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Stoag-Kunden müssen lernen

14.01.2010 | 18:43 Uhr
Stoag-Kunden müssen lernen

Ab Montag wird in der SB 92 nur noch vorne eingestiegen. Nach einem vierwöchigen Test wird dies zur Regel. Das Ziel heißt: mehr Sicherheit.

Bis es den Stoag-Kunden in Fleisch und Blut übergegangen sein wird, wird viel Wasser durch Ruhr und Rotbach geplätschert sein, deswegen haben die Experten eine Art „Umerziehungsprogramm” vorgeschaltet. Es geht um den so genannten „kontrollierten Vordereinstieg”, zu deutsch: Busse werden nur noch von der Fahrertür aus betreten, alle anderen Türen sind Aussteigenden vorbehalten.

Ganz neu ist das nicht, denn schon seit einiger Zeit gilt diese Regel ab 20 Uhr, und vor einigen Jahrzehnten hatte die Stoag das schonmal eingeführt – bis es irgendwann nicht mehr als zeitgemäß galt. Nun ist es eben das wieder und wird unter dem Motto „Fair geht vor” verkauft. Zunächst auf einer Testlinie: Dazu ist die SB 92 vom Fröbelplatz zur Falkestraße (und natürlich umgekehrt) auserkoren, Stoag-Vorstand Werner Overkamp: „Wir haben bewusst eine unserer meistfrequentierten Linien ausgesucht.”

Die auf der SB 92-Route verkehrenden Busse werden ab Montag, 18. Januar (dann beginnt der vierwöchige Testlauf) ein paar Besonderheiten aufweisen: Einstieg beim Fahrer; Überprüfung des Tickets durch ein elektronisches Lesegerät (über 60 Prozent aller Stoag-Kunden haben solche Tickets); vier Wochen lang Beratung (und Kontrolle) im Bus. Danach soll's flächendeckend so gehen.

Was die Stoag sich davon verspricht, ist ein deutliches Plus an Sicherheitsgefühl, sagt Overkamp, der nicht verschweigt, dass auch die Zahl der Schwarzfahrer reduziert werden soll: „Vandalismusschäden machen uns mehr Kummer. Wer aber am Fahrer vorbei muss, macht nachher weniger oder gar nichts mehr kaputt.” Das sollen die Erfahrungen aus den anderen Städten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) so gezeigt haben. Oberhausen und Wuppertal sind nämlich die letzten Städte im VRR, die auf den Vordereinstieg setzen.

Billig ist die technologische Hochrüstung (zu der sich ab dem Sommer Videoüberwachung im Bus gesellt) nicht: Auf 400 000 Euro beziffert Overkamp Anschaffung, Installation und Wartung, allerdings: „Wir als Stoag brauchen nur 15 Prozent davon zu bezahlen, den großen Rest übernimmt ein VRR-Förderprogramm.”

Damit es ab Montag nicht zu Gedrängel und Unsicherheit kommt, sind übrigens alle Abonnenten vorab angeschrieben worden. Hoffentlich haben sie's gelesen.

Gustav Wentz

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