Tanzen für „echte Kerle“ in Oberhausen

Was wir bereits wissen
Das Männerballett „Die Tanzmaschinen“ begeistert nicht nur zur Karnevalszeit. Neben Klamauk steht für die Männer auch echter Sport auf dem Programm.

Oberhausen.. Pralle Rundungen, tiefe Ausschnitte und kurze Kleider – bei den „Tanzmaschinen“ wird so mancher Männertraum erfüllt. Allerdings nicht unbedingt so, wie man zunächst einmal vermuten könnte: Statt hübscher Tänzerinnen gibt es beim Oberhausener Männerballett nur „echte Kerle“ zu bestaunen. Ganz zur Freude des Publikums, denn wenn die neun Tänzer, die sich nach ihrer Selbstbeschreibung „für fast nichts zu schade sind“, den Saal oder die Bühne betreten, dann herrscht immer beste Partylaune: Ob im Dirndl-Outfit mit Herzchendeko, im knappen Kleidchen mit passender Perücke oder auch im maskulinen Bauarbeiter-Outfit – die Tanzmaschinen überzeugen bei ihren Aufführungen immer mit einer lässigen Mischung aus Männerschweiß und weiblicher Eleganz.

Am Anfang gab es keinen Namen

Entstanden ist die bunte Truppe dabei aus einem zunächst einmaligen Klamauk-Stück: „Im Jahr 2012 stand der 60. Geburtstag meines Vaters an und meine Mutter kam spontan auf die Idee, einen lustigen Tanz in Form eines Männerballetts aufzuführen“, erzählt Henning van der Hork, Mitbegründer, Tänzer und Sprecher des Ensembles. „Am Anfang hatte unsere Gruppe deshalb auch keinen Namen. Wir dachten uns, wir sind doch Kerle, so etwas merken wir uns eh nicht und hatten einfach nur unseren Spaß“. Doch dann folgten immer weitere Auftrittsanfragen und im Jahr 2014 siegte dann letztendlich die Notwendigkeit, sich zukünftig professioneller zu organisieren. „Das war der Moment, in dem die Tanzmaschinen offiziell geboren waren“, sagt van der Hork. Seither traten die neun Männer schon auf zahlreichen Veranstaltungen auf: vom Jubiläum über diverse Geburtstagsfeiern, bis hin zu zahlreichen Veranstaltungen in der Karnevalszeit war schon alles dabei. Kein Wunder, denn einige der Tänzer sind selbst aktive Mitglieder der Karnevalsgesellschaften „Sterkrader Raben“, „Blaue Funken“ sowie der Liricher KG „Die Müllschlucker“ und daher entsprechend gut vernetzt.

Den bisher bedeutendsten Auftritt in ihrer noch jungen Geschichte hatten die Tanzmaschinen aber erst vor Kurzem: Auf Einladung der Münsteraner Karnevalsgesellschaft „Die Schlossgeister“, nahmen die Oberhausener Ende Februar in der westfälischen Großstadt am „3. Tofftes Seegers Schwofturnier“, einem Wettstreit verschiedener Männerballette aus NRW, teil. Am Ende erreichten die Tanzmaschinen mit ihrer Aufführung unter dem Motto „Vom Bau in die Disco“ immerhin einen erfolgreichen achten Platz bei ihrem Turnierdebüt.

„Hartes“ Training

Natürlich kommt der Erfolg nicht von ungefähr. Das Geheimnis liegt vor allem im „harten“ Training, wie die Herrenriege selbstironisch betont – denn die Übungsstunden absolviert die Tanzgemeinschaft ganz stilecht in der Sterkrader Kneipe „Zum Alsfeld“. „Neben dem Tanzen üben wir natürlich auch ausgiebig das einarmige Heben“, sagt Henning van der Hork und ergänzt: „Das gehört halt zum Männerballett dazu“.

Damit dann aber der sportliche Aspekt wirklich nicht zu kurz kommt, erhalten die „Jungs“ tatkräftige Unterstützung von Beate Driessen, Mutter von van der Hork und gleichzeitig amtierende Trainerin der Tanzmaschinen. Neben der Gestaltung der abwechslungsreichen Choreografien zeichnet sie auch für die Fertigung der Kostüme verantwortlich und übernimmt zusätzlich auch die Betreuung des Männerballetts. „Männerballett ist durchaus ein ernst zu nehmender Sport und nicht nur Klamauk“, sagt Beate Driessen. Die 57-Jährige verfügt bereits über rund 40 Jahre Erfahrung im Metier und war früher schon als Trainerin einer Tanzgarde und eines Männerballetts aktiv. „Auch wenn der Spaß bei uns im Vordergrund steht, erwarte ich ein ordentliches Training – vom Aufwärmen bis zum Abschluss“, sagt Driessen und schiebt nach: „Wenn die Jungs sich daran halten, dann erlaube ich ihnen im Anschluss an das Training auch schon mal ein Bier an der Theke“.