Sparkassen-Vorstände in Oberhausen bleiben weiter im Amt
06.01.2012 | 18:47 Uhr 2012-01-06T18:47:29+0100
Oberhausen. Die beiden Vorstände der Sparkasse Oberhausen dürfen zunächst weiter im Amt bleiben. Als Konsequenz aus der Kredit-Affäre verlässt Thomas de Koster die Bank mit einem Auflösungsvertrag. Ulrich Salhofens Vertrag läuft normal weiter, er muss aber auf den Posten als stellvertretender Vorstandsvorsitzender verzichten.
Die beiden Vorstände der Sparkasse Oberhausen erhalten nicht die fristlose Kündigung und bleiben zunächst beide weiter im Amt. Das hat der Verwaltungsrat des Geldinstituts am Freitag nach einer langen Sitzung entschieden. Als Konsequenz aus der Kredit-Affäre um die Firma Sport-Concept aus Königshardt verlässt Thomas de Koster die Sparkasse aber zum 30. Juni mit einem Auflösungsvertrag. Bis dahin darf de Koster aber weiterhin seinen Amtsgeschäften nachgehen, er wird also nicht beurlaubt.
Die Mitglieder des Verwaltungsrates hielten ihm zugute, dass de Koster erst im Frühjahr 2009 in den Vorstand gerückt ist, aber auch er trage für die vergangenen beiden Jahre eine Mitschuld an dem Kreditdebakel um die Pleite-Firma "Sport Concepts". Eine Abfindung soll de Koster nicht gezahlt bekommen, hieß es - ob diese aber bereits Bestandteil seines Vertrages ist, wollte der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Wolfgang Große Bröhmer, aber nicht sagen.
Der Vertrag von Ulrich Salhofen läuft normal weiter und endet erst 2016. Salhofen hätte zwar intervenieren können, war im Gegensatz zu seinen beiden Vorstandskollegen aber nicht verantwortlich, befanden die Mitglieder des Verwaltungsrates. Verzichten muss Salhofen aber auf den Posten als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Als neues stellvertretendes Vorstandsmitglied wurde Oliver Mebus berufen, der bis jetzt den Bereich Vorstandsstab geleitet hat. Mebus war bislang auch als Verhinderungsvertreter des Vorstands benannt. Diese Personalie wird nun der Bankenaufsicht BaFin mitgeteilt. Nicht ausgeschlossen ist, dass der Vorstand der Sparkasse Oberhausen künftig zweiköpfig bleibt.
Keine Fusion mit der Sparkasse Mülheim
Einer möglichen Fusion mit der Mülheimer Sparkasse erteilte das Aufsichtsgremium damit eine Absage. Gespräche mit dem Vorstand in Mülheim habe es aber gegeben, erklärte Wolfgang Große Bröhmer (SPD) nach der Sitzung. Um künftig Pannen bei der Kreditvergabe zu vermeiden, beauftragte der Verwaltungsrat außerdem die Beratungsfirma PWC, die interne Geschäftsordnung zu überprüfen. Damit solle der Informationsfluss verbessert werden.
Damit trägt der ehemalige Vorstandsvorsitzende Karlheinz Merzig die Hauptlast in der Kreditaffäre, die das Geldinstitut erschüttert hat. Merzig hatte bereits am Montag die außerordentliche und fristlose Kündigung erhalten. Er erhält keine Abfindung und auch kein Übergangsgeld, behält allerdings seinen rechtlichen Anspruch auf eine Altersversorgung.

18:07
Zu 7+8 @ Engel 1234
In der Tat – Sie haben natürlich Recht, die Rolle von Herrn Ulrich S. ist vom Verwaltungsrat noch deutlich zu wenig aufgearbeitet, zu mindest wenn man das als Maßstab nimmt, was hier öffentlich bekannt gemacht wurde. Eventuell müssen die Gutachter ja auch den Bereich untersuchen, der nach dem Geschäftsverteilungsplan dem Vorstand Ulrich S. zugeschrieben war ? Mehr als sinnvoll wäre es !!!!!
Denn es geht hier zunächst nicht darum ob strafbare Handlungen vorliegen oder nicht, sondern darum ob durch Vorschriften und Regeln beachtet wurden oder nicht.
Für Verstöße gegen diese Regeln gibt es bei allen Kreditinstituten die Höchststrafe !!!!!!!!!
Der Rauswurf ! – Ist das nicht immer gleich möglich, wird auch schon einmal einem leitenden Mitarbeiter der Schreibtisch mitten in die Schalterhalle gestellt, ohne dass diesem Mitarbeiter Arbeit zugewiesen wird.
Manche sagen das geht nicht – Andere glauben es führe zum Ziel.
Auf jeden Fall auch bei Oberhausener Kreditinstituten, schon mehr als einmal erfolgreich praktiziert.
14:32
zusätzlich für die maximale Unzufriedenheit in der Sparkasse und somit zur Risikolage wesentlicher Treiber.
Und dieser darf jetzt mitbestimmen, wie die Mitarbeiter und Kunden sein mitzuverantwortenden Versäumnisse geheilt werden. Unfassbar!!
Danke (wahrscheinlich einstimmiger) Verwaltungsrat. Hätte zu gerne gewusst, wie die Mitarbeitervertreter sich geäßert haben.
Die Rolle des Verwaltungsrates oder des einen oder aderen Mitglieds ist dennoch zu hinterfragen.
Das Positive zum Schluss: keine Fusion. Oberhausen hat eine eigene und gesunde Sparkasse verdient!!
14:17
Es ist nicht zu fassen!
Bei der Größenordnung des Kredits ist der Gesamtborstand, die Betonung liegt auf Gesamt , verantwortlich. Der Verwaltungsrat belohnt dies mit der "Sanktion" ?!?!, dass der Verbleibende nicht mehr stellvertretender Vorsitzender ist (wer ist eigentlich der neue Vorsitzende??)
Wie mir gesagt wurde war dieses Vorstandsmitglied mit seinem Slogan "verkaufen, verkaufen, verkaufen" und mit seinem Zahlen- und Zielsystemfetischismus
11:44
Da war die Angst davor von einer der Sparkassen der umliegenden Städte fremdbestimmt zu werden offenbar so groß, dass man es noch irgendwie anders hingebogen hat ;-) Oder hat es vielleicht sogar auch damit etwas zu tun, dass dann jemand noch etwaige andere Verstrickungen aufdecken könnte?
10:40
Meines Erachtens muss der Blick vor allem auf die Aktivitäten von Merzig und dem Berater der SportConcept, dem Königsardter Rolf H. gelegt werden. Hier scheint es Absprachen und gegenseitige Einflussnahme gegeben haben die eine strafrechtliche Ermittlung nach sich ziehen werden. Damit soll der Verwaktungsrat nicht exkulpiert werden, aber es ist was anderes wenn bewusst und vorsätzlich vertuscht wird. Grundsätzlich muss aber viel passieren wobei ich mir denke in Zeiten von Basel II und III sind solche Dinge ausgeschlossen...und damit sind wir wieder bei perönlichem Fehlverhalten, analog zun FranjoPooth in Düsseldorf. Dort wurde dem geschassten Vorstand und auch dem Abteilungsleiter jegliche Abfindung etc versagt (beide hatten geklagt). Und in diesem fall wird es auch zivilrechtliche Forderungen nach Schadensersatz gegen die Vorstände geben..also abwarten...und bei dem Königshardter Rolf H. ist jede Menge zu holen...
10:22
Wann wird der Filz zwischen Politik und Wirtschaft in diesem Land endlich beendet?
08:55
Ich schätze mal, dass die abgesetzten Herren dem Steuerzahler durch
Zahlung von Harz IV nicht zur Last fallen werden und für
ihre "Fehltritte" nach Bankenmanier fürstlich versorgt werden.
21:09
Bevor weitere Einzelheiten bekannt werden, muss man sicher davon ausgehen, bei der Entscheidung haben Sachzwänge, die sich aus den Vorschriften der BaFin ergeben, wohl den Ausschlag gegeben.
Wie dem auch sei, eine Entscheidung ist gefallen und das ist auch gut so, für Kunden und Mitarbeiter, aber auch für die Stadt Oberhausen als Eigentümer!
Es wird nun darauf ankommen wie die künftige Geschäftspolitik ausgerichtet wird.
Nach dieser Entscheidung muss nun auch einen deutlichen Schnitt gemacht werden, wo zum einen die Regentschaft Merzig und Co. aufgearbeitet wird, zum anderen dürfen die künftigen Endscheider, eine neue Unternehmenspolitik nicht damit beginnen, dass alle Kunden zunächst unter Generalverdacht gestellt werden.
Es wird immer wieder Situationen geben wo der Kollege Computer nicht mehr weiter helfen kann, weil der gerade aktuelle Darlehensfall in seinem Programm nicht vorgesehen ist.
Gerade an solchen Punkten, helfen Menschenkenntnis oder ein Besuch beim Kunden bei der Kreditentscheidung oft mehr als jedes Computerprogramm und bringen oft mehr Imagegewinn als Hochglanzbroschüren.
Gerade ein Regional eingeschränktes Institut, ist auf die Kundschaft vor Ort, mehr angewiesen als die Filialen der Großbanken.
Wie man Vertrauen erwerben kann, in einer Stadt die von der Großindustrie ausgeplündert und verraten wurde, haben die ehemaligen Sparkassenvorstände Flesch oder Oertel gezeigt.
Durch diese Maßnahmen haben Mittelstand, Kleingewerbe, Arbeitnehmer und Rentner eines gemeinsam gehabt, sie haben immer von „Ihr Sparkasse“ gesprochen!
Den Kunden war es dann auch wichtiger, dass die Sparkassen Bürgerstiftung ein neues Gehege im Kaisergarten sponserte oder sonstig sozialen Zwecke Hilfe geben konnte, als das über das letzte Zehntel hinter dem Komma bei den Zinsätzen gefeilscht werden musste.
Herr Oliver Mebus ist dem normalen Bürger Oberhausens eher weniger bekannt, aber das muss auch kein Nachteil sein.
Der Verwaltungsrat hat Herrn Mebus sein Vertrauen gegeben, dass sollten auch alle Kunden und die Oberhausener Bürger so halten und Ihn, wie auch die Sparkasse in Gänze, an künftigen Handeln und der Unternehmenspolitik messen.
Viel Glück im Interesse unserer Heimatstadt !
Ihrem Kommentar kann man nur zustimmen! Trotzdem stellt sich mir immer noch die Frage warum haben die Aufsichtgremien versagt. Der Chef der Unternehmenssteuerrung der Sparkasse sitzt im Rat der Stadt!
hat man im Verwaltungsrat eigentlich schon mal den Begriff "lame Duck" gehört? Kann man mit den Herren Salhofen und de Koster bei Kunden noch etwas bewirken? Was wollen die beiden "Vorstände auf Abruf" den Sparkassenmitarbeitern eigentlich noch vermitteln?
19:10
Wird wie in der Politik ausgesessen!!