Stadt Oberhausen will Lastwagen aus Wohngebieten vertreiben

Lastwagen-Lärm regt Oberhausener auf, wenn die Fahrer ihre Brummis durch Wohngebiete lenken.
Lastwagen-Lärm regt Oberhausener auf, wenn die Fahrer ihre Brummis durch Wohngebiete lenken.
Foto: WAZ FotoPool
Um Oberhausener vor Lärm und dicker Luft zu schützen, geht das Rathaus nun gegen Lkw vor – Straßen durch Wohngebiete sollen künftig geblockt werden.

Oberhausen.. Um Anwohner vor Lärm und dicker Luft zu schützen, geht das Rathaus Oberhausen gegen Lastwagen vor. Erstmals soll ein Routensystem Lkw so durch die Stadt lotsen, dass sie auf dem Weg zu Gewerbeflächen und Betriebshöfen um Wohnviertel herum statt durch sie hindurch fahren.

Unzählige Lastwagen fahren Tag für Tag durch Oberhausener Stadtgebiet. Speditionen griffen bisher oft auf Navigationssysteme zurück, die eigentlich für Autos gedacht sind. Dadurch haben Lastwagenfahrer auch Straßen genommen, die eigentlich für ihre Fahrzeuge gar nicht gedacht waren – mit zu niedrigen Brücken oder Tonnagenbegrenzungen.

Vorrangstraßen für Laster

Mit dem neuen Routensystem, das Oberhausen zusammen mit 35 Kommunen, dem Regionalverband Ruhr (RVR) und der Nokia-Tochtergesellschaft HRE entwickelt hat, soll das anders werden. Das Rathaus hat dazu Vorrangs­straßen für Lastwagen festgelegt, die an Hersteller von Lkw-Navis weitergegeben werden und damit bundesweit von Speditionen abzurufen sind.

Die Straßenkarte, die Lastwagenfahrer dann künftig elektronisch erhalten, um Gewerbegebiete und Unternehmen anfahren zu können, ist deutlich ausgedünnt: Hauptstraßen wie die Schmachtendorfer-, die Bahnstraße, die Vestische- und Dorstener Straße oder die Mellinghofer Straße können befahren werden.

Nicht mehr angezeigt hingegen werden auf der Straßenkarte die Mülheimer Straße zwischen Essener- und Danziger Straße, die Ulmenstraße in Lirich, ein Teil der Forststraße in Schmachtendorf sowie die Hartmannstraße und der Höhenweg in Königshardt. Allerdings bleiben diese Straßen die offizielle Umleitungsstrecke, wenn es zu Staus auf der Autobahn kommt – dann fahren dort auch Lastwagen.

Lkw sollen künftig herumgeführt werden

Auch um Stadtteilzentren sollen Lastwagen künftig herumgeführt werden. Anlieferungsverkehr für die Alt-Oberhausener Innenstadt wird über die A40 und die Danziger Straße gelenkt, auch der Eugen-zur-Nieden-Ring in Sterkrade-Mitte soll laut Plan möglichst lastwagenfrei werden.

Lkw-Route bleibt die gesamte Kirchhellener Straße – allerdings nur bis zum Gewerbepark kurz vor der Stadtgrenze in Bottrop. Anwohner kämpfen seit Jahren vor allem gegen die lauten Kieslaster, die über die Kirchhellener Straße in Richtung Bottrop fahren.

Das neue Routensystem für Lkw gehört zum umfangreichen Maßnahmenpaket der Stadt, um Feinstaub und Lärm zu verringern.