Stoag in Oberhausen spart mit neuem Liniennetz sechs Busse und elf Fahrer
01.03.2011 | 19:32 Uhr 2011-03-01T19:32:00+0100
Oberhausen. Um die vorgegebenen Sparmaßnahmen zu erfüllen, wurde das Verkehrsnetz der Stoag überarbeitet. Schnellbusse fahren nun nur noch alle 20 Minuten, aber auch neue Strecken gibt es. Insgesamt sollen so 840.000 Euro gespart werden.
Ab Sommer werden in unserer Stadt keine Busse mehr im Zehn-Minuten-Takt fahren. Das ist nur eine der zahlreichen Änderungen, die Fahrgäste der Stoag mit dem neuen Tagesliniennetz erwarten. Schnellbusse (SB) wie die SB 90 und 94 fahren demnach nur noch alle 20 Minuten. Sie befahren Teilabschnitte im Stadtgebiet allerdings parallel und zeitlich so im Wechsel, dass stark genutzte Strecken weiterhin mindestens alle zehn Minuten bedient werden - wenn auch von unterschiedlichen Linien. Einzig die Straßenbahnlinie 112 wird im gewohnten Zehn-Minuten-Takt bleiben. „Wichtig ist, dass unsere Fahrgäste auch künftig die Stadtteilzentren direkt erreichen können, also nicht umsteigen müssen“, sagte Stoag-Vorstand Peter Klunk.
Die Stadtwerke Oberhausen AG (Stoag) muss sparen und will deswegen auch das Angebot im Öffentlichen Nahverkehr zusammenstreichen. Was halten Sie davon?
Möglich machte das Jörg Stühling. Im Mai 2010 hat der Verkehrsplaner das Tagesnetz der Stoag auf Schwachstellen untersucht. Seine Vorgabe: Rund 840 000 Euro sollten eingespart werden, der letzte Schritt, um das mehrere Millionen Euro umfassende Sparvolumen zu erreichen, das der Rat im Haushaltssicherungskonzept (HSK) vorgegeben hatte. Zu erreichen sei dieses Vorhaben nur, wenn weniger Fahrzeuge im Einsatz sind, so Stühling. „Gekürzt wurde, wo ein Überangebot bestand.“ Die Stoag zählt regelmäßig, wie viele Fahrgäste welche Linien nutzen, Messungen, die Stühling nun heranzog.
Neue Strecken für alte Linien
Er dünnte das Tagesnetz nicht einfach aus. Er gab alten Linien neue Strecken und entwickelte neue Linien, um Ausfälle auszugleichen. Haltestellen entlang der Weseler Straße etwa werden bisher von den Linien SB 90 im Zehn- und der SB 96 im 20-Minuten-Takt bedient. Ab Sommer wird die SB 96 entfallen, weshalb die SB 90 künftig Holten-Markt als Endhaltestelle haben wird. Ergänzt wird die Linie 90 zwischen Sterkrade und Schmachtendorf von der neuen SB 98, die bis zur Falkestraße fahren wird und dort zur SB 92 wechselt.
„Die Verknüpfungen müssen koordiniert, außerdem die Fahrzeiten neu ausgerechnet werden, damit zum Beispiel nicht zu viele Busse an einer Endhaltestelle stehen“, erklärt Stühling. Vorschläge der Bürger, Mitarbeiter und Interessenverbände arbeitete Stühling ein, koordinierte das Netz mit Verkehrsbetrieben der Nachbarstädte und Anschlüssen an die S-Bahnen. Nun steht sein Konzept, das im Mai offiziell vorgestellt wird.
Zusätzliche Schnellbus-Linie
Schon jetzt ist klar: Künftig wird die Stoag sieben statt bisher sechs Schnellbuslinien einsetzen, die 17 statt bisher 18 Stadtlinien - Busse mit 100er- und 900er-Nummern - ergänzen. Die Anzahl der Linien bleibt also, ebenfalls die der Haltestellen: „Vandalenstraße“ entfällt, dafür bekommt Sterkrade mit „Bachsteg“ eine neue. Verlängert wurden die Fahrzeiten im Schnitt um fünf Prozent. Damit gesteht die Stoag ihren Fahrern einen größeren Zeitpuffer zu, um Verspätungen einzufahren. Mit dem neuen Netz werden allerdings sechs Busse und elf Fahrer weniger benötigt - damit ist die Einsparung von 840 000 Euro gesichert. Stoag-Vorstand Werner Overkamp gibt Entwarnung: „Niemand wird entlassen, die Stellen nur nicht neu besetzt.“

19:18
Ich habe das Gefühl das wir als Bürger und ÖPNV - Benutzer eh erst im nachhinein gefragt und informiert werden.Ich stelle auch manchmal in Frage ob die Realität von Nutzer die gleiche Realität ist wie von den Verantwortlichen.Ich behaupte nicht das die Verantwortlichen mit der Unwahrheit arbeiten !!!!!!!!
22:45
@#8: Ich hatte die Verbindungen auf der Trasse angesprochen, weil #2 gerade die stark ausgelasteten Busse auf der Trasse erwähnt hatte. Auch die Einsparungen im restlichen Netz sind eher punktuell: Buchenweg, Roonstr. und Ruhrpark 20- statt 10-Minuten-Takt, Osterfeld - Stemmersberg - Spechtstr. (bisher 958), 983 Dümpten bis Tackenberg und Sterkrade - Biefang - Barmingholten (bisher 987) 30- statt 20-Minuten-Takt sind die wesentlichsten Punkte. So spart man sinnvoller als mit dem Rasenmäher.
08:02
Was will man von zwei Vorständen erwarten, die sich nur zwischendurch um ihr Unternehmen kümmern? Herr Klunk tingelt auf zahlreichen Baustellen herum und ein Herr Overkamp hat sich bis vor kurzem lieber um die Finanzen eine Fuballvereins gekümmert.
Die beiden sollten mal eine Woche lang ihren ÖPNV nutzen (das gilt eigentlich auch für alle Politiker, auch für Herrn Wehling). Ich bin mir sicher nach dieser Woche würde sich etwas verbessern. Uns zwar ausnahmsweise für die Kunden. Aber das bleibt wohl nur ein Traum.
@6
Wenn man die Trasse als Beispiel aufführt, ist das ein schlechtes Beispiel. Schauen sie mal auf die Linien ausserhalb der Trasse. Da sieht das schon anders aus. An der Trasse wohnt kaum jemand. Die Trasse ist super und wichtig, aber sie ist wirklich die Ausnahme.
21:42
Schade, dass nun noch mehr eingespart wird und der Ruhrpark immer weniger angefahren wird. Und das jetzt, wo bald der neue Abenteuerspielplatz kommen soll. Erst wurde die Linie 96 dort vor Jahren weggekürzt und nun soll auch noch der SB 90 reduziert werden. Desweiteren empfinde ich es als sehr, sehr großen Verlust, dass die Linie 122 nicht mehr zum Ruhrpark kommt. Dies war ja nur wegen einer temporären Baustelle, aber trotzdem ein Verlust! Die Anbindung an Mülheim war so viel besser. Nun kommt man wieder nur mit dem nur einmal in der Stunde fahrenden 129er nach Styrum.
Schade, dass immer mehr wegeggekürzt wird. Das ist doch der verkehrte Weg, Man kann doch nur Kunden anlocken, wenn das Angebot attraktiv bleibt, bzw. attraktiver wird.
Was ist denn mit den beinah halbjährlich steigenden Tarifen? Da muss doch langsam mal Geld in die Kasse kommen. Aber durch Reduzieren des Angebots kommt doch logischerweise immer weniger in die Kassen, weil es immer weniger genutzt wird. Ich denke, dass ist eine Milchmädchenrechnung. Die STOAG vergrault sich die Kunden um dann hinterher das Angebot noch weiter reduzieren zu können, weil ja kaum noch jemand fährt - mangels attraktivem Angebot.
17:57
Wenn die Kritiker (incl. Frau Weltmann) sich mal genau die neuen Planungen angeschaut hätten, hätten sie z. B. festgestellt, dass auf der Trasse fast keine Reduzierungen vorgenommen wurden, weiterhin neun Busse und sechs Bahnen/Stunde zwischen Sterkrade und Oberhausen, SB 91, 92 und 93 unverändert, einzig die 983 fährt nur noch alle 30 statt alle 20 Minuten, und die ist nun keineswegs regelmäßig überfüllt.
Darüber hinaus gibt es neue Direktverbindungen, so von der Neukölner Str. / Hirschkamp über Nordfriedhof und Postweg in Sterkrade auf die Trasse bis Hbf und Marktstr., die Vestische Straße erhält wieder eine Direktverbindung zum Hbf über den Aquapark. Die meisten Kunden werden kaum merken, dass im Netz deutlich gespart wurde, weil es an den richtigen Stellen passiert ist. Wenn z. B. am Stemmersberg nur noch alle 30 statt alle 20 Minuten gefahren wird, merken 98 % der übrigen Fahrgäste davon nichts.
Wenn wir den ÖPNV von den Nachbarbetrieben durchführen ließen, wären wir absolut verloren. Deren Kostenstrukturen, insb. bei der MVG, sind Klassen schlechter als bei der STOAG. Ansonsten fragen Sie mal Fahrgäste aus der westlichen Nachbarstadt, ob sie lieber das STOAG- oder das DVG-Angebot hätten. Da fährt vielfach schon gegen 23 Uhr die letzte Verbindung von der Innenstadt in die Wohngebiete, spätestens um Mitternacht ist alles vorbei, und der NE fährt nur am Wochenende drei Touren und bedient nur knapp die Hälfte aller Stadtbezirke.
16:39
Peter Klunk, dachte, der sei Dezernent im Derzernat Planen, Bauen, Wohnen. Stoag-Vorstand ist er auch noch. Mein Gott, wovon dieser Mann alles Ahnung hat. Die wichtigen Menschen in unserer Stadt sind ja richtige Tausendsassa und tanzen auf allen Hochzeiten. Aber ich glaube eher, wenn man das richtige Parteibuch hat, muss man keine Ahnung haben, die Türen stehen einem dann in allen Bereichen offen. Da kann man etwa als Konditor auch Vorstand einer Bank werden (als Beispiel)
14:45
Da haben die für diesen Unfug Verantwortlichen aber etwas falsch verstanden. Wenn die These Weniger Angebot = weniger Kosten stimmt, dann sollte die STOAG doch den ÖPNV komplett einstellen und anderen Verkehrsbetrieben (z.B. EVAG, DVG oder Mülheimer Verkehrsbetriebe) überlassen. Das sparte wirklich Ausgaben, denn der komplette Vorstand der STOAG samt seiner inkompetenten Einsparungsfachleute fiele weg. Das wäre mal günstig. Schon die eingesparten Jahresgehälter der Vorstände zusammengerechnet überstiegen die jetzigen Sparvorgaben deutlich. Schon mal daran gedacht?
13:23
Super liebe STOAG!
Schon bei den letzten Fahrplanänderungen hast du versucht, uns dummen Bürgern eine Verschlechterung des Angebotes als Verbesserung zu verkaufen.
Schicke uns doch bitte wieder eine kleine Hochglanzbroschüre mit dem Autogramm von Herrn Wehling, damit wir auch ganz genau wissen, für wie dumm man uns wirklich hält und wer dafür verantwortlich ist.
Und wenn du die lokalen Autohändler unterstützen möchtest, liebe STOAG, dann würde ich zusätzlich eine Spendenaktion empfehlen, schließlich gibt es in unserer Stadt eine Menge Menschen, die sich trotz aller Unwägbarkeiten im ÖPNV kein Auto leisten können.
Wo sind denn übrigens die zusätzlich eingenommen Millionen geblieben, jetzt wo die Kontrollorgie in den Bussen die bösen Schwarzfahrer am Schwarzfahren hindern?
Ach wie gut, dass nur der Pöbel Bus fahren muss, welch ein sozialer Aufstieg ist es doch, ein Auto zu besitzen....gerade jetzt wo Oberhausen seinem einst vorbildlichen ÖPNV zum Niedergang verhilft, die Zukunft ist der Niederflur-ÖPNV, jawoll!
10:11
Ich lach mich schlapp, die Busse sind eh schon überfüllt, gerade die die über der Trasse fahren und jetzt fahren sie nur noch alle 20 Minuten da kann es auch nicht Besser sein das es eine andere Linie noch dazwüschen gibt die dann im 10 Minuten Takt sich mit der 90 abwechselt. Denn vorher war die 90 in 10 Minuten Takt gefahren und die war überfüllt gerade im Feierabend Verkehr. Vom 2 Platz des Nahverkehrs in Deutschland 1996 (1 München) auf den vorletzten in ganz Deutschland heute. Armutszeugnis der Stoag und besonders der Stadt Oberhausen.
07:38
Irgendwie muss man ja das Geld für ein neues Verwaltungsgebäude reinbekommen.
Dies ist ein völlig falsches Signal. Man sollte den ÖPNV attraktiver machen, um die Leute zum Busfahren zu bewegen. Stattdessen wird alles schlechter. Ich bin mir sicher, dass die Fahrgastzahlen zurückgehen werden! Was dann? Man streicht noch ein paar Linien, um zu sparen (oder um noch mehr Kunden zu vergraulen). Das kann nur schiefgehen. Vielleicht sollte mal bei der Werbung oder Sponsoring gespart werden. Denn ein ordentliches Busnetz würde mehr Kunden bringen als ein Großplakat oder eine eigene Tribüne im Stadion.