Stadt will weitere Spielhalle verhindern

Foto: WAZ FotoPool

Auf die Anfrage eines Hauseigentümers, der ein Gebäude an der Marktstraße als Spielhalle mit einer Konzession in Verbindung mit einem Tages- oder Bistrocafé nutzen möchte, hat die Stadtverwaltung mit einer Veränderungssperre reagiert.

Dieses Werkzeug der Kommune beinhaltet, dass auf einem bestimmten Gebiet, auf dem ein Vorhaben der Behörden umgesetzt werden soll, keine weiteren Baumaßnahmen genehmigt werden. So dürfen zu Zeiten, in denen eine Veränderungssperre gilt, keine Umbaumaßnahmen, keine Neubauten und keine Abrissarbeiten mehr genehmigt werden.

Das fragliche Grundstück befindet sich im Fördergebiet der Oberhausener Innenstadt, die im Zuge des Bund-Länder-Programms „Soziale Stadt“ strukturell aufgewertet werden soll. In einem Bericht der Stadtverwaltung heißt es dazu: „Dabei soll die Innenstadt von Alt-Oberhausen als Lebens- und Wohnstandort, als Handelszentrum sowie als Standort zentraler Funktion für die Gesamtstadt nachhaltig gestärkt werden. Die Marktstraße stellt dabei einen der Handlungsschwerpunkte dar. Eine Anhäufung von Vergnügungsstätten wie Spielhallen und ähnlichen Nutzungen wie Internetcafés würde diesen Zielen – gerade auch im Hinblick auf die vorhandene Wohnnutzung – entgegen stehen.“

Die jetzt angefragte Umnutzung des Gebäudes, das bislang im Erdgeschoss für Einzelhandel und in den Obergeschossen für Dienstleistungen und Wohnen genutzt wird, würde die „Trading Down-Tendenzen“ in Alt-Oberhausen verstärken. Unter „Trading Down-Effekt“ versteht man die Entwertung eines Gebiets beispielsweise durch zu viele Betriebe wie Spielhallen, Wettbüros und ähnliches.

Die Öffentlichkeit wird voraussichtlich im ersten Quartal dieses Jahres über die weiteren Pläne für den Bebauungsplan mit der Nummer 702 informiert, der künftig die Gestaltung der Marktstraße und ihrer Umgebung prägen soll.