Sparkasse Oberhausen will Kunden künftig über Skype beraten

Auf der anderen Seite der Webcam könnte bald der Berater der Oberhausener Sparkasse sitzen, mit dem sich dieses Paar gerade per Videochat unterhält.
Auf der anderen Seite der Webcam könnte bald der Berater der Oberhausener Sparkasse sitzen, mit dem sich dieses Paar gerade per Videochat unterhält.
Foto: Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Die Sparkasse Oberhausen willl ihre Kunden künftig per Videodienst Skype über Bank-Dienstleistungen beraten.

Oberhausen.. Die Stadtsparkasse Oberhausen, die in diesem Jahr 150 Jahre alt wird, testet in ihrem Jubiläumsjahr neue Techniken für ihre Kunden aus. Derzeit wird in dem traditionsbewussten Kreditinstitut geprüft, ob Bankberater ihre Kunden bald über den kostenfreien Online-Videodienst „Skype“ beraten. Um sich etwa über Kredite zu informieren, müssten Oberhausener nicht mehr in die Filiale gehen. Es reicht ein Computer oder ein Handy mit Internetzugang und Kamera.

Sparkasse muss Datenschutz-Aspekte bei Online-Beratung noch prüfen

Seit das Internet in die Hosentasche passt, können sich Verbraucher jederzeit und überall über alles informieren – auch über Geldfragen. Filialbanken und Kreditinstitute arbeiten deshalb an neuen digitalen Angeboten, um ihre Kunden auch künftig an sich binden.

Sparkassen-Sprecherin Janine Verbeeten macht deutlich, dass ein Ausbau der Online-Beratung nicht die Abkehr von Filialen bedeuten soll: „Wir wollen nah am Kunden sein, ob er nun zu Hause, unterwegs oder in der Filiale seine Bankgeschäfte erledigen will“, sagt Verbeeten. Noch würden aber Aspekte des Datenschutzes bei Skype-Beratungen intensiv geprüft.

Andere Banken bieten schon Kontoeröffnung per Video-Chat an

Vorbild für Oberhausen ist die Sparkasse am Niederrhein, wo Kunden über Skype bereits Konten eröffnen können. Dazu rufen sie ihren Berater übers Internet an und halten zur Identifikation nur den Personalausweis vor die Kamera des Handys oder Computers.

Wirtschaft Mit Skype wird auch in der Sparda-Bank West geliebäugelt, wie Sprecherin Ulrike Hüneburg sagt. „Unsere Kunden sollen aus vielen Wegen wählen können, um uns erreichen zu können“, sagt Sprecherin Ulrike Hüneburg. Schon jetzt gebe es Youtube-Videos, die Bankprodukte erläutern, auch eine Facebookseite, auf der Kunden Fragen stellen können. „Über Bankgeschäfte sprechen wir aus Datenschutzgründen in öffentlichen Netzwerken aber nicht.“

Sicherheitsbedenken bei der Volksbank Rhein-Ruhr

Die Volksbank Rhein-Ruhr gibt sich skeptisch gegenüber Skype. Vorstand Thomas Diederichs hat Sicherheitsbedenken: „Skype ist ein offenes Netz, bei dem Bankthemen erst einmal raus sind.“ Daher werde die Voba den Dienst nicht nutzen, um Kunden zu beraten. „Wir prüfen andere Wege in unserem System, weil das sicherer ist.“

Die Commerzbank setzt auf eigene Programme wie eine App, mit der Kunden übers Handy Geld überweisen können. Sie fotografieren den von Hand ausgefüllten Überweisungsbogen und lesen so den Text ein. Kunden müssen zur Identifikation ihren Ausweis fotografieren, um die Transaktion abzuschließen. „Wir bauen unser Online-Angebot weiter aus“, sagt Sprecher Matthias Kretschmer. „Die App ist ein Zwischenschritt.“