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"Sweet as" geht immer

06.09.2007 | 05:51 Uhr

Kathrin Lohrengel hat in Neuseeland inzwischen erfahren, dass dies nichts mit dem verlängerten Rückgrat zu tun hat. Ihr zweiter Bericht vom anderen Ende der Welt tröstet über den besch. . . Sommer hier hinweg

Kia ora!

Ich sitze vor einem Gasofen, es ist 11 Uhr morgens, es friert und ich bin krank. Jaha, ist ganz toll. Aber eigentlich ist es ganz cool hier. Also ich frage mich, wie die Menschen hier dünn bleiben. Ich mein, mein Gastvater sagt jeden Tag zu mir "Hey - I go to McDonalds (oder Burger King wahlweise), you want something?". Beim Simon gibt es zum Frühstück Cola und sowieso zu jeder Tageszeit Pommes. Also pro Essen mindestens 2000 Kalorien. Ich hangel mich mit Diet Coke und Juice durch die Welt.

Mein Prep Course hat gestartet. Vormittags hab ich immer Englischunterricht mit der Umgangssprache, z.B. Sweet as. Ich dachte erst an "süßer Arsch" aber dann hab ich gecheckt, dass man das immer sagen kann zu allem. "Want something to drink" - "Sweet as!". Das heißt soviel wie Ja. Sehr spannend (Ironie!) das Bootsmuseum von Auckland. Das Maori Museum war schon cooler. Wir hatten da ne Maori Vorstellung, wo die rumgetanzt sind. Das war krass.

Einen Tripp mit gaaanz viel Schlamm und ganz viel Regen habe ich geknickt, da ich krank war. Die Hauptstraße, Queen Street, ist göttlich. Da sind so viele geile Läden, wie zum Beispiel Rip Curl, Quiksilver und Billabong. Natürlich sind wir erst mal durch alles durchgetigert und das ist hier alles ca. um die Hälfte günstiger. Ich konnte locker flockig im T-Shirt durch die Stadt laufen. Und dann kam der nächste Tag. 12°C aber gefühlte -20°C. Es war so windig und übelst am Kübeln, ging gar nicht mehr. Natürlich hab ich keine Winterjacke mit, nur Pullis. Erst wird man nass geregnet und dann weggeblasen von 120 km/h Wind.

Abends ging die Party richtig ab. Wir waren im Bus auf der Brücke von Downtown nach Glenfield, dem Viertel, in dem meine Leute und ich leben, und die Fenster wurden auf- und zugeschlagen nur vom Wind. Ich hab so was noch nie erlebt. Ich bin aus dem Bus gestiegen und weggeflogen. In der Ferne war eine Ansammlung von Wolken zu sehen, die aussahen, als ob sie gerne ein Tornado seien würden. Es sah echt aus wie bei "The day after tomorrow" und deshalb rief ich meinen Gastvater Justin an, ob der mich abholen könne. Er versprach mir so schnell da zu sein wie er nur könne.

Ich saß an dieser Bushaltestelle und vor mir hielt ein Bus. Die Türen gingen auf und der Busfahrer fing an, sich mit mir zu unterhalten, ob mir sehr kalt sei (Neiiiin, ich hab ja auch nicht gezittert und war klatschnass, neiin.) Das Geilste find ich ja eh, dass die Leute sich beim Busfahrer bedanken, wenn sie aussteigen. Gefühlte zwei Stunden später (reale 20 Minuten) kam dann mein Gastvater und sagte mir, dass überall der Strom ausgefallen sei. Jaha toll. Warmes Wasser konnte ich also auch knicken. Das heißt, ich saß dann in trockenen Klamotten, dickem Pulli und Schal im Wohnzimmer, wo mein Gastvater die Geschichte erzählt hat, wie er einen Waldbrand in Australien verhindert hat. Der Kurze war absolut fasziniert und meine Gastmutter Jacqui und ich amüsiert. Dann hat Connor angefangen auch eine Geschichte zu erzählen.

Ich habe nachher Jacqui gefragt, ob der wirklich so durcheinander erzählt oder ob mein Englisch so schlecht sei. Zu meiner Beruhigung war es das Erste. Es war der längste Stromausfall, den ich erlebt habe. Zehn Stunden ohne Strom, von denen ich sieben verschlafen habe. Euro Katlo

Von Kathrin Lohrengel

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