Sparda-Bank wächst durch Bankenkrise

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Was wir bereits wissen
Mehr Neukunden, steigendes Geschäftsvolumen

Oberhausen.. Von den nicht selten falschen Versprechen und der fortdauernden Bankkrise profitieren gerade diejenigen, die Solidität und in Sachen Rendite eine gewisse Zurückhaltung pflegen – so schreibt dies Sparda-Filialleiter Wolfgang Röer zumindest seiner Bank gut.

Die Zahlen geben ihm offenbar dabei Recht: Beide Dependancen in Alt-Oberhausen und in Osterfeld verzeichnen einen guten Zuwachs bei den Neukunden. Und auch vom Spargeschäft kann er nur Positives berichten.

Bank sucht Vertrauen

Das bedeutet Wachstum für die Bank: Die Zahl der Neukunden etwa stieg im laufenden ersten Halbjahr um 396, obwohl die Konkurrenz – damit meint der erfahrene Banker gerade das Online-Geschäft – hingegen „beinhart“ ist. Man ist damit auf dem guten Weg, das Niveau des vergangenen Jahres 2011 zu erreichen (etwa 600).

Beide Filialen betreuen derzeit 20.883 Kunden – der überwiegende Teil ist über 45 Jahren. Das Ziel, 30 Prozent an jungen Kunden etwa Studierenden und Berufsanfängern zu gewinnen, habe man in diesem Jahr aber erfüllt.

Filialleiter Wolfgang Röer sieht daher den Kurs der Sparda-Bank bestätigt, welche als Genossenschaft „die Mitgliederförderung der Gewinnmaximierung vorzieht. Das Verhältnis zum Kunden ist beinah familiär“. Zum besonderen Prinzip der Sparda-Bank gehört aber, dass jährlich Dividenden an die Genossen ausgegeben werden, zuletzt 5,95 Prozent.

Zu den vertrauensbildenden Maßnahmen zähle nicht weniger, dass man Anlegern jedes halbe Jahr eine Beratung anbiete. Das sei - laut Röer – häufiger als in der Branche üblich, aber angesichts des augenblicklichen Trends angemessen. Denn lange Laufzeiten seien out, es gehe in Richtung Einjahres-Anlagen und sogar Tagesgeld – höhere Zinsen gebe es auf langfristige Anlagen seit 2009 ohnehin nicht mehr.

Bürger suchen Immobilien

Ein Geschäftsvolumen von über 365 Mio Euro kann die Sparda-Bank in Oberhausen vorweisen. Für ein ordentliches Plus sorgt dabei die Entwicklung von Kundeneinlagen, die im vergangenen halben Jahr um sechs Mio auf 231 Mio Euro stieg. Mit 117 Mio Euro Volumen etwas rückläufig, aber immer noch gut sei das Geschäft mit Baukrediten, obgleich die Oberhausener sich stark für Immobilien interessieren und der Zinssatz sich gerade auf ein Rekordtief befindet.

Keine neuen Filialen

Die Zeichen stehen für die Oberhausener Sparda-Banken auf Wachstum. Auch den Standort am Kaufhof hält Wolfgang Röer weiterhin für attraktiv: „Wir sind seit 1985 in Oberhausen und mitten im Bankenviertel. Wir haben eine große Fensterfläche. Wer in die City fährt, kommt hier vorbei und sieht uns.“ Dass manche Geschäftsleute die Innenstadt verlassen, beeinflusst das Geschäft der Genossenschaftsbank kaum. Röer: „Wir sind nicht von der Laufkundschaft abhängig und betreuen hauptsächlich Privatkunden, die im Umfeld wohnen.“

Auf Wachstum stehen die Zeichen allerdings nicht in Sachen Filialerweiterung, gibt Thorsten Geitz zu verstehen: In absehbarer Zeit bleibt es bei den Vertretungen in nur zwei Stadtteilen, Sterkrade hat man mit einem Selbstbedienungscenter am Technischen Rathaus abgedeckt, „unsere Kunden nehmen den Weg in Kauf“, meint Geitz, und einige Bedürfnisse decke der Online-Bereich der Bank ab.

Engpässe bei Auszubildenden

Kleine Engpässe könnte es ebenso in Sachen Nachwuchs geben. Jedes Jahr will die Bank 35 junge Menschen ausbilden. Doch aktuell sind es nur 27. „Wir schaffen es nicht, weil leider die Qualität der Bewerber fehlt“, stellt Geitz fest. Es liege nicht nur am kleinen Einmaleins und an der Rechtschreibung: „Das Berufsbild des Bankers hat sich verändert. Heute sind zunehmend kommunikative Kompetenzen gefragt, offenes Auftreten und Freude an Gesprächen.“

Und welche Perspektive hat der Azubi? „Berater werden immer benötigt, trotz wachsender Online-Geschäfte“, glaubt der Filialleiter. 2011 wurden bis auf einen alle übernommen. Geitz selbst hat 1995 angefangen, der überwiegende Teil seines Jahrgangs ist bei der Sparda geblieben.