Sterkrade wird aufgehübscht

Den Aufbruch von Sterkrade in eine bessere Zukunft kündigten Vertreter von Landesregierung und Stadt am Samstag an. Zum Auftakt wird das Kaiser & Ganz-Gebäude an der Bahnhofstraße ab heute abgerissen. Beim ersten bundesweiten „Tag der Städtebauförderung“ sprachen in der Fußgängerzone NRW-Bauminister Michael Groschek (SPD), Stadtkämmerer Apos­tolos Tsalastras (SPD) und Planungsdezernentin Sabine Lauxen (Grüne). Später kam Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) vorbei.

„Wir versprechen nichts, was wir nicht auch halten können“, sagte Tsalastras. Drei öffentliche bzw. öffentlich geförderte Projekte sollen die Initialzündung für eine Neubelebung der Sterkrader Innenstadt sein: Das alte Kaiser & Ganz-Gebäude wird als erstes von Investor Heinz Reimann durch ein modernes Wohn- und Geschäftshaus ersetzt. Die Abrissarbeiten sollen drei Monate dauern.

Ende des Jahres soll die Stadtteilbibliothek in die frühere Sparkasse an der Wilhelmstraße einziehen. Und die Oberhausener Gebäudemanagement GmbH (OGM) beginnt zugleich in einem ersten Bauabschnitt damit, das gegenüber vom Kaiser & Ganz-Gebäude gelegene Stadtmittehaus umzubauen.

„Unsere Innenstädte müssen sich ändern. Sie sind durch das Sofa-Shopping, den Einkauf per In­ter­net, unter Druck geraten“, analysierte Minister Groschek. Nur wenn wieder mehr Menschen in den Zentren wohnen und sie beleben würden, könne der Neustart der Citys mit privaten Investoren gelingen. Die frühere CDU-geführte NRW-Regierung habe Oberhausen 82 Millionen Euro an Fördermitteln vorenthalten, kritisierte der Oberhausener SPD-Vorsitzende. Investor Heinz Reimann dagegen setze ein „Zeichen der Hoffnung“.

Vier Millionen Euro kostet der Neubau des sechsgeschossigen Wohn- und Geschäftshauses. Es wird mit öffentlichen Mitteln gefördert. Wie viel der Investor übernimmt, wollte Reimann nicht sagen. Die 18 geplanten barrierefreien Wohnungen werden zu Kaltmieten zwischen 5,25 Euro und 5,70 Euro je Quadratmeter vermietet. Sie haben Größen zwischen 56 und 98 Quadratmeter.

Die neue Stadtteilbibliothek soll nach den Worten von Tsalastras ein Bildungszentrum für Jung und Alt werden. Tsalastras wurde auf der OGM-Veranstaltung ausdrücklich als OB-Kandidat der SPD begrüßt. Erst dadurch, dass man den Haushalt der Stadt in Ordnung gebracht habe, sei es wieder möglich geworden, solche Investitionen anzugehen, betonte er.

Umweltdezernentin Sabine Lauxen kündigte an, die Bürger und die Sterkrader Interessengemeinschaft in die weiteren Planungen einzubinden. „Wir brauchen gute Ideen“, sagte sie.