Startschuss zum Schnell-Umbau
03.05.2010 | 18:42 Uhr 2010-05-03T18:42:00+0200
Im September wird Marlies Blochs Antiquitätenladen im Bert-Brecht-Haus 25 Jahre alt. „Und das“, sagt die Geschäftsfrau, „würde ich gerne hier feiern“.
Mit „hier“ meint sie die neuen Räume im gleichen Hause, in denen ihr Laden künftig untergebracht sein soll und in denen Oberbürgermeister Klaus Wehling gestern den symbolischen ersten Hammerschlag für den Umbau tat.
Damit nimmt ein lang gehegter Traum Gestalt an. Möglich macht’s das Konjunkturpaket II. Die Neugestaltung von Bert-Brecht-Haus und Saporoshje-Platz ist das größte über die Einmalhilfe finanzierte Projekt – vier der 25,4 Millionen werden dort verbaut. Hinzu kommen drei Millionen für Arbeiten rundum, etwa die Kanalerneuerung an Goeben- und Paul-Reusch-Straße, die von den Anwohnern mitgetragen wird. Über die Informationspolitik in dieser Sache hatte es zuletzt Ärger gegeben.
Erste Aufträge vergeben
Dagegen mutet die 2009 verkündete Hilfe aus Berlin wie warmer Regen an, doch der ist an Bedingungen geknüpft: Bis Ende 2011 muss das Vorhaben fertig gestellt und abgerechnet sein. „Der Druck wird bleiben“, sagt Wehling. Schon der Start der Arbeiten war nach hinten gerückt. Das Handwerk – um das es beim Konjunkturpaket ja geht – hätte sich mehr Tempo gewünscht. Gerade die Baubranche sei im Wartestand, sagt Kreishandwerksmeister Jörg Bischoff, man komme mit der Vergabe „nicht zu Potte“. Peter Klunk verweist in Sachen Bert-Brecht-Haus auf die ersten beiden Aufträge, die jüngst vergeben wurden, an örtliche Unternehmen. „Die Aufträge werden jetzt sukzessive erteilt.“
Elf Monate sind veranschlagt, in denen die Firmen das Konzept des Krefelder Innenarchitekturbüros UKW umsetzen und die „innerstädtischen Juwelen“, als die Wehling Haus und Platz preist, polieren sollen. Dass solche Poliererei weniger Lärm und Dreck produziert als ein Bauvorhaben dieser Ausmaße, ist den Beteiligten klar. Klunk verspricht Anwohnern und Händlern für die kommenden Monate jedenfalls einen kurzen Draht zur Bauleitung.
Das Ergebnis soll für Entbehrungen entschädigen: Das ganze Areal dürfte mehr Aufenthaltsqualität bekommen, nicht zuletzt durch die Gastronomie im Erdgeschoss, die sich bis auf den Platz ziehen soll. Vier ernstzunehmende Bewerber gebe es für die Pacht, man sei bei der Auswahl. Nicht geben wird es aus Kostengründen die Bühne auf dem Saporoshje-Platz, dem Platz der Bildung und Kultur – vorerst. „Wir halten daran fest“, sagt Klunk, schließlich habe man sich verpflichtet, den Platz zu bespielen.

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