Spezialsand hält Höllenhitze aus

Ein Blick in die automatische Produktionsanlage.
Ein Blick in die automatische Produktionsanlage.
Foto: WAZ
Die Oberhausener Firma Purmetall liefert Produkte weltweit für Stahlerzeuger. Sie ist auch an einem Millionen-Forschungsprojekt der EU beteiligt.

Oberhausen.. „Feuer fest im Griff“ lautet das Motto eines Oberhausener Unternehmens, das im vergangenen Jahr sein 60-jähriges Bestehen feierte: die Purmetall GmbH & Co. KG. Ihre feuerfesten Produkte werden in mehr als 40 Staaten in über 100 Stahlwerken bei der Stahlherstellung verarbeitet. Mit 100 Mitarbeitern und einer Jahresproduktion von mehr als 60.000 Tonnen gehört Purmetall dabei zu den weltweit führenden Herstellern von Schieberfüllsand.

„Dieses Spezialprodukt wird im Laufe des Stahlherstellungsprozesses verwendet, hält Temperaturen bis 1750 Grad dauerhaft stand und sorgt dafür, betriebssicher flüssigen Stahl aus metallurgischen Gefäßen abzustechen“, erklärt Geschäftsführer Martin Breitzmann.

Purmetall hat eigene Forschungsabteilung

Ob in der nächsten Nachbarschaft bei Thyssen Krupp und Arcelor Mittal oder im weit entfernten Arequipa in Peru – dank des Purmetall-Produkts können so jährlich mehr als 100 Millionen Tonnen Stahl vergossen werden. „Diese Marktdurchdringung ist nur mit einem hochmotivierten Team möglich, jedes Jahr bilden wir aus, und viele unserer ehemaligen Auszubildenden haben heute eine verantwortungsvolle Position im Unternehmen.“

Um die speziellen Anforderungen ihrer weltweiten Kundschaft erfüllen zu können, unterhält Purmetall eine Forschungsabteilung und ist seit 2013 Verbundpartner in einem mit mehr als einer Million Euro geförderten Stahlforschungsprogramm der EU. „Die bisher gewonnenen Erkenntnisse sind einzigartig und richtungsweisend“, erläutert der für dieses Vorhaben verantwortliche zweite Geschäftsführer, Marc Bombeck, nach dem letzten Projekttreffen. „Mehr darf ich leider nicht verraten, aber da wird wirklich tolle Arbeit geleistet.“

Firma verfügt über seltenes Know-how

Zu den weiteren Spezialitäten des Unternehmens mit Sitz an der Niebuhrstraße zählen Heißreparaturspritzmassen, Feuerbetone und gebrauchsfertige Mörtel. Mit den selbst entwickelten Feuerbetonen und der Mithilfe der eigenen Konstruktionsabteilung werden einsatzfertige, über einen längeren Zeitraum erhitzte, feuerfeste Fertigbauteile mit einem Gewicht bis zu 14,5 Tonnen und einem Durchmesser von 3,6 Metern hergestellt.

„Bauteile dieser Größe einsatzfertig herzustellen, ist eine echte Herausforderung. Dazu gehört ein Know-how, das nur wenige Unternehmen weltweit haben. Wir gehen davon aus, dass europaweit kein größeres feuerfestes Fertigbauteil hergestellt wird“, meint Werksleiter Andre Stachowiak.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE