Stadt gehen 1,118 Millionen Euro verloren
05.02.2012 | 18:00 Uhr 2012-02-05T18:00:00+0100
Oberhausen.Der Stadt Oberhausen gehen 1,118 Millionen Euro verloren. Grund ist eine offensichtliche Schlamperei in den zuständigen Rathausämtern. Der Vorgang liegt 25 Jahre zurück.
Peinlicher Vorgang für die arme mit zwei Milliarden Euro völlig überschuldete Stadt Oberhausen : Wegen offensichtlicher Schlamperei in den zuständigen Rathaus-Ämtern gehen der Stadtkasse satte 1,118 Millionen Euro verloren. Der ursprüngliche Vorgang liegt bereits über 25 Jahre zurück, wird aber jetzt im Haushaltsjahr 2011 kassenwirksam.
Zur Verblüffung des neuen Kämmerers Apostolos Tsalastras muss er nun einen Betrag von über einer halben Million Euro an Fördermitteln ans Land zurückerstatten und aus seiner Kasse ausbuchen. Denn die Rathaus-Mannschaft hat entscheidende wichtige Fristen versäumt.
Stadt muss Anwohner zur Kasse bitten
Mitte der 80er Jahre hatte das Land Sanierungsmaßnahmen zur Verschönerung und Verbesserung der Lage im Stadtteil Lirich-Nord unterstützt – mit dicken Geldbeträgen in Millionen-Höhe. Weil sich mit solchen Sanierungen auch die Grundstückswerte privater Hauseigentümer deutlich erhöhen, hat die Stadt nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, Anwohner nach dem Abschluss der Verbesserungen zur Kasse zu bitten.
Nach Abschluss der Sanierung in einem offiziellen Sanierungsgebiet müssen die Grundstückseigentümer nach dem Baugesetzbuch einen sogenannten „Ausgleichsbetrag“ bezahlen, der sich nach dem ermittelten Wertanstieg des Grundstücks bemisst. Im Einzelfall kommen da Beträge von gut über 10 000 Euro zusammen.
Die Stadt Oberhausen versäumte es allerdings, rechtzeitig entsprechende Bescheide herauszusenden, bevor die Verjährungsfrist ablief. So trat die Verjährung für eine Ausgleichsbetragssumme von insgesamt 607.522 Euro ein, die die Kämmerei komplett abschreiben musste.
Das Land schaltete sich ein
Doch damit war das peinliche Kapitel für Oberhausen noch lange nicht vorbei: Das Land schaltete sich ein. Denn durch das Missgeschick der Stadt liegt ein „nicht förderkonformes Verhalten“ vor. Die Landesgelder in den 80er Jahren waren streng daran gekoppelt, das die Hauseigentümer auch Ausgleichsbeträge zahlen. So forderte die Landesregierung einen Teil der Fördergelder von Oberhausen zurück – und zwar 510.318 Euro, weil die Stadt die Verjährung der Forderungen an die Hauseigentümer verschuldet hat.
Zwar wehrte sich die Stadt Oberhausen und ließ Rechtsdezernent Frank Motschull eifrig prüfen, ob sich das Land mit seiner Forderung nicht rechtswidrig verhielt, da doch der damalige Verwaltungsakt „Förderung“ längst unanfechtbar geworden sei. Doch leider musste Motschull kürzlich in der Runde der Stadtspitze bekannt geben: Das Land hat Recht. Selbst ein rechtmäßiger Zuwendungsbescheid darf für die Vergangenheit widerrufen werden, wenn das Verhalten nicht förderkonform war.
Noch schlimmer: Auf die Stadt Oberhausen könnte auch noch eine Forderung nach Erstattung von Zins- und Zinseszinses über den geschuldeten Betrag zukommen.

17:34
Was bitte läuft in dieser Stadt überhaupt noch rund und vor allem sauber (Müllgebühren). Wie schrieb jemand...werfe den ersten Stein......ich glaube, das wird auch nichts mehr helfen, geschweige ein Stein.... das Unvermögen kann täglich noch gesteigert werden...schaun wir mal wieder in unsere Zeitung...danke für die Berichterstattung...
14:44
Unabhängig vom Inhalt dieses Berichtes, finde ich die "stimmungsmachende" Berichterstattung von Herrn Szymanski langsam nur noch nervend...
Sorry, Szymaniak sollte das natürlich heißen...
Das ist keine Stimmungsmache, sondern leider Realität, wie die Stadt wöchentlich tiefer im Schuldensumpf dank der SPD versinkt. Wenn man allein die Summen nimmt, die die Stadt im vergangenen Jahr verjubelt und in die Wind geschossen hat, wird einem schwindelig.
09:16
Na ja, wen wunderts. Ist ja normal für Oberhausen. Ansonsten wäre man nicht die höchst verschuldete Stadt Deutschlands.
Was mich jedoch verwundert, ist der fehlende Aufschrei der Stadtverantwortlichen über die "Unverschämtheit" der Landesregierung, die Förderbeträge zurück zu fordern.
Könnte das evtl. daran liegen, dass die CDU nicht mehr an der Regierung ist, sondern dass jetzt die eigenen Genossen das Geld zurück haben wollen?
06:07
Diese Fristen sollte man sich vielleicht auf Termin legen?!
Wäre schon erschreckend wenn nur einer dafür verantwortlich sein sollte, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
Herr Tsalastras, ich wünsche ihnen viel Geduld und auch Durchsetzungsvermögen, danke, dass Sie diesen Job als Kämmerer übernommen haben.
05:56
Sicherlich eine unangenehme Sache ... aber: wer ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein. Pauschales "Verwaltungs-Bashing" hilft hier mit Sicherheit nicht weiter . . . Und was Herr Tsalastras damit und irgendwelche "Töpfe" - Erbeck 1, den Haushalt kannst Du Dir gerne mal angucken, er wird ausgelegt - damit zu tun haben, ist mir völlig schleierhaft.
Ich habe Herrn Tsalastras nicht schuldig gesehen - habe dies sogar ausdrücklich hervorgehoben . Natürlich ist im zweiten Teil Ironie und das Erkennen setze ich aus dem Kontext heraus einfach mal voraus . OB steht übrigens bei mir nicht für Oberbürgermeister , sonden für Oberhausen ! Sehr eigenartig Ihre Übersetzung ganz einfacher Zeilen .
Wer ohne Fehl ist... wenn jemandem in der Privatwirtschaft ein solcher Fehler passiert, der darf sich in die Tür stellen und bekommt einen Tritt in den Allerwertesten, dass er bis zum Jobcenter fliegt.
20:07
Das ist kein peinlicher Vorgang, sondern ein für Oberhausen typischer. Es wurde bei Geldangelegenheiten schon immer geschlampt. Das ist im Jahre 2012 so und war früher nicht anders. Solange es das Geld der Bürger ist und nicht das eigene, nehmen es die Oberhausener Genossen nicht so eng.
Hallo? Mal richtig lesen! Es ist nicht das Geld der Bürger- im Gegenteil. Die haben das Geld, das jetzt fehlt, NICHT bezahlt... Aber Hauptsache, seinen Senf dazugeben
@Rondos
Sie sollten richtig lesen. Die Stadt hatte über 600.000 Euro weniger Einnahmen, weil keiner der damals über 5000 Mitarbeiter die Bescheide verschickt hat und muss nun auch noch über 500.000 Euro Fördergelder zurückzahlen. Das heißt, es fehlen durch Schlampigkeit über 1 Millionen Euro auf der Habenseite des Stadtsäckels. Und im Stadtsäckel ist das Geld der Steuerzahler. Es ist nicht die Kasse eines Supermarktes, sondern die der Stadt. Offensichtlich finden Sie es noch gut, dass die Stadt noch weiter ins Minus gerät, durch schlampige Arbeit.
18:41
Der Kämmerer von OB scheint Grieche zu sein (?) und das passt ja in Bezug auf Geldangelegenheiten sehr gut , wobei natürlich die Ursache vor seiner Zeit liegt . Aber irgendeinen Auffangtopf wird er doch aufgrund guter Berater aus seinem Land finden . Warum soll OB seine Fehler selbst bezahlen - das geht doch heute überall anders .
Oh- meine Güte. Was hat denn die Nationalität des Kämmerers damit zu tun? Das Ganze ist 25 Jahre her... Da hat Herr Tsalastras vermutlich noch studiert und ein Deutscher war Kämmerer. So ein unqualifizierter Beitrag...