-Rugby. Das ist eine der wohl härtesten Sportarten überhaupt. Entsprechend kämpferisch gibt sich Köster. So einen Schrank von Mann schreckt zwar der Gedanke, einen halbtonnenschweren Kompressor die Bunkerstiegen hinunter hieven zu müssen, vielleicht weniger als andere.
Doch Köster hat noch nicht abgeschlossen mit dem Bunker-Kapitel: „Die Stoßrichtung ist klar: Erstmal gehen die Bemühungen dahin, den Bunker zu erhalten. Stadtsportbund und Stadt sind mit eingebunden. Es wird gemeinsam versucht, einige Bunker zu erhalten oder alternative Räume zu suchen.“ Schließlich seien die Nutzer der Weltkriegsrelikte wichtig für das Gemeinschaftsleben in der Stadt.
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17:04
Der Turnclub Sterkrade 1869 besitzt doch ein Vereinsheim direkt am Rhein-Herne-Kanal.
Das ist doch ein hervorragender Ersatz, oder? Nicht mehr die Flaschen in die 3.Etage schleppen, Schulungsräume mit Tageslicht und das Übungsgelände äh Gewässer direkt vor der Haustüre.
Der Kanal ist zum tauchen nicht freigegeben. Und das Vereinsheim dort gehört, soweit ich weiss, der Kanuabteilung. TC ist nicht gleich TC, wenn dort aber die Möglichkeit bestünde, die Räumlichkeiten zu nutzen, stände das mit Sicherheit ganz oben auf der Liste der Alternativen.
10:59
Ich finde es zudem noch erschreckend, wie kurzfristig diese Kündigung erfolgt ist. Wie soll man in der kurzen Zeit Ersatz finden?