Stadtwerke Oberhausen lehnen Leservorschlag ab

Beim Lesercafé im Bistro Jederman wurde der Wunsch nach einer Haltestelle an der Mergelstraße wiederholt laut.
Beim Lesercafé im Bistro Jederman wurde der Wunsch nach einer Haltestelle an der Mergelstraße wiederholt laut.
Foto: Tom Thöne / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Seniorin hat sich dafür eingesetzt, dass eine Bushaltestelle verlegt wird. Weg zum Arzt für viele beschwerlich. Stadttochter: Service würde schlechter.

Oberhausen.. Diesmal hat sich Elisabeth Brandt Verstärkung mitgebracht. Zwei Bekannte sind mit der 85 Jahre alten Frau zum Lesercafé gekommen, um im „Bistro Jederman“ den Wunsch vielen älterer Menschen im Stadtteil zu unterstreichen: Sie möchten, dass eine Bushaltestelle verlegt wird, weil der weite Weg zum Hausarzt für die Senioren zu beschwerlich geworden ist.

Bereits im November hatte Elisabeth Brandt ihr Anliegen im Lesercafé vorgetragen. Im Fokus ihrer Kritik steht die nur stündlich fahrende Linie 961, die zwar zwei Mal an der Ziegelstraße in Osterfeld hält, aber nicht einmal an der benachbarten Mergelstraße – wo aber ein Ärztehaus mit drei Praxen und auch ein Haus mit seniorengerechten Wohnungen ansässig sind.

Dass die häufig betagten Patienten rund 400 Meter zum Arzt laufen müssen, sei gleich doppelt ärgerlich: „Die Mergelstraße hat eine Steigung, das macht den Weg noch beschwerlicher“, sagt Brandt. Ihr Vorschlag: Die Haltestelle „Hügel-/Ziegelstraße“ sollte verlegt werden – an die Mergelstraße.

Taxi ist eine teure Alternative

Bekräftigt wird sie von Anita Sauer (73) und Gertrud Bartelds (79), die mit zum Lesercafé der WAZ gekommen sind. Beide sind auf einen Rollator angewiesen, für beide ist der Weg zum Arzt ein schwieriger. „Ich fahre immer mal wieder Taxi, weil ich das zu Fuß nicht schaffe, aber das ist ja auch teuer“, sagt Gertrud Bartelds. Brandt ergänzt: „In Oberhausen wird über den Ausbau einer Straßenbahnlinie zum Centro diskutiert, aber bei uns gibt es nicht mal eine Bushaltestelle.“

Das Nahverkehrsunternehmen Stoag hat die Idee, eine Station der Linie 961 zu verlegen, geprüft – und lehnt dies ab. „Die Haltestelle an der Hügel-, Ecke Ziegelstraße hat einen hohen Einzugsbereich“, sagt Stoag-Sprecherin Sabine Müller. Die Wohnbebauung sei sehr dicht, das Fahrgastaufkommen groß: An einem regulären Werktag steigen dort 110 Menschen ein und aus. An der Mergelstraße hingegen gebe es weniger Wohnhäuser und damit weniger Fahrgäste: „Für viele Fahrgäste würde sich die Situation verschlechtern, wenn wir die Haltestelle verlegen“, sagt Müller. Auch sei die Haltestelle an der Ziegelstraße bereits behindertengerecht umgebaut worden – das Geld dafür wäre vergeblich investiert worden. Könne der Bus denn wenigstens zeitweise anders fahren? „So eine Linienführung ist nicht üblich“, meint Müller.

Die Stoag-Sprecherin schlägt den Seniorinnen vor: „Wenn Sie mit dem Bus zwei Stationen weiter fahren und nahe der Teutoburger Straße aussteigen, dann müssen Sie wenigstens die Mergelstraße nicht mehr hinauflaufen, sondern können bergab laufen. Das ist vielleicht angenehmer.“

Elisabeth Brandt will nun überlegen, wie sie weiter vorgeht.