Spielplatz an der Weierstraße im Aufbau

Um es einen Spielplatz zu nennen, ist es noch zu wenig, doch inzwischen stehen am Flüchtlingsheim an der Weierstraße drei gebrauchte Spielgeräte. Kämmerer und SPD-OB-Kandidat Apostolos Tsalastras möchte nun den kinderpädagogischen Dienst der Stadt mit ins Boot holen, damit aus den eingezäunten Spielgeräten ein kleiner Spielplatz mit einem kindgerechten Angebot werden kann. Auch die Idee von Ellen Diederich, die sich für einen interkulturellen Garten vor Ort stark macht, möchte Tsalastras unterstützen, sagte er bei einem Vorort-Termin an der Weierstraße.

Gestern Abend war Tsalastras zudem an der Sperberstraße und bei der Bürgerinitiative Kappellenstraße zu Gast, wo er mit den Bürgern über die Standorte für neue Flüchtlingsunterkünfte ins Gespräch kam (siehe Infobox). Den Standort an der Kapellenstraße halte er nach wie vor für geeignet, sagte er gestern zur NRZ. Darüber hinaus werden weitere Standorte geprüft, da mit weiteren Flüchtlingen zu rechnen sei.

Derweil gibt es Kritik von den Oberhausener Grünen an Oberbürgermeister Klaus Wehling. Die Grünen stehen keinesfalls hinter der verschärften Abschiebepraxis, die in einem Schreiben von 15 Oberbürgermeistern (u.a. unterzeichnet von Wehling) und Landräten gefordert wird.

In einer Mitteilung der Grünen heißt es, die Oberbürgermeister und Landräte bezeichneten Einzelfallprüfungen für Asylbewerber, die vor der Abschiebung stehen, als „kontraproduktiv“. „Dem stimmen wir keinesfalls zu“, erklärt Stefanie Opitz, sozialpolitische Sprecherin der Grünen.

98 Menschen abgeschoben

Abgeschoben wurden im vergangenen Jahr in Oberhausen 98 Menschen. „Wir wünschen uns, dass im Fall einer Abschiebung Menschen vermehrt über den Termin ihrer Ausreise in Kenntnis gesetzt werden“, sagt Andreas Blanke, stellvertretender Fraktionssprecher der Grünen. Eine Abschiebung könne sich traumatisierend auf die Betroffenen auswirken, wie der Flüchtlingsrat NRW mitteilt. „Wenn ein Kind morgens um vier Uhr unerwartet aus dem Schlaf gerissen wird und sieht, wie Polizei und Ordnungskräfte Bekannte oder Freunde abholen, um diese zum Flughafen zu bringen, wirkt das mehr als destabilisierend“, sagt Stefanie Opitz.

Die Fraktionsmitglieder schlugen deshalb Ordnungsamtsleiter Horst Ohletz vor, zu prüfen, ob mehr Flüchtlinge abtauchen, wenn ihnen der Termin der Abschiebung bekanntgegeben wird.

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