Stadtarchiv an neuem Platz eröffnet

Gut 200 Schüler haben das schmale Fliesenmosaik-Band mitgestaltet, das das neue Stadtarchiv ziert. Gestern konnten sie ihr Werk bewundern.
Gut 200 Schüler haben das schmale Fliesenmosaik-Band mitgestaltet, das das neue Stadtarchiv ziert. Gestern konnten sie ihr Werk bewundern.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das „Gedächtnis der Stadt“ hat seinen siebten Standort bezogen.Endlich gibt es ausreichend Platz und angemessene Nutzungsbedingungen.

Oberhausen.. Aller guten Dinge sind manchmal wohl sieben: Das Stadtarchiv Oberhausen jedenfalls hat seit seiner Gründung im Sommer 1938 seinen mittlerweile siebten Standort bezogen. Auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Lirich hat das „Gedächtnis der Stadt“ nun seinen Platz gefunden – einen, der mit rund 1800 Quadratmetern Archivfläche dreimal so viel Platz wie zuletzt bietet. Am Dienstag wurden die neuen Räume mit einem kleinen Festakt offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Stadtgeschehen „Wir haben hier ein modernes Ambiente für die Archivalien der Stadt“, lobte Oberbürgermeister Daniel Schranz die verbesserten Möglichkeiten. Am neuen Standort lasse sich Stadtgeschichte mehr als nur präsent halten. Er biete Nutzern wie Mitarbeitern auch komfortablere Möglichkeiten, Beiträge zur weiteren Erforschung der Geschichte Oberhausens leisten zu können. Viele heimatgeschichtlich Interessierte und alle Mitglieder des Kulturausschusses nutzten deshalb gestern die Möglichkeit, bei einer Führung die neuen Räume unter die Lupe zu nehmen.

Stadtarchiv Oberhausen: Raumsitaution über Jahre schwierig

„Ist der Patient jetzt aus dem Gröbsten raus?“, fragte Peter Weber, Leiter des Archivberatungs- und Fortbildungszentrums des Landschaftsverbands Rheinlands, im Rückblick auf die viele Jahrzehnte eher kränkelnde Raumsituation des Stadtarchivs. „Schlecht untergebracht und personell schlecht aufgestellt“: So habe sich das Archiv für Bürger, aber auch für Archivleiter Otto Dickau und sein Team viele Jahre dargestellt. Jetzt regne es nicht mehr rein, die Klimawerte stimmten und ausreichende Zuwachskapazitäten gebe es auch, lobte Weber den aktuellen Gesundheitszustand des „Patienten“: „Aber wir dürfen nicht auf halbem Wege stehen bleiben“, mahnte er, das Ziel nicht aus dem Auge zu verlieren, ein wirkliches „Haus der Geschichte“ für die Bürgerinnen und Bürger Oberhausens zu werden.

Dazu gehöre etwa, andere Kultureinrichtungen mit einzubinden und Dokumente und Forschungsergebnisse mehr und mehr auch in digitaler Form zur weltweiten Nutzung zur Verfügung zu stellen. Der Umzug in die neuen Räume stelle eine „ganz wichtige Etappe“ auf dem Weg zum modernen Bürgerarchiv dar.

Schätze der Kurzfilmtage im Stadtarchiv Oberhausen

Kulturdezernent Apostolos Tsalastras lobte auch die technische Ausstattung mit optimierten Klimabedingungen für die Lagerung von Dokumenten und anderen Archivalien: Im zweigeschossigen fensterlosen, voll-klimatisierten Neubau finden unter anderem großformatige Kunstwerke der Ludwiggalerie gute Aufbewahrungsbedingungen und auch die Internationalen Kurzfilmtage archivieren hier Schätze aus sechs Jahrzehnten Festivalgeschichte.